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20.08.2018

Andersen Global: Lansky Ganzger schließt sich der internationalen Allianz an

Seit Juli gehört Lansky Ganzger + Partner (LGP) zu den Kooperationskanzleien von Andersen Global. Das Steuer- und Rechtsberatungsnetzwerk aus San Fransisco reicht damit nach Österreich und über die weiteren LGP-Büros in die Slowakei und nach Kasachstan. In der Rechtsberatung kommt es so auf eine Präsenz in 30 Ländern weltweit.

Gabriel Lansky; Foto: Arnold Pöschl

Gabriel Lansky

Für Managing-Partner Dr. Gabriel Lansky liegt einer der Vorteile im globalen Ansatz von Andersen Global. Die 2014 neu gestartete Allianz ist in Lateinamerika und Afrika in etlichen Ländern vertreten, darunter Brasilien, Ecuador, Kenia und Mosambik. Das ist für den 62-Jährigen ein richtiger Ansatz: „Man muss in den Ländern präsent sein, in denen in Zukunft die Musik spielt.“ Wichtig ist für Lansky auch der Fokus auf die USA, wo die lokale Einheit ‚Andersen Tax‘ 19 Büros unterhält. In der Arbeit für Mandanten aus Südosteuropa und der ehemaligen Sowjetunion würden Bezüge dorthin immer wieder zum Tragen kommen.

In der tagtäglichen Beratung liegt für Lansky außerdem ein Vorteil darin, Rechts- und Steuerfragen eng verknüpft zu bearbeiten. Bei Andersen Global sei das ein zentraler Ansatz. LGP plant deshalb, im Steuerrecht, aber auch in den Bereichen Corporate und Finanzierung, nachzuziehen und diese in allen drei Ländern mit zusätzlichen Spezialisten zu stärken.

Andersen Global entstand vor vier Jahren, als ehemalige Arthur Andersen-Partner in den USA die Marke wieder aus der Taufe hoben. Sie gründeten auch den Schweizer Verein, über den die internationale Zusammenarbeit läuft. Insgesamt ist Andersen Global inzwischen in 40 Ländern mit 110 Standorten vertreten. Die Mitgliedsfirmen beschäftigen zusammen über 3.500 Mitarbeiter.

Alte Weggefährten vereint

In Deutschland gehören zwei Einheiten zu dem Verbund: Alegis mit Büros in Düsseldorf und Merzig sowie Andersen Tax & Legal. In dieser Kanzlei mit Büros in Berlin, Köln, Frankfurt und Leipzig schlossen sich 2017 unter anderem etliche frühere Arthur Andersen-Weggefährten neu zusammen: Dr. Stefan Kraus und Dr. Hermann Knott kamen beide von Luther, Gerd Lützeler von Ernst & Young. Mit dem Wirtschaftsprüfer Michael Thierhoff, ebenfalls einem früheren Arthur Andersen-Mann, stieß zum Jänner 2018 zudem ein Großteil der auf Insolvenz- und Restrukturierungsberatung fokussierten Kanzlei Thierhoff Müller zu Andersen.

Im März 2018 schloss sich schließlich ein neunköpfiges Team von BDO Legal dem Andersen Global-Verbund an. Mit weiteren zwischenzeitlichen Zugängen kommt er in Deutschland so auf rund 40 Berufsträger, von denen ein Drittel auf Steuern spezialisiert ist. In den kommenden drei Jahren soll die Zahl der Berufsträger auf 120 steigen.

In der Schweiz zählt die Allianz aktuell zwei Mitgliedsfirmen: in Genf die Kanzlei Étude Couderc und in Lugano Andersen Tax. Die Zusammenarbeit mit der Schweizer Kanzlei PrimeTax endete zum Jahreswechsel im Streit um Ausschüttungen und Vertragspflichten. Auch in Polen zerbrach zum Jahreswechsel die Kooperation mit der ursprünglichen Partnerkanzlei, die nun unter Taxplan firmiert. Dort gehören jetzt die Warschauer Einheiten Sol Financial Services und A2Z Tax & Legal der Allianz an.

Im Enron-Skandal untergegangen

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen ging 2002 in Folge des Bilanzfälschungsskandals um den texanischen Energiehändler Enron unter. Der Konzern offenbarte Ende 2001 Schulden in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar und meldete Insolvenz an. Vorangegangen waren Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC zu den Bilanzpraktiken des Unternehmens, die Arthur Andersen testiert hatte. Davor zählte die Gesellschaft neben den heutigen Big Four zu den wichtigsten Wirtschaftsprüfern weltweit. (Raphael Arnold)

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