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24.10.2018

Umsätze: PwC wächst weiter, aber deutlich langsamer

Die Big-Four-Gesellschaft PwC hat die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt und konnte zum achten Mal in Folge Wachstum verkünden. Demnach bleibt PwC Deutschlands einnahmestärkste Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wuchs zuletzt jedoch deutlich langsamer. PwC bezieht die Zahlen stets auf die Gesamtleistung, bezieht also auch die erbrachten Leistungen mit ein, die zum Geschäftsjahresende erarbeitet, aber noch nicht abgerechnet wurden.

Klaus Schmidt

Klaus Schmidt

Insgesamt erwirtschaftete PwC 2,2 Milliarden Euro, rund 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Damals standen knapp 2,1 Milliarden Euro zu Buche. Allerdings brach das Wachstum damit um fast die Hälfte ein – im Geschäftsjahr 2016/2017 hatten bei dem Unternehmen noch etwa zehn Prozent Wachstum zu Buche gestanden. Mit den aktuellen Deutschland-Zahlen liegt PwC auch hinter den europaweiten Wachstumszahlen zurück, die bei 17 Prozent lagen.

Nachdem im vergangen Jahr die Gesamtleistung in der Steuer- und Rechtsberatung bei etwa 525 Millionen Euro stagniert war, konnte PwC hier wieder ein leichtes Wachstum verzeichnen, wenngleich weiterhin unter dem Durchschnitt des Gesamtwachstums in Deutschland: So wuchs der Geschäftsbereich um 3,1 Prozent auf 541,2 Millionen Euro. Nach Recherchen von JUVE Steuermarkt wurde dieses Wachstum jedoch erneut vor allem in der Rechtsberatung erwirtschaftet, deren Wachstumsraten bei rund acht Prozent lagen.

Sowohl im Gesamtwachstum als auch im Geschäftsbereich Steuern und Recht lag PwC damit auch deutlich hinter Deloitte, die in beiden Segmenten zuletzt stets zweistellige Zuwächse verzeichnen konnte, und bei ihren Zahlen die reinen Umsätze, nicht die Gesamtleistung angab. Auch EY und KPMG wuchsen im Steuerbereich zuletzt deutlich dynamischer.

Obwohl PwC vor allem bei Transaktionen und Verrechnungspreisen ein starkes Jahr hinlegte: Die im Marktvergleich schwächeren Wachstumszahlen bei Steuern dürften ein Thema sein, das den neuen Steuer- und Rechtschef Klaus Schmidt beschäftigen wird. Schmidt hatte in einem Interview mit dem JUVE Steuermarkt im Sommer dieses Jahres das Ziel ausgegeben, „klar die Nummer 1 unter den Big Four in Steuern und Recht zu sein.“ (Das ganze Interview mit Klaus Schmidt lesen Sie in der Printausgabe des JUVE Steuermarkt 09/2018.)

Ähnlich wie bei Wettbewerberin Deloitte war jedoch vor allem das Beratungsgeschäft Wachstumstreiber. Dort stieg die Gesamtleistung um 9,8 Prozent auf 858,1 Millionen Euro. Trotzdem wuchs PwC hier im Vergleich zum Vorjahr deutlich langsamer. Vorläufig verteidigt PwC damit jedoch ihre Marktführerschaft in Deutschland. Die ärgsten Wettbewerber KPMG und EY haben ihre Zahlen bislang jedoch noch nicht vorgelegt. (Catrin Behlau)

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