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08.07.2019

Endlich beschlossen: Boege Rohde Luebbehuesen schließt sich Moore Stephens an

Die Hamburger MDP-Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen hat einen neuen Netzwerkpartner: Nachdem die Einheit zum April bei RSM ausgetreten war, schloss sich BRL nun Moore Stephens an – und gehört vom Start weg zu den größten zwei Netzwerkfirmen in Deutschland. Vorausgegangen waren dem Schritt monatelange Verhandlungen.

Thomas Lübbehüsen

Thomas Lübbehüsen

Eigentlich wollte das Beratungshaus nahtlos einen neuen Netzwerkpartner präsentieren. Doch am Ende hakte es JUVE Steuermarkt-Informationen zufolge an Kleinigkeiten und erst im Juni konnte endlich Vollzug gemeldet werden: Die eigens neu gegründete BRL GmbH ist als sogenannte “Full Member Firm” bei Moore Stephens zum 13. Juni 2019 beigetreten.

BRL wurde 2006 gegründet und machte zuletzt insbesondere mit der Beratung zur Air Berlin-Insolvenz von sich reden. Gerade die steuerliche Beratung im Zusammenhang mit Insolvenzen gehört zu den Kernkompetenzen der Gesellschaft, die jedoch breit aufgestellt ist und als eher anwaltlich geprägt gilt. BRL unterhält große Standorte in Hamburg und Berlin, ist aber auch in Frankfurt, Bochum, Hannover und Dortmund vertreten.

Moore Stephens ist ein nicht integriertes Netzwerk, das in Deutschland bislang 12 Mitgliedsfirmen umfasste, unter anderem in Frankfurt, München, Kassel und Bielefeld. Kernmandantschaft des 1907 gegründeten Netzwerks sind mittelständische Unternehmen. Mit einem Gesamtumsatz von knapp 30 Millionen Euro spielt BRL in einer ähnlichen Größenordnung wie der bisherige Primus des Netzwerkes in Deutschland, die Augsburger Kanzlei Sonntag & Partner. Auf Platz 3 der größten deutschen Moore Stephens-Kanzleien steht die Stuttgarter Einheit BW Partner mit knapp 17 Millionen Euro.

Mittlerweile ist Moore Stephens in rund 112 Ländern präsent und nimmt mit einem Umsatz von rund 3 Milliarden US-Dollar weltweit Rang 11 der global größten WP-Netzwerke ein. In Norddeutschland war das Netzwerk bislang weniger vertreten, nicht zuletzt deshalb ist der Beitritt BRLs ein sinnvoller Schritt für Moore Stephens.  

RSM hingegen setzt weiter auf den integrierten Ansatz: 2017 wurde nach zähem Ringen bekannt, dass RSM Verhülsdonk den Zuschlag erhalten würde und von nun an exklusiver Partner des Netzwerks sei. Das hatte damals einige Marktteilnehmer überrascht, war Verhülsdonk – erst 2014 gegründet – das jüngste Mitglied des Netzwerks hierzulande. Die übrigen Mitgliedsfirmen sollten als so genannte Assoziierte Partner weiter vom Netzwerk profitieren können. Dies war ein Kompromiss der Londoner RSM-Zentrale, als sich abzeichnete, dass nicht alle deutschen Mitgliedsfirmen unter das Dach von RSM schlüpfen würden. BRL kündigte die Mitgliedschaft bei RSM daraufhin. (Catrin Behlau)

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