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09.03.2018

Frankfurt: Allen & Overy stärkt Steuerpraxis mit Linklaters-Partner

Der Linklaters-Partner Dr. Michael Ehret verstärkt künftig das Steuerteam von Allen & Overy. Der 47-Jährige schließt sich dem Frankfurter Büro der Magic-Circle-Kanzlei an und wird dort ebenfalls Partner. Sein genauer Wechselzeitpunkt steht jedoch noch nicht fest.

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Michael Ehret

Ehret startete seine Karriere 2000 bei Clifford Chance und wechselte 2004 zu Linklaters, wo er seit 2014 Partner ist. Er ist auf steuerliche Beratung bei M&A-Transaktionen sowie Finanzierungen und Refinanzierungen fokussiert – insbesondere in Zusammenhang mit der Strukturierung von Private Equity Investments, steuerorientierten Umstrukturierungen und Immobilieninvestments. Während seiner mehr als 13 Jahre bei Linklaters war er in zahlreichen großen und komplexen Mandaten dabei. So gehörte er unter anderem zu den Teams, die Apax Partners beim Kauf des Generikaherstellers Neuraxpharm und Montagu bei der Übernahme des Vermögensverwalters Universal Investment betreute. Auch als Terra Firma Tank & Rast verkaufte, saß Ehret mit am Beratungstisch.

Entsprechend soll Ehret bei Allen & Overy künftig vor allem die Transaktionberatung stärken, einem der Kernfelder des Steuerteams. Doch auch bei internen Untersuchungen soll der erfahrene Partner künftig mitwirken. Interne Untersuchungen sind das Aushängeschild der insgesamt starken Praxis, hierfür steht insbesondere der Steuerchef der Kanzlei, der Münchner Partner Dr. Gottfried Breuninger. Allen & Overy gehört auf dem Feld derzeit zu den führenden Adressen hierzulande. So ist Breuninger derzeit von verschiedenen Banken in brisante Aufarbeitungen rund um Cum-Ex-Transaktionen eingeschaltet.  

Doch abseits dessen lief in der jüngeren Vergangenheit längst nicht alles nach Plan – so verließen in weniger als zwei Jahren gleich fünf erfahrene Experten das Team, darunter der angesehene Finanzsteuerexperte Marcus Helios. Die Weggänge hatten zwar teils sehr unterschiedliche Hintergründe und waren für Allen & Overy in der Gesamtschau gut zu verkraften, dennoch brachten sie Unruhe mit sich und warfen die Praxis in den weiteren Ausbaubemühungen vorübergehend zurück. Schon länger war Allen & Overy daher auf der Suche nach einem erfahrenen Partner. Ein offenes Geheimnis ist, dass die Kanzlei zuletzt in fortgeschrittenen Gesprächen mit einem der bundesweit zu den bekanntesten Köpfen zählenden Partner war – die Verpflichtung dann aber doch scheiterte. Mit Ehret zählt das in München und Frankfurt angesiedelte Steuerteam rund 20 Berufsträger, darunter künftig fünf Partner.

In der Linklaters-Steuerpraxis, ebenfalls einer der angesehensten Adressen hierzulande, verbleiben rund 35 Köpfe, davon acht Partner, darunter zahlreiche sehr renommierte Transaktionsexperten. Entsprechend dürfte Ehrets Weggang gut abzufedern sein. (Rüdiger Frisch, René Bender)

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