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19.11.2020

Umsatzzahlen: PwC macht Minus in der Steuerberatung

PricewaterhouseCoopers (PwC) hat nach Deloitte als zweite der Big-Four-Gesellschaften ihre Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2019/20 vorgelegt. Im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftete PwC eine Gesamtleistung von 2,35 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,5 Prozent entspricht. Damit wuchs die Gesellschaft wesentlich schwächer als in den Jahren davor. Das gilt auch für die Steuer- und Rechtsberatung. Hier erzielte PwC eine Gesamtleistung von 569,5 Millionen Euro (Vorjahr: 565,5 Mio. Euro), was einer Steigerung von 0,7 Prozent entspricht.

Klaus Schmidt

Klaus Schmidt

Die Gesamtleistung zieht im Gegensatz zum Umsatz noch nicht abgeschlossene Beratungsleistungen mit ein. In ihrer Pressemitteilung verbuchte die Big-Four-Gesellschaft das magere Wachstum in der Steuer- und Rechtsberatung trotzdem als Erfolg. „Vor allem steuerliche Fragestellungen im Gebiet der Verrechnungspreise und der indirekten Steuern sowie maßgeschneiderte Angebote für Mandanten des Mittelstands waren das Fundament des Erfolgs im Bereich der Steuerberatung“, heißt es dort.

Tatsächlich kommt PwC in der Steuerberatung gar auf ein Minus. Denn schaut man sich Recht und Steuern gesondert an, ergibt sich folgendes Bild: Der Rechtsberatungsarm PwC Legal erwirtschaftete zuletzt eine Gesamtleistung von 103,1 Millionen Euro (Vorjahr: 96 Millionen Euro), was einem Plus von 7,4 Prozent entspricht. Entsprechend kommt PwC in der Steuerberatung nur auf eine Gesamtleistung von 466,4 Millionen Euro (Vorjahr: 469,5 Millionen Euro); ein Rückgang von 0,67 Prozent. Ein Ergebnis, das vor allem Steuerchef Klaus Schmidt nicht schmecken dürfte, ist doch das erklärte Ziel bei seinem Amtsantritt gewesen, zur Nummer Eins in der Steuerberatung aufzusteigen.

Zwar hat der derzeitige Steuer-Primus Ernst & Young (EY) seine aktuellen Umsatzzahlen noch nicht veröffentlicht. Doch bereits im Geschäftsjahr 2018/19 kam der Wettbewerber auf einen Steuerumsatz von 650 Millionen Euro. Und auch die Verfolgerin KPMG konnte 2018/2019 immerhin bereits 415 Millionen Euro Umsatz in der Steuerberatung melden.

Grund für die schwache Performance ist laut der Pressemitteilung von PwC die Corona-Krise. „Nach einem sehr erfolgreichen Start wurden ab März 2020 aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bei Kunden Projekte verschoben, reduziert oder gar gestoppt, was sich insbesondere auf die Geschäftsbereiche der Steuer- und Unternehmensberatung ausgewirkt hat.“

Tatsächlich verzeichnete auch die mittlerweile stärkste Service Line ein Umsatzminus: In der Unternehmensberatung kam PwC im abgelaufenen Geschäftsjahr auf eine Gesamtleistung von 839 Millionen Euro (minus 2 Prozent).

Einzig in ihrem Kerngeschäft – Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahen Dienstleistungen – konnte PwC einen ordentlichen Schub nach vorne machen. Hier erwirtschaftete die Big-Four-Gesellschaft eine Gesamtleistung von 839 Millionen Euro, was einem Plus von 5,1 Prozent entspricht. PwC zählte neben EY als große Gewinnerin der verpflichtenden Prüferrotation – jedenfalls bis zum Wirecard-Skandal. (Daniel Lehmann)

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