Artikel drucken
21.11.2019

Umsätze: Steuerumsatz bei PwC steigt wieder

Als dritte der Big Four hat PricewaterhouseCoopers (PwC) ihre Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2018/2019 vorgelegt: Im Ende Juni abgelaufenem Geschäftsjahr erzielte PwC eine Gesamtleistung von 2,3 Milliarden Euro und machte ein Plus von 5,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet PwC damit einen leichten Wachstumsrückgang – 2018 wuchs sie um 5,4 Prozent bei 2,2 Milliarden. Trotzdem bleibt PwC vorerst Deutschlands einnahmestärkste Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dennoch ist Ernst & Young (EY) ihr mit einem diesjährigen Umsatzhoch von 2,1 Milliarden Euro dicht auf den Fersen.

Klaus Schmidt

Klaus Schmidt

Auch die Steuerberatung entwickelte sich seit vier schwachen Jahren zuletzt wieder positiver. Sie wuchs um 3,5 Prozent von 453,5 Millionen Euro auf 469,5 Millionen Euro. Gleichbleibend zu den beiden Vorjahren erwirtschaftete die Rechtsberatung mit 96 Millionen Euro und einem Wachstumsplus von 9,5 Prozent die größte Steigerung. Insgesamt wurden beide Beratungssegmente so um 4,5 Prozent und erreichten eine Gesamtleistung von 565,5 Millionen Euro − im Geschäftsjahr 2017/2018 lag diese noch bei 541,2 Millionen Euro.

Damit wuchs PwC zwar in der Steuerberatung stärker als EY, die zuletzt mit einem Wachstum von rund zwei Prozent und einer Gesamtleistung von 659 Millionen Euro schwache Zahlen vorlegten. Noch dynamischer zeigte sich jedoch Deloitte: Zwar ist das Beratungshaus in der Steuerberatung unter den Big Four weiterhin das kleinste, legte aber ein Umsatzplus von 9 Prozent und 222 Millionen Euro vor. Das Ziel von Steuerchef Klaus Schmidt, zur Nummer Eins Deutschlands in Sachen Steuerberatung aufzusteigen, wurde damit für dieses Jahr verfehlt.

Prüferrotation: Die Würfel fallen neu

Mit 4,1 Prozent und 798,1 Millionen Euro wuchs auch das Prüfungsgeschäft bei PwC. Mit Allianz, Hannover Rück und BMW kamen bereits einige neue, attraktive Prüfmantate hinzu, ab kommendem Jahr folgen Fresenius, Fresenius Medical Care, HeidelbergCement und Henkel. Es stehen weiterhin noch Ausschreibungen anderer Dax-Konzerne aus. Im Zuge der gesetzlichen Prüferrotation verliert PwC allerdings auch wichtige Mandanten an die Konkurrenz − beispielsweise Bayer, Covestro, Deutsche Post, Deutsche Telekom, E.on, Lufthansa, RWE und Volkswagen.

Wachstumstreiber bleibt bei PwC weiterhin die Unternehmensberatung mit einem Umsatz von 903,8 Millionen Euro. Damit ist der Geschäftsbereich um 5,3 Prozent gewachsen. Obwohl die Gesamtleistung stieg, wuchs er allerdings im Vergleich zum Vorjahr deutlich langsamer. 

Weltweit investierte PwC drei Milliarden Dollar, um ihr Geschäftsmodell mit Hilfe von robotergesteuerter Prozessoptimierung, künstlicher Intelligenz und Blockchain weiter zu digitalisieren. In Deutschland lag der Investitionsfokus mit 152 Millionen Euro auf der Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, insbesondere für digitale Kompetenzen.

Auch weltweit kann PwC seinen Umsatz steigern und wächst mit 7 Prozent in lokaler Währung auf 42,4 Milliarden Dollar. Die globale Mitarbeiterzahl stieg nach 25.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen auf rund 276.000 Angestellte, davon sind rund 12.000 in Deutschland tätig. (Esra Laubach)

  • Teilen