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23.04.2020

JUVE Steuermarkt exklusiv: Die 20 umsatzstärksten Steuereinheiten Deutschlands

Die 20 in der Steuerberatung umsatzstärksten Gesellschaften des Landes haben im Geschäftsjahr 2019 im Mittel knapp 10 Prozent mehr Einnahmen erzielt als im Vorjahr. Zusammengenommen kamen sie auf rund 2,75 Milliarden Euro.

Die Beratungshäuser, für die JUVE Steuermarkt für das Geschäftsjahr 2019 aktuelle Umsatzzahlen recherchieren konnte, verzeichneten in der Steuerberatung im Durchschnitt Zuwächse in Höhe von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Sieger war in dieser Disziplin Warth & Klein Grant Thornton. Mit einer Einnahmesteigerung von rund 37 Prozent auf 58,4 Millionen Euro (Vorjahr: 42,6 Millionen Euro) hat die Next-Ten-Gesellschaft im vergangenen Geschäftsjahr so stark zugelegt wie keine andere der 20 umsatzstärksten Steuereinheiten hierzulande. Indes: Der entscheidende Faktor für das Plus gegenüber 2018 ist die im März 2019 vollzogene Fusion mit dem Berliner Beratungshaus Trinavis. 

JUVE Umsatz Steuern 20

Wie nachhaltig die größten Häuser ihr Geschäft in den vergangenen Jahren betrieben haben, macht jedoch erst der Blick auf die Fünfjahreswertung deutlich. Mit Abstand am stärksten gewachsen sind die Steuerberatungsgesellschaft WTS sowie die steuerzentrierte Wirtschaftskanzlei Flick Gocke Schaumburg (FGS). Während WTS ihren steuerlichen Umsatz in den vergangenen fünf Jahren um satte 72,3 Prozent steigern konnte, kam FGS auf ein ebenfalls enormes Wachstum von 62,2 Prozent.

Doch zeigt das vergangene Jahr, dass so starke Steigerungen wie bei WTS und FGS die Ausnahme sind und bleiben werden – nicht nur wegen Corona. Denn wahr ist auch: Sieben der zehn größten Prüfungs- und Beratungsgesellschaften vermeldeten mehr Wachstum in anderen Beratungssegmenten als in der Steuerberatung. So wuchs nur bei KPMG, Flick Gocke Schaumburg und Rödl & Partner 2019 die Steuerberatung stärker als die Gesamtkanzlei. Bei allen anderen war es andersherum.

Drei der Big Four punkten jenseits der Steuerberatung

Beispiel Ernst & Young: Der Größte unter den hiesigen Steuerberatern legte vor allem bei der Rechts- und Transaktionsberatung zu. So erzielte die reine Rechtsberatung ein Plus von 22 Prozent, die Transaktionsberatung wuchs um 15,3 Prozent. Steuern kam gerade mal auf ein Plus von 1,9 Prozent. Bei der Entwicklung der allgemeinen und steuerlichen Transaktionsberatung zeigen sich laut EY-CEO Hubert Barth dagegen bereits erste Auswirkungen aus der Prüferrotation. Dies dürfte sich auch in Zukunft fortsetzen: So hat EY Volkswagen als neuen Prüfmandanten gewonnen − der Automobilkonzern war JUVE Steuermarkt-Informationen zufolge bislang jedoch einer der größten Steuerberatungsmandanten der Gesellschaft.

Auch bei PwC und Deloitte spielt die Musik derzeit nicht in der Steuerberatung. Wachstumstreiber bleibt bei beiden das Consulting-Geschäft. PwC verbuchte in der Unternehmensberatung einen Umsatz von etwas mehr als 900 Millionen – ein Plus von 5,3 Prozent –, bei Deloitte kommt die Sparte sogar auf knapp eine Milliarde Euro. Aber auch die Rechtsberatung wuchs bei PwC mit 9,5 Prozent überdurchschnittlich und kratzt nun an der 100-Millionen-Euro-Marke.

Und schließlich scheint auch für die so genannten Next Ten, also die Verfolger der Big Four, die Steuerberatung derzeit nicht das Allheilmittel. Beispielsweise legte Ebner Stolz um insgesamt mehr als 18 Prozent zu, in der Steuer- und Steuerrechtsberatung aber nur um 6 Prozent. (Daniel Lehmann, Jörn Poppelbaum)

Eine ausführliche Analyse zu Kennzahlen, Entwicklung und den unterschiedlichen Geschäftsmodellen der JUVE Top 20 lesen Sie im JUVE Handbuch Steuern 2020, das heute erscheint.

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