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22.10.2018

PKF-Partner Rauert: „Wir sind keine Big Four light“

PKF gehört zu den umsatzstärksten Prüfungs- und Beratungsnetzwerken in Deutschland. Im JUVE Steuermarkt-Interview spricht Thomas Rauert, Hamburger Partner bei PKF Fasselt Schlage, über Vorteile und Organisation des Netzwerks sowie die Abgrenzung zu den Big Four.

Thomas Rauert

Thomas Rauert

JUVE Steuermarkt: Herr Rauert, Sie sind seit 15 Jahren Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bei PKF Fasselt Schlage in Hamburg. Da hat sich sicherlich einiges getan, oder?
Thomas Rauert: Das stimmt. Als ich im Sommer 2003 zu Schlage kam, existierte das Büro bereits 75 Jahre, es war neben dem Stammsitz Hamburg außerdem in Rostock vertreten und seit Anfang der 80er Jahre Mitglied des PKF-Netzwerks. 2007 schlossen wir uns dann zunächst mit zwei uns lange bekannten Unternehmen aus dem deutschen PKF-Netzwerk zusammen: Fasselt in Duisburg sowie Lang und Stolz in Braunschweig. Sehr schnell kamen die Standorte in Köln, Frankfurt und Berlin dazu. Heute bildet PKF Fasselt Schlage mit sieben weiteren Mitgliedern das deutsche PKF-Netzwerk. Um die Stärke des Netzwerks zu demonstrieren, entschied man sich, den Namen PKF nach vorne zu stellen. Ich gebe zu, dass ich dem einheitlichen Erscheinungsbild zunächst reserviert gegenüberstand. Für mich bestand die Gefahr, dass uns Mandanten auf die drei Buchstaben reduzieren und uns als kleiner Wirtschaftsprüfer wahrnehmen, quasi als „Big Four light“. Das hat sich aber nicht bestätigt. Unser mittelständisches Profil mit lokaler Verankerung konnten wir erhalten und um ein internationales Netzwerk ergänzen.

Warum ist Ihnen die Abgrenzung zu den Big Four so wichtig?
Weil wir komplett anders aufgestellt sind. Wir funktionieren anders, sind geprägt durch die lange Tradition unseres Unternehmens. Vermutlich unterscheiden sich vor allem auch die Kulturen sehr stark voneinander. Unsere Mandate sind partnergeführt. Wie unsere Mandanten verstehen wir uns als Mittelständler. Ich persönlich lege großen Wert darauf, dass die Namen Fasselt und Schlage im Markt auch wahrgenommen werden. Das sind renommierte Namen mit einer langen Beratertradition. Dennoch bin ich ein großer Befürworter des Netzwerks. Wir haben zum Beispiel viele Mandanten, die von uns erwarten, dass wir Beratung und Prüfung auch im Ausland anbieten. 

Welche Ansprüche stellen Sie an Ihre Netzwerkpartner?
Unser Ziel ist es, traditionsreiche und renommierte Büros zu gewinnen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Qualitätskriterien erfüllt sind und die Gesellschaften sowohl Steuerberatung als auch Wirtschaftsprüfung anbieten. Denn das sind weiterhin unsere Kernthemen. Es gibt Gesellschaften, die sich bei uns für die Aufnahme bewerben. Oder wir gehen gezielt auf Unternehmen zu, etwa wenn wir bestimmte Standorte besetzen wollen. 

Als Teil eines Netzwerks müssen Mitglieder in der Regel gewisse Kompetenzen abgeben. Wie frei sind die PKF-Mitglieder in ihren Entscheidungen?
Auch nach der Aufnahme in das Netzwerk können und sollen die Mitglieder ein Eigenleben führen. Ich nenne Ihnen zwei Beispiele: Wenn wir in Hamburg der Auffassung sind, es soll jemand Partner werden, dann ist das eine Entscheidung, die in Hamburg getroffen wird, und nur dort. Wenn wir in Hamburg entscheiden, das Thema Schifffahrt weiter auszubauen, dann machen wir das. Dafür bedarf es keiner Zustimmung anderer Standorte. Um gewisse Dinge zu koordinieren, gibt es den geschäftsführenden Ausschuss (GFA). Dieser kümmert sich um übergeordnete strategische Fragen, etwa größere Investitionen in die IT-Infrastruktur. 

Das Gespräch führte Stephan Mittelhäuser.

Das komplette Interview lesen Sie im aktuellen JUVE Steuermarkt, der am Dienstag, den 16. Oktober 2018 erschienen ist. Darin geht es auch um die Chancen, die Rauert in der Abschlussprüferrotation sowie im „Business-Partnering“-Modell sieht und die Zukunftspläne von PKF.

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