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01.04.2020

Endlich amtlich: Mazars gewinnt großes WTS-Team für Köln

Mit über 20 steuerlichen Beratern geht Mazars heute in Köln an den Start. Fast alle stammen aus dem örtlichen Büro von WTS, darunter auch vier neue Partner. Zudem schlossen sich auch zwei WTS-Partner in München dem dortigen Sitz von Mazars an.

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Stefan Hölzemann

Wie JUVE Steuermarkt bereits im vergangenen November berichtet hatte, bildet den Anker der WTS-Abgänger der langjährige Partner, Kölner Niederlassungsleiter und Leiter der transaktionssteuerlichen Praxis von WTS, Stefan Hölzemann. Während der 54-Jährige schon seit Januar bei Mazars in München tätig ist, stößt der größte Teil der Truppe erst jetzt dazu. Allerdings stehen die Wechsel schon seit langem fest. Die Partnerkündigungen waren bei WTS Ende September 2019 erfolgt.

In Köln formiert sich das über 20-köpfige Team um die bisherigen WTS-Partner Thomas Dennisen (49), Bernd Keller (44) und Frank Lüpges (52). Hinzu kommt der Steuerberater Michael Mohr (37), der bei WTS Senior Manager war und bei Mazars als Partner einsteigt. Alle sind im weitesten Sinne auf Konzern- und Transaktionssteuern fokussiert.

Hinter den Partnern reihen sich als Director der Steuerberater Marcus Wolf sowie als Senior Manager der bisherige Leiter der Steuerabteilung von Galeria Kaufhof, Christoph Kohlen, ein. Dieser ist bereits seit vergangenen Oktober bei Mazars tätig. Ergänzt werden sie durch fünf weitere Senior Manager.

Verstärkung auch in München

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Axel Löntz

Neben Hölzemann beginnt in München mit dem heutigen Tag auch Dr. Axel Löntz als Partner bei Mazars. Der 46-Jährige ist anders als der Rest der neuen Kollegen eher auf Fonds- bzw. Private-Equity-Steuern ausgerichtet. Unter anderem beriet er laufend die WTS-Stammmandantin Siemens bei Fonds-Investments.

Für Mazars ist das neue Team ein echter Schritt nach vorne. Zum einen stärkt die Next-Ten-Gesellschaft damit ihre Aufstellung im Rheinland erheblich. Bisher waren es vor allem die Büros in Berlin, Hamburg und Frankfurt, die steuerlich den Ton angaben. Zum anderen hatte Mazars im Vergleich zu Wettbewerbern bei Konzernsteuern deutlichen Nachholbedarf.

Mit den Zugängen kann Mazars nun im deutschen und internationalen Unternehmenssteuerrecht, bei der Strukturierung und Begleitung von grenzüberschreitenden Transaktionen, bei Steuerverfahren, Tax Compliance sowie steuerlichen Fragen im Zusammenhang mit Private-Equity-Fonds Boden gut machen.

Business Partnering à la Mazars

Auffällig ist, dass Mazars nun offenbar auch plant, ins sogenannte Co-Sourcing einzusteigen, also sämtliche Aufgaben oder Teilaufgaben einer Konzern- bzw. Unternehmensteuerabteilung zu übernehmen. Damit schließt sich das Prüfungs- und Beratungsunternehmen nicht nur einem Markttrend an, den mittlerweile auch die Big Four für sich entdeckt haben, sondern wildert auch im Kerngeschäft von WTS. Das Beratungshaus hat das Outsourcing als sogenanntes Business Partnering in Deutschland hoffähig gemacht.

Allerdings ist das neue Mazars-Team – abgesehen von WTS-Urgestein Hölzemann sowie von Löntz – bei WTS nicht an vorderer Front im Business Partnering in Erscheinung getreten. Der Schritt stellt für Mazars also ein doppeltes Experiment dar. (Jörn Poppelbaum)

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