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11.04.2019

Steuerstrafrecht: Bekannter Compliance-Spezialist geht von Noerr zu Dentons

Dr. Lars Kutzner, Experte für Compliance und interne Untersuchungen, hat sich zum Monatsanfang der internationalen Großkanzlei Dentons angeschlossen. Der 44-Jährige war die vergangenen rund vier Jahre als Partner bei Noerr aktiv und gehörte zu den zentralen Gesichtern der Unternehmensverteidigung in der deutschen Großkanzlei.

Lars Kutzner

Lars Kutzner

Mit Kutzner gewinnt Dentons einen sehr erfahrenen Compliance-Experten für ihre auf diesem Gebiet bislang noch recht unauffällige Praxis. Er bietet ein breites Spektrum an, das sowohl klassische als auch steuerliche Compliance-Beratung umfasst, aber auch interne Untersuchungen und Unterstützung der Mandanten bei Ermittlungen von Behörden beinhaltet. So beriet er zuletzt etwa ein süddeutsches Familienunternehmen bei der Aufarbeitung der Incentivierungspraxis und in steuerstrafrechtlichen Verfahren. Seit dem vergangenen Jahr betreut er zudem eine deutsche Fluggesellschaft in einem steuerstrafrechtlichen Verfahren gegen einen vormaligen Anteilseigner und in einem Strafverfahren im Zusammenhang mit der Gewerbesteuer.

Kutzner begann seine berufliche Laufbahn bei der steuerzentrierten Kanzlei Flick Gocke Schaumburg, anschließend wechselte er zu PricewaterhouseCoopers Legal in Berlin, wo er zum Schluss die steuer- und wirtschaftsstrafrechtliche Praxis geleitet hatte. Zu Noerr ging er 2015.

Die knapp 40-köpfige Compliance-Gruppe von Noerr dürfte den Verlust Kutzners verkraften. Schwieriger wird es für die strafrechtliche Beratung, vor allem für das Steuerstrafrecht. Dort bleiben neben dem anerkannten Equity-Partner Dr. Christian Pelz die beiden Associated Partner Dr. Martin Schorn und Dr. Steffi Kindler sowie vier Associates.

Die Compliance-Gruppe bei Dentons ist aus der gesellschaftsrechtlichen Praxis der Kanzlei heraus entstanden. Sie ist bereichsübergreifend aufgestellt und soll in Zukunft sektorbezogen und in bestimmten Spezialgebieten wachsen. Kutzner wird mit seiner Beratung in der Gruppe ‚Competition, Antitrust und Regulatory‘ verankert sein, zu der auch die Beratung im Kartellrecht, Beihilfe- und Vergaberecht sowie Außenwirtschaftsrecht gehört. Kutzner erhofft sich von dem Wechsel vor allem, dass sein Geschäft internationaler wird. Er wird seine Zeit zwischen Berlin und Düsseldorf aufteilen, jedoch zu Beginn hauptsächlich in Düsseldorf arbeiten. (Christiane Schiffer)

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