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12.11.2019

Aderlass in Köln: WTS verliert größeres Steuerteam an Mazars

In Köln bahnt sich ein größerer Wechsel an: Nach Recherchen von JUVE Steuermarkt ist ein vierköpfiges Partner-Team von WTS auf dem Sprung, darunter auch der Niederlassungsleiter Stefan Hölzemann. Der 53-Jährige schließt sich zum Jahresende zusammen mit Thomas Dennisen, Frank Lüpges und Bernd Keller der Next-Ten-Gesellschaft Mazars an. Weder WTS oder Mazars noch die beteiligten Partner wollten die Wechsel bislang bestätigen.

Hölzemann_Stefan

Stefan Hölzemann

Für WTS wären die Weggänge ein deutlicher Rückschlag für ihre Präsenz am Rhein, für Mazars ein Riesenerfolg. Die vier Partner sind allesamt in der gestaltenden Steuerberatung tätig bzw. auf Steuerverfahren spezialisiert. Bei WTS bilden sie damit eine wichtige Ergänzung für die vor allem für ihr Outsourcing-Geschäft bekannte Gesellschaft. Das Outsourcing-Geschäft trägt bei WTS den Namen ‚Business Partnering‘ und macht den größten Umsatzanteil aus.

Das ‚Business Partnering‘ verbleibt in Person von Ronny Klopfleisch, der vor allem für die laufende steuerliche Beratung von Sal. Oppenheim steht, in der Domstadt. Ansonsten fällt mit dem Wechsel des Teams der Großteil des steuerlichen Beratungsarms weg. Denn zusätzlich verlassen auch der IT-/Tax-Technology-Partner Andreas Homrighausen und Tax-Technology-Partnerin Stephanie Kenfenheuer WTS und wechseln zum 18. November zu Ernst & Young (EY). Anfang Dezember folgt ihnen ihr sechsköpfiges Team zu EY.   

Weggänge auch in München und Frankfurt

Bei WTS folgen die Weggänge einer Reihe anderer Partnerverluste in diesem Jahr. So war bereits im Juli der auf TCMS-Fragen spezialisierte Partner Marinus Eßer in München zu PwC gewechselt. Im Oktober gingen der Konzernsteuerrechtler Dr. Oliver Trautmann (zu Andersen Tax & Legal) sowie Private-Client-Partner Prof. Dr. Swen Bäuml (in eigene Kanzlei). Ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Abgängen ist nach Erkenntnissen von JUVE Steuermarkt nicht ersichtlich. Allerdings überwiegen in der erfolgsverwöhnten WTS die Abgänge 2019 erstmals die Zugänge, auch wenn darunter zentrale Quereinsteiger wie etwa der Verrechnungspreisspezialist Prof. Dr. Axel Nientimp von KPMG waren.

Mazars geht mit dem Gewinn des vierköpfigen WTS-Teams dagegen steuerlich in die Offensive. Die Gesellschaft hat sich weltweit, aber auch in Deutschland einem klaren Wachstumskurs in den Feldern Unternehmensberatung, Rechts- und Steuerberatung verschrieben. Sie will damit auch ein Gegengewicht zu der wenig dynamischen Wirtschaftsprüfung bilden. Hierzulande bedeutet dies konkret, dass Mazars vor allem jenseits der steuerlich bereits gut besetzten Büros in Berlin, Frankfurt und Hamburg zulegen will – in Köln steht der erste Schritt nun unmittelbar bevor. (Jörn Poppelbaum)

Die ganze Geschichte lesen in der heute erscheinenden Dezember-Ausgabe von JUVE Steuermarkt, die als Print oder e-Paper erhältlich ist.

Wir haben die Nachricht am 26.11.2019 ergänzt.

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