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19.12.2019

Karriere: Unternehmen sind die beliebtesten steuerlichen Arbeitgeber

Die Ergebnisse der Steuerexperten-Umfrage zeigen: Den perfekten Arbeitgeber gibt es nicht. Auch unter den beliebtesten Arbeitgebern gibt es immer auch Nachteile, sei es bei Karrierechancen, Gehalt oder Work-Life-Balance. Und viele profitieren vor allem von ihrem Ruf.

Die berühmt-berüchtigte „eierlegende Wollmilchsau“, also den Arbeitgeber, der neben bestem Gehalt und Aufstiegschancen auch Internationalität und eine gute Work-Life-Balance bietet, die gibt es noch nicht einmal bei den 25 beliebtesten Arbeitgebern, die JUVE Steuermarkt auf Basis der JUVE-Steuerexperten-Umfrage identifiziert hat.

Zum Beispiel bei den Unternehmen: In der Steuerexperten-Umfrage wurden sehr viele Konzerne zu den beliebtesten Arbeitgebern gewählt. Und tatsächlich: Unternehmen punkten, zumindest auf dem Papier, mit einem guten Gehalt und einem sicheren Arbeitsplatz, ohne sich gleichzeitig dem Umsatzdruck in den Beratungsgesellschaften aussetzen zu müssen. Viele, vor allem große Konzerne, haben dazu beispielsweise Betriebskindergärten und andere Vorzüge, die für alle Mitarbeiter des jeweiligen Konzerns aufgesetzt wurden, automatisch auch für die Steuerfunktion mit im Angebot.

Und: Unternehmen haben einen hervorragenden Ruf. Sie sind, wie zum Beispiel Adidas, Daimler, VW oder Audi, schon aufgrund ihrer Markenstärke unter Steuerexperten bekannt und beliebt – ganz unabhängig von den tatsächlichen Arbeitsbedingungen in der Steuerfunktion. Denn dort ist auch nicht alles eitel Sonnenschein: Vielmehr monieren die Teilnehmer der Steuerexperten-Umfrage unter anderem schlechte Karrierechancen und wenige strukturierte Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Kein Wunder, sind Steuerfunktionen doch in der Regel deutlich kleiner und mit weniger Hierarchiestufen ausgestattet, und bei den vergleichsweise überschaubaren Einstellungszahlen in den Unternehmen lohnen sich ausgefeilte Karrieremodelle in der Regel nicht.

Hier kommen die Beratungsgesellschaften und insbesondere die Big Four ins Spiel: Was Karriere und Ausbildung angeht, kann zum Beispiel kaum jemand den Big Four das Wasser reichen. PwC leistet sich sogar eigens für das Verrechnungspreisteam ein europaweites Fortbildungsprogramm mit Stationen an anderen Standorten und einem persönlichen Mentor. Deloitte schickt ihre Mitarbeiter gern zur hauseigenen University, und auch KPMG oder EY stehen dem Angebot im Grunde in nichts nach.

Dass man bei einer Big Four nach wie vor Karriere machen und international arbeiten kann, erkennen die Teilnehmer der Umfrage auch immer wieder an. Das ist auch der große Vorteil der Big Four gegenüber den anderen großen Beratungshäusern: Auch wenn sie, wie beispielsweise BDO, Secondments an weltweiten Standorten anbieten – mit dem weltweiten Ruf der Big Four können sie nur schlecht mithalten.

Bei den größten Beratungshäusern hapert es am Ende am Gehalt, häufig in Kombination mit einer doch recht hohen Arbeitsbelastung. Was die Zufriedenheit mit der Bezahlung angeht, liegen mit PwC und KPMG sogar gleich zwei der Big Four auf den hintersten Plätzen, bei den anderen Beiden sieht es nicht viel besser aus. Mit den Gehältern liegen die Beratungshäuser ebenfalls deutlich hinter den Unternehmen. (Catrin Behlau)

Arbeitgeber

Rangfolge Beliebtheitsfaktor

Bosch

3,50

BMW 3,35
Deutsche Lufthansa 3,33
Siemens 3,31
Volkswagen 3,31
SAP 3,21
Audi 3,21
Adidas 3,17
Flick Gocke Schaumburg 3,13
Daimler 3,11
Allianz 3,06
KMLZ 2,92
Bundeszentralamt für Steuern 2,92
WTS 2,91
Linklaters 2,84
Rewe 2,76
Ebner Stolz Mönning Bachem 2,75
Baker Tilly 2,66
Deutsche Bahn 2,65
PricewaterhouseCoopers 2,58
BDO 2,54
Deloitte 2,48
Ernst & Young 2,41
Rödl & Partner 2,38
KPMG 2,21

 

Was Steuerexperten an den 25 beliebtesten Arbeitgebern schätzen, was diese an Karriereperspektiven bieten und wie die JUVE Steuermarkt-Redaktion die beliebtesten Arbeitgeber genau ermittelt hat, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe JUVE Karriere Steuern

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