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14.11.2018

Großfusion: Warth & Klein Grant Thornton und Trinavis schließen sich zusammen

Die beiden Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Warth & Klein Grant Thornton und Trinavis schließen sich zusammen und firmieren ab März 2019 unter dem gemeinsamen Namen Warth & Klein Grant Thornton. Die neue Gesellschaft kommt auf einen Umsatz von rund 130 Millionen Euro und beschäftigt etwa 1.200 Mitarbeiter an zehn Standorten in Deutschland. Hauptsitz der Gesellschaft bleibt Düsseldorf.

Joachim Riese

Joachim Riese

Der bislang fünfköpfige Warth & Klein-Vorstand unter Führung von CEO Joachim Riese wird um Heidemarie Wagner, Managing Partnerin von Trinavis, erweitert. Bei Warth & Klein halten derzeit 38 Partner Anteile an der Gesellschaft. Die neun Trinavis-Partner, die nun dazu kommen, werden ebenfalls Anteilseigner. 

Der Berliner Standort von Trinavis wird nach Düsseldorf die zweitgrößte Niederlassung der neuen Gesellschaft in Deutschland. Derzeit beschäftigt Warth & Klein hierzulande rund 250 Berufsträger und insgesamt 900 Mitarbeiter, von denen allein rund 300 in der Steuer- und Rechtsberatung tätig sind. Weitere Schwerpunkte der Arbeit bilden die Wirtschaftsprüfung sowie Corporate Finance & Advisory Services.

Nach dem Zusammenschluss wächst die Gesellschaft auf 320 Berufsträger und festigt so auch ihre Position unter den Top-10 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Deutschland. Mit einem kumulierten Umsatz von 130 Millionen Euro verringert sie den Abstand auf die neuntgrößte WP-Gesellschaft, Mazars, deutlich. Diese erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund 135 Millionen Euro.

Aktuell hat Trinavis rund 280 Mitarbeiter, davon etwa 70 Berufsträger. Neben Berlin verfügt die Gesellschaft über Büros in Düsseldorf und Kiel, die aber bislang nicht sonderlich in Erscheinung getreten sind. Die Düsseldorfer Trinavis-Mitarbeiter sollen mittelfristig an den Warth & Klein-Standort ziehen. Das Kieler Büro wird sich Warth & Klein nicht anschließen. Es ist ohnehin wirtschaftlich und rechtlich unabhängig und mehr ein Kooperationspartner von Trivanis. 

Schwerpunkte Immobiliensektor und öffentliche Hand

Heidemarie Wagner

Heidemarie Wagner

Für Warth & Klein bedeutet die Aufnahme von Trinavis eine deutliche Stärkung des Berliner Geschäfts. Trinavis war 2008 aus dem Zusammenschluss von DSUP Detlef Schulz & Partner und Dr. Böckmann & Partner entstanden, die seit den 1960er Jahren steuerliches Know-how für Westberliner Bauträger entwickelten. Auch heute bilden Immobilien den klaren Fokus der Beratungstätigkeit. Dazu gesellt sich die steuerliche Beratung der öffentlichen Hand – ein weiteres Beratungsfeld, das in der Hauptstadt besonders ergiebig ist.

Auch für Trinavis ist die Fusion ein Gewinn. So war das Cross-Selling innerhalb des Crowe-Netzwerks Marktkennern zufolge nie sonderlich ausgeprägt. Mit dem Anschluss an Warth & Klein dürfte sich das ändern, gilt das Grant Thornton-Netzwerk insgesamt doch als wesentlich integrierter.

Außerdem spielte die Gesellschaft außerhalb Berlins dem Vernehmen nach bislang kaum eine Rolle. Das sieht Managing Partnerin Wagner allerdings anders. „Uns als regionalen Player zu bezeichnen, halte ich für viel zu kurz gegriffen. Wir sind vor allem im Immobiliensektor bundesweit tätig. Darüber hinaus beraten wir eine ganze Reihe internationaler Investoren“, sagte sie.

Achim Schulte wird in der neuen Gesellschaft die Branche „Real Estate“, Silvia Michel die Branche „Öffentliche Hand“ und Albrecht Richard die Branche „Hospitality“ leiten. Alle drei kommen von Trinavis.

Wechsel des Netzwerks

Trinavis ist bislang Mitglied von Crowe Global, einem Netzwerk von unabhängigen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. Weitere Mitglieder in Deutschland sind Möhrle Happ Luther in Hamburg, Kleeberg in München, RWT in Reutlingen/Stuttgart und Crowe Frankfurt. Seit Juni treten die ehemaligen Crowe-Horwath-Mitglieder unter dem Namen Crowe mit einem einheitlichen Außenauftritt auf.

Warth & Klein berät weltweit im Grant Thornton International Netzwerk mit rund 50.000 Mitarbeitern an mehr als 700 Standorten in über 135 Ländern. (Stephan Mittelhäuser, Daniel Lehmann)

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