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15.04.2020

Mittelstand im Visier: WTS eröffnet mit Steuerteam von PwC in Nürnberg

Die schon seit Längerem angekündigte Mittelstandsoffensive von WTS nimmt konkrete Formen an: Seit Anfang des Monats betreibt die Steuerberatungsgesellschaft offiziell ein Büro in Nürnberg, das explizit auf die Beratung von Familienunternehmen fokussiert ist. Dafür wechselte ein achtköpfiges Team von PwC am Standort.

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Klaus Dumser

Geleitet wird das Team von dem bisherigen Director Klaus Dumser (45), der bei WTS in derselben Position begonnen hat. Dumser sowie der frühere PwC-Senior Manager Christian Schöler haben bereits zum Jahreswechsel bei WTS angeheuert, zum April ist ihnen nun ein aus zwei weiteren Senior Managern sowie drei Senior Consultants bestehendes Team gefolgt.

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Christian Schmidt

Hinzu kommt als of Counsel Prof. Dr. Christian Schmidt, der bei PwC in Nürnberg früher das „Kompetenzzentrum Internationales Steuerrecht Mittelstand“ geleitet hatte.

Vor allem Schmidt hat sich in der Region einen Namen gemacht. Er war vor rund acht Jahren von Deloitte mit einem rund 15-köpfigem Team zu PwC gewechselt und gilt als eine der „Steuerkoryphäen“ im lokalen Beratermarkt, an dessen Seite sich in den vergangenen Jahren auch der Partner Daniel Blöchle sowie Klaus Dumser viel Ansehen erarbeitet haben. Das Ergebnis: PwC galt in der Steuerberatung bis dato als die mit Abstand stärkste unter den Big Four in der Region.

Mittelstand im Schatten der Konzernberatung

WTS erhofft sich von den Zugängen dementsprechend, die Wahrnehmung vor allem im bayerischen Mittelstand zu verbessern. Das ursprünglich aus München stammende Beratungshaus steht traditionell für die laufende steuerliche Beratung einer Vielzahl von Konzernen und Finanzdienstleistern in Deutschland, etwa von Siemens, E.on, MAN, Allianz oder Sal. Oppenheim, der Mittelstand war jedoch lange nicht im Fokus.

Einen ersten Versuch in diese Richtung gab es bereits 2011 mit dem schnell gescheiterten Engagement des ehemaligen Namenspartners von Haarmann Hemmelrath, Prof. Alexander Hemmelrath. Mit dem Zugang des früheren bayerischen Finanzministers Georg Fahrenschon im vergangenen Jahr scheint die Initiative nun jedoch an Fahrt aufzunehmen.

Wie viele fachliche Mitarbeiter in der aktuell von zwei Partnern geleiteten Nürnberger Steuerabteilung von PwC verbleiben, und ob weitere Berater das Haus verlassen werden, wollte PwC nicht kommentieren. Dafür, dass hier diesbezüglich das letzte Wort nicht gesprochen ist, spricht indes, dass PwC jüngst den erfahrenen Kölner Partner Thomas Grammel als neuen Leiter Steuern und Recht nach Nürnberg beordert hat. Der 50-Jährige leitet bislang in Deutschland die steuerliche Beratung von Mandanten aus der industriellen Produktion und ist PwC-weit zentraler Relationship-Partner eines großen österreichischen Industrieunternehmens.

Insgesamt zählt die Big-Four-Gesellschaft in Nürnberg nach eigener Darstellung 140 Mitarbeiter, die „überwiegend für inhabergeführten Familienunternehmen im Einsatz sind und von der Prüfung über die Beratung zu Familienverfassung oder Nachfolgeregelung bis zu strategischen Fragestellungen“ beraten. (Jörn Poppelbaum, Daniel Lehmann)

Wir haben die Nachricht am 27.04.2020 aktualisiert.

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