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29.01.2019

Umsatz: Bei Warth & Klein ist die Steuer- und Rechtsberatung erstmals der stärkste Bereich

Warth & Klein Grant Thornton hat das Geschäftsjahr 2017/18 mit einen Umsatz von 105 Millionen Euro abgeschlossen (Vorjahr: 96,5 Mio. Euro). Damit wuchs die  Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft nicht nur um knapp 9 Prozent, sondern knackte erstmals auch die 100-Millionen-Euro-Marke. Mit einem Ergebnis von 38,1 Millionen Euro (Vorjahr: 35,4 Mio. Euro) entfällt der größte Teil des Umsatz zudem erstmals auf die Steuer- und Rechtsberatung.

Joachim Riese

Joachim Riese

Für das Segment Steuern und Recht bedeutet dies ein Umsatzplus von 7,6 Prozent. Der Umsatz in Private Finance lag wie im Vorjahr bei 4,5 Millionen Euro. Rechnet man diesen Bereich, in dem bei Warth & Klein das Nachfolge- und Vermögensgeschäft angesiedelt ist, hinzu, kommt die Gesellschaft in der steuernahen Beratung gar auf einen kumulierten Umsatz von 41,6 Millionen Euro. 

Die Beratungsgesellschaft ist in der Steuer- und Rechtsberatung sowohl organisch als auch durch Transaktionen gewachsen. So schloss sich die Münchner Wirtschaftskanzlei Nachmann im August 2018 Warth & Klein an. Wichtige Wachstumsfelder in der Steuerberatung waren zudem Tax Compliance, Verrechnungspreise sowie indirekte Steuern. „In diesen Bereichen haben wir uns personell enorm verstärkt, und das trägt nun Früchte“ sagte der Vorstandsvorsitzende Joachim Riese.

Das niedrigste Wachstum verzeichnete Warth & Klein in der Wirtschaftsprüfung – bislang der umsatzstärkste Bereich. Hier meldete die Beratungsgesellschaft ein Plus von 3,1 Prozent auf 37,1 Millionen Euro und gab an, im Vorjahr 36 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben. „Die Prüfung bleibt nach wie vor unser Kerngeschäft“, so Vorstandsmitglied Michael Häger. „Auch wenn andere Bereiche im Moment stärker wachsen, verlieren wir Audit nicht aus den Augen und haben ganz klar auch potenzielle Mandate aus dem M-Dax im Blick.“

Corporate Finance & Advisory Services ist mit einem Wachstumsplus von satten 21,6 Prozent auf nun 25 Millionen Euro (Vorjahr: 20,6 Millionen Euro) die am stärksten wachsende Service Line. Ein Grund für das starke Wachstum ist die Beteiligung an der Hamburger Beratungsgruppe Hanse Consulting.

Verschiebung gegenüber dem Vorjahr

Dabei sehen die Wachstumsraten noch einmal anders aus, wenn man die oben genannten Zahlen mit denen vergleicht, die Warth & Klein im Vorjahr gemeldet hatte. Demnach erwirtschaftete die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2016/17 nicht 36 Millionen, sondern 40 Millionen Euro mit dem Prüfungsgeschäft – und nur knapp 17 Millionen Euro im Advisory-Bereich.

Zieht man diese Zahlen als Bemessungsgrundlage heran, schlägt in der Wirtschaftsprüfung gar ein Umsatzminus von 7,3 Prozent zu Buche, während das Advisory-Geschäft mit einem Wachstum von 47,1 Prozent förmlich explodierte. Dass die Werte aus dem Vorjahr nun abweichen, hat einen einfachen Grund: „Bislang hatten wir den Bereich Governance, Risk & Compliance dem Prüfungsgeschäft zugeordnet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir uns dazu entschlossen, dass dieser unter das Advisory-Dach schlüpft. Deshalb haben wir rückwirkend auch die Vorjahreswerte angepasst“, erklärte Riese gegenüber JUVE.

Großfusion mit Trinavis gibt ordentlichen Schub

Auch für das nun laufende Geschäftsjahr ist Riese optimistisch und sieht „sehr gute Wachstumsperspektiven in nahezu allen Geschäftsbereichen“. Einen ordentlichen Schub dürfte der Umsatz vor allem durch eine Fusion bekommen: Im November 2018 gab Warth & Klein bekannt, mit der bislang zum Crowe-Netzwerk gehörenden Gesellschaft Trinavis zusammenzugehen.

Die Fusion ist für den 1. März geplant. Laut eigenen Aussagen kämen die beiden Gesellschaften zur Zeit auf einen kombinierten Gesamtumsatz von 130 Millionen Euro. Damit bleibt Warth & Klein zwar nach wie vor die zehntgrößte WP-Gesellschaft Deutschlands, verringert den Abstand auf die neuntgrößte Einheit Mazars aber deutlich. Diese erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund 135 Millionen Euro. (Daniel Lehmann)

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