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27.01.2020

Abgänge: Freshfields-Steuerrechtspraxis verliert Berater an KPMG und Fieldfisher

Zum Jahreswechsel hat die Steuerrechtspraxis der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer zwei ihrer Counsel an Wettbewerber verloren. Andre Happel ist Mitte Januar als Partner bei Fieldfisher in Frankfurt eingestiegen. Der 40-Jährige soll für die britische Kanzlei eine Steuerrechtspraxis aufbauen. Zudem steigt Ayk Meretzki (41) zum Februar als Partner bei KPMG in Hamburg ein. Dort verstärkt er das Team für Transaktionssteuern.

Andre Happel

Andre Happel

Happel begann seine berufliche Laufbahn vor knapp neuneinhalb Jahren bei der Magic-Circle-Kanzlei. Bei Fieldfisher ist er der erste Partner im Steuerrecht. Die Kanzlei mit Sitz in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München ist im hiesigen Markt vor allem für die rechtliche Beratung im Finanz- sowie im Technologiesektor bekannt.

Das Frankfurter Büro hatte Fieldfisher erst vor gut zwei Jahren mit einem Bankrechtsteam von Norton Rose eröffnet. Nun will sie von dort aus auch das Steuerrecht aufbauen, „um Schlüsselbereiche mit wachsender Mandantennachfrage abzudecken“, wie es dazu in der Pressemitteilung heißt. Happel ist vor allem auf steuerliche M&A-Transaktionen und Restrukturierungen sowie auf Fragen des nationalen und internationalen Unternehmensteuerrechts spezialisiert.

Meretzki steigt bei KPMG in Hamburg ebenfalls als Partner ein. Er begann seine anwaltliche Laufbahn im Jahr 2009 bei der Kanzlei Alpers & Stenger, bevor er im Jahr 2010 schließlich zu Freshfields wechselte. Meretzkis Schwerpunkte liegen in der steuerlichen Begleitung von Transaktionen, Distressed M&A, Restrukturierungen und Konzernreorganisationen. Entsprechend wird er bei der Big-Four-Gesellschaft Teil des Deal Advisory M&A-Tax-Teams, das seit drei Jahren von dem Frankfurter Partner Lars Mahler geleitet wird. Das Team umfasst dann rund 100 Mitarbeiter, von denen 11 Partner und rund 50 weitere Berufsträger sind.

Ayk Meretzki

Ayk Meretzki

Dem Vernehmen nach sind die beiden Abgänge nicht als Folge einer möglichen Verschlankung der Freshfields-Steuerrechtspraxis zu verstehen, wie sie etwa die direkte Wettbewerberin Linklaters laut eigenen Angaben seit einiger Zeit vollzieht. Sowohl Happel als auch Meretzki sind erst im März 2019 zu Counseln bei Freshfields ernannt worden. Ein Aufstieg in die Partnerschaft war demnach − jedenfalls mittelfristig − eher unrealistisch.

Außerdem hätten die Abgänge nichts mit den jüngsten Ereignissen um Ulf Johanemann zu tun, heißt es. Im Dezember 2019 erhob der Generalstaatswanwalt gegen den ehemaligen Leiter der weltweiten Steuerrechtspraxis von Freshfields sowie sechs weitere Beschuldigte Anklage wegen Steuerhinterziehung in Mittäterschaft im Zusammenhang mit den Cum-Ex-Geschäften der Maple Bank. Trotzdem ist der Cum-Ex-Komplex um Johannemann auch bei Personalwechseln ein Thema für die Branche. Jedenfalls betonte Fieldfisher in ihrer Pressemitteilung, dass Happel „zu keinem Zeitpunkt im Bereich Cum-Ex oder Cum-Cum beraten“ hat. (Daniel Lehmann)

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