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08.10.2020

Es läuft: WTS wächst erneut zweistellig

Die Steuerberatungsgesellschaft WTS hat im vergangenen, zum 30. Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019/20 einen Gesamtumsatz von 168,5 Millionen Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Wachstum von 11 Prozent. In der Steuerberatung kam WTS auf 140,3 Millionen Euro, was ebenfalls ein Umsatzplus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Fritz Esterer

Fritz Esterer

Der größte Wachstumstreiber war laut WTS erneut die Beratung im Digitalbereich. Hier beschäftigte die Gesellschaft vor allem die Implementierung und Beratung bei Tax-Accounting- und Tax-Compliance-Projekten für große, international tätige Konzerne. „Große Unternehmen nutzen ja nicht nur ein SAP-System, sondern hunderte“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Fritz Esterer gegenüber JUVE Steuermarkt. „Hier begleiten wir sowohl unsere Stammmandanten als auch neu hinzugewonnene Unternehmen bei der Realisierung steuerlicher End-to-End-Prozesse.“ Themen wie Data Analytics und KI würden WTS in Zukunft immer mehr beschäftigen.

Zudem hätten vor allem Spezialdisziplinen wie Umsatzsteuern, Verrechnungspreise und Betriebsstättenberatung stark zum Umsatz in der Steuerberatung beigetragen. Corona habe auf den Umsatz bislang weniger Auswirkungen gehabt als erwartet. „Unser Business-Partnering-Geschäft hilft uns hier natürlich ein Stück weiter, weil es sehr stabil ist und auf langjährigen Verträgen fußt“, sagte Esterer. Wie keine andere Beratungsgesellschaft steht WTS für die teilweise oder komplette Übernahme von Inhouse-Steuerfunktionen, dem sogenannten Business Partnering. E.on und Allianz gehören zu den prominentesten Kunden.

Kölner Abgänge ohne Bremswirkung

Trotz der positiven Entwicklung musste WTS im vergangenen Geschäftsjahr auch einige Rückschläge hinnehmen. So hat sich nahezu das komplette Steuerteam am Standort Köln zum Jahresbeginn von der Beratungsgesellschaft verabschiedet. Der damalige Niederlassungsleiter Stefan Hölzemann schloss sich gemeinsam mit den Partnern Thomas Dennisen, Bernd Keller und Frank Lüpges der Wettbewerberin Mazars an. Die Tax-Technology-Partner Andreas Homrighausen und Stephanie Kenfenheuer wechselten zu Ernst & Young (EY).

Auf den Umsatz haben die Weggänge laut WTS jedoch keine Auswirkungen gehabt. „Der Kölner Standort hat sich sehr gut entwickelt, und wir konnten ihn schnell wieder auf- und ausbauen“, erklärte Esterer. Im Mai hat sich der ehemalige KMPG- und Corporate-Tax-Partner Jens Krechel WTS angeschlossen. Er ist der Nachfolger Hölzemanns.

Mittelstandsoffensive

Der Aderlass in Köln war eine Ausnahme: Bundesweit expandierte WTS zuletzt. Im April wurde bekannt, dass die Gesellschaft mit ehemaligen Beratern von PricewaterhouseCoopers (PwC) ein Büro in Nürnberg eröffnet. Im nun laufenden Geschäftsjahr kam zudem der Standort in Hannover hinzu. Darüber hinaus wird die Gesellschaft im Oktober ein Büro in Rosenheim in der Nähe von München eröffnen. Alle drei Standorte stehen vor allem für die seit Jahren geplante und nun stärker in Angriff genommene Mittelstandsoffensive.

Auch auf Vorstandsebene hat sich zuletzt einiges getan. Neben Esterer und Franz Prinz zu Hohenlohe sind nun zwei weitere Berater in das Führungsgremium der Gesellschaft eingestiegen. Bereits im März stieß Johannes Krabichler von BSH Hausgeräte als Chief Financial Officer (CFO) zu WTS. Und mit Beginn des neuen Geschäftsjahres rückte der Düsseldorfer Partner und Umsatzsteuerspezialist Jürgen Scholz in den Vorstand auf. „Mit der jetzigen Konstellation haben wir alle relevanten Bereiche nun auch im Vorstand abgedeckt“, sagte Esterer. (Daniel Lehmann)

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