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13.05.2020

Corona: Steuerexperten vertrauen dem Krisenmanagement ihrer Firma

Die Corona-Krise hat auch den Steuerberatermarkt erfasst. JUVE Steuermarkt hat daher Steuerexperten befragt, wie die Krise ihr Arbeitsleben beeinflusst. Der Tenor: Mit dem Management der Beratungshäuser sind die Teilnehmer zufrieden. Und viele spüren Veränderungen in der Work-Life-Balance und beim Gehalt.

Seit einigen Monaten hat sich die Arbeitswelt in den allermeisten Branchen maßgeblich geändert. Auch Steuerexperten spüren die Auswirkungen der Corona-Krise. Der größte Wandel war möglicherweise bei der Umstellung auf die Arbeit im Homeoffice zu verzeichnen: Laut der Umfrage von JUVE Steuermarkt hat die Hälfte aller befragten Steuerexperten seit Mitte März auf die Arbeit im Homeoffice umgestellt – unabhängig vom Status. Die meisten geben an, sich gut bis sehr gut auf die neue Situation eingestellt zu haben.

Die Belastung ist spürbar

Trotzdem: Die veränderten Arbeitsbedingungen beeinflussen die Work-Life-Balance, die sich während der Krise bei über der Hälfte aller Teilnehmer stark bis sehr stark geändert hat. Und immer noch rund ein Drittel nimmt leichte Auswirkungen auf die Work-Life-Balance wahr. Für manche ist die derzeitige Situation sogar ein wahrer Albtraum. „Die Nerven liegen blank. Homeoffice mit Kindern ist wirklich sehr anstrengend. Nur im Büro kann ich mich entspannen“, antwortet etwa ein Umfrageteilnehmer. Wohl auch deshalb suchen ein Drittel der Befragten den Ausgleich und wechseln zwischen Homeoffice und Büro.

Technische und menschliche Veränderungen

Insbesondere die Mitarbeiter der Big-Four-Gesellschaften arbeiten zum allergrößten Teil aus dem Homeoffice. Das liegt auch an der besseren technischen Ausstattung, die ihre Arbeitgeber vorzuweisen haben. Vor allem die Umfrageteilnehmer aus den Big-Four-Gesellschaften sowie den Inhouse-Abteilungen sehen sich für die Arbeit im Homeoffice gut gerüstet und haben in der Krise gar keine bis wenig Auswirkungen auf die IT-Ausstattung festgestellt. Doch der Großteil der Steuerexperten – über 40 Prozent – nimmt hingegen eine starke bis entscheidende Auswirkung der Krise auf das IT-Rüstzeug wahr.

Trotz des Fortschritts auf technischer Ebene schlägt sich der Druck, der auf allen Seiten durch die Krise entsteht, allem Anschein nach auch im Betriebsklima nieder: Rund 40 Prozent der Steuerexperten gaben an, starke bis sehr starke Auswirkungen auf das Betriebsklima zu erleben. Ein Experte berichtet etwa von schrumpfendem Teamzusammenhalt, wachsenden Egoismen und einer gestiegenen Bearbeitungsdauer von Aufträgen.

Zuversichtliche Stimmung

Zuversichtlichen Schrittes in die Zukunft

Das Gehalt bleibt bei über der Hälfte der Steuerexperten bislang unangetastet. Doch 43 Prozent gaben an, dass sie durch die Krise verursachte Veränderungen bei ihrem Gehalt wahrnehmen. Vermutlich schlagen sich hier die gestoppten Bonuszahlungen oder die einbehaltenen Partnerentnahmen nieder, vor allem bei großen Einheiten und Rechtsanwaltskanzleien wurde nach JUVE-Informationen bereits der Rotstift angesetzt. Doch abhängig vom Beratungssegment und der Kanzleistruktur können die Auswirkungen unterschiedlich sein. Und: „Auswirkungen werden sich zeitverzögert zeigen, wenn klar wird, ob Mandanten ihre Rechnungen noch bezahlen können“, so ein Umfrageteilnehmer.

Trotz trüber Stimmung gibt es auch Lichtblicke: Es herrscht eine hohe Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement des eigenen Unternehmens. Stolze 85 Prozent der Teilnehmer sind mit dem Management ihres Arbeitgebers im Umgang mit der Krise zufrieden bis sehr zufrieden. 

Die Befragten

Die JUVE Steuermarkt Corona-Umfrage zeigt zudem eine weitgehend sorglose Stimmung rund um den steuerlichen Arbeitsmarkt: Rund 58 Prozent der Steuerexperten blicken zuversichtlich in die Zukunft und sorgen sich nicht um ihren Arbeitsplatz oder ihre persönliche berufliche Zukunft. Ein Drittel sorgt sich zumindest ein wenig darum. (Esra Laubach)

 

JUVE Steuerexperten-Umfrage 2020

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