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03.09.2020

Private Equity: Branchen-Koryphäe Michael Kunz verlässt EY

Es ist das Ende einer Ära: Kurz vor Erreichen der Altersgrenze verlässt Michael Kunz, Steuerpartner bei Ernst & Young, die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ende September. Der 61-Jährige hatte den Bereich Private Equity bei EY für Deutschland, Österreich und die Schweiz viele Jahre geleitet und zu einem der Marktführer der steuerlichen PE-Beratung gemacht. Ein Team um EY-Partnerin Sandra Krusch tritt seine Nachfolge an.

Michael Kunz

Michael Kunz

In der Szene gilt Kunz als Guru, manche nennen ihn „Mr. Private Equity“. Der EY-Partner hat in den vergangenen Jahren zahllose große Deals steuerlich flankiert und den deutschen PE-Markt auf Beraterseite wesentlich mitgeprägt. Er beriet zum Beispiel Axa Private Equity (heute Ardian) bei der Übernahme des Homeshopping-Fernsehsenders HSE24 aus der Insolvenzmasse des Warenhaus- und Versandkonzerns Arcandor im Jahr 2009.

Zu seinen langjährigen Stammmandanten gehört auch die Partners Group. Kunz begleitete den Schweizer Finanzinvestor unter anderem im Jahr 2018 beim Kauf des Energiedienstleisters Techem – das Dealvolumen lag bei 4,6 Milliarden Euro. Zuletzt war Kunz für Partners Group tätig, als der Investor den Spielzeughersteller Schleich übernahm.

Karrierestart bei Andersen

Seine berufliche Laufbahn hatte Kunz im Jahr 1988 bei der Beratungsgesellschaft Arthur Andersen & Co begonnen. Dort betreute er große Projekte wie den Börsengang des Logistikers Jungheinrich Anfang der 1990er Jahre und war wesentlich am Aufbau eines PE-Teams beteiligt. Als Andersen im Zuge des Enron-Skandals im Jahr 2002 in Deutschland mit EY fusionierte, blieb der Berater an Bord. Ebenso das PE-Team, das er über die Jahre weiter ausbaute. Mittlerweile gilt EY als Marktführer in der steuerlichen Beratung des PE-Sektors. Eine Position, die zu einem großen Teil Kunz zu verdanken ist.

Bereits Mitte Juli hatte Kunz via Linkedin seinen Rücktritt als GSA PE Leader bei EY bekanntgegeben und in diesem Zuge EY-Partnerin Sandra Krusch als seine Nachfolgerin für den Posten benannt. Krusch und Kunz arbeiten seit Jahren eng zusammen und berieten zum Beispiel aufseiten der Beteiligungsgesellschaft H.I.G. Capital Europe, als diese die Mehrheit an der Aktiengesellschaft Conet Technologies von der Prudentia Holding erwarb.

Bekannte Nachfolger

EY verliert mit Kunz seinen erfahrensten Transaction-Tax-Partner am Standort Eschborn. Indes hat Kunz über die Jahre ein starkes PE-Team aufgebaut, namhafte Berater rücken an seine Stelle. Neben Krusch treten unter anderem Alexander Reiter, Managing Partner Private Equity Tax for Europe, Middle East, India and Africa (EMEIA), und der im Markt sehr anerkannte Florian Ropohl, Partner Transaction Tax, die Nachfolge der PE-Koryphäe an.

Was Kunz selbst nach dem 30. September vorhat, steht noch nicht fest. Nach eigenen Angaben wird er aber „sicherlich weiter im PE-Umfeld tätig sein.“ (Annika Janßen)

Ein großes Porträt über Michael Kunz lesen Sie in der September/Oktober-Ausgabe des JUVE Steuermarkt, die am 7. September erscheint.

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