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01.02.2021

Nächster Streich: RSM eröffnet mit PwC-Partner in Hannover

Zum Jahreswechsel hat RSM ein weiteres neues Büro eröffnet, diesmal in Hannover. Standortleiter wurde der bisherige PricewaterhouseCoopers-Partner André Bödeker. Die multidisziplinäre Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft wird am neuen Standort zunächst einen Fokus auf den Versicherungssektor legen.

André Bödeker

André Bödeker

Dass RSM bereits zum Jahreswechsel in Hannover an den Start gehen könnte, kam offenbar sogar für die Gesellschaft selbst überraschend. Ursprünglich wollte man im Juli eröffnen. Dadurch gewinnt RSM nun jedoch Zeit, um den Teamaufbau anzugehen. Perspektivisch soll dies ab März geschehen.

Mit dem neuen Standort erweitert RSM ihr Leistungsportfolio um eine von RSM bisher wenig beackerte Branche: den Versicherungssektor. Hier hat der neue Standortleiter, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer André Bödeker, in den vergangenen mehr als 20 Jahren als Abschlussprüfer und in der prüfungsnahen Beratung gewirkt und verfügt über gute Kontakte in die Versicherungsszene vor Ort, aber auch zu berufsständischen Versorgungswerken sowie zu Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung.

Diesen Sektor soll er auch für die bundesweite RSM-Ebene aufbauen. Künftig soll der Hannoveraner Standort im RSM-Verhältnis einen höheren Beratungsanteil aufweisen. „Insbesondere kleinere Versicherungen verfügen nicht über eigene Steuer- oder Rechtsabteilungen und sind daher offener für eine ganzheitliche Beratung. Ihnen wollen wir einen möglichst umfassenden Service in Beratung und Prüfung anbieten“, so André Bödeker. Neben dem Branchenschwerpunkt wird auch das vollumfängliche Angebot von RSM am Standort beraten werden.

RSM hat allerdings auch schon längerfristige Pläne geschmiedet: „Wir möchten uns nach einer Startphase auch mit einem Team für das Mandatssegment ‚lndustrial Services‘ verstärken“, gibt Santosh Varughese, Mitglied des Management Committee von RSM in Deutschland, einen Ausblick. Letztlich sehe er die Option, am Standort Hannover auch das Segment ‚Non Profit‘ aufzubauen. Mittelfristig sei eine Belegschaft von 30 Personen in Hannover realistisch.

Dynamischer Markt

Die niedersächsische Hauptstadt wird zunehmend zum spannenden Wirtschaftsstandort für größere mittelständische Beratungshäuser, die sich mit dem Markt bislang noch schwergetan haben. Alteingesessene Platzhirsche wie KSB Intax und Deloitte beherrschen weiter den Markt. Doch dynamisch zeigte sich zuletzt auch KPMG, die in den vergangenen zwei Jahren personell nennenswert gewachsen sind. Zuletzt sah auch WTS Hannover als wichtigen Baustein ihrer Ausbaustrategie – ähnlich wie nun RSM.

Mit Hannover ist RSM nun an 17 deutschen Standorten präsent und baut insbesondere die steuerliche Beratung mittelständischer Mandanten weiter aus. Aufgrund der Standortnähe war das Bremer Büro unter RSM-Partner Rolf Mählmann federführend beim Aufbau des Hannoveraner Büros.

Kontinuierlicher Ausbau

Erst im vergangenen November hat RSM einen neuen Standort in Mannheim eröffnet. Die MDP-Gesellschaft hatte im Spätsommer 2017 ihr Deutschland-Geschäft auf eine Gesellschaft zentralisiert und sich damit von der loseren Zusammenarbeit verschiedener unabhängiger Kanzleien unter der Dachmarke RSM verabschiedet. Im November 2018 tat das neu aufgestellte Prüfungs- und Beratungshaus dann einen ersten wichtigen Expansionsschritt, als es das rund 90-köpfige Frankfurter Team von PKF Fasselt Schlage übernahm. Anfang 2019 kamen weitere neun Berater von der Kanzlei FSU Steuer-Union Frankfurt hinzu.

Insgesamt beschäftigt RSM in Deutschland über 600 Personen, darunter mehr als 200 Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer. Der Jahresumsatz lag 2019 bei 77,9 Millionen Euro, 41 Prozent davon entfielen nach Recherchen von JUVE Steuermarkt auf die Steuerberatung. 2020 sei die Gesellschaft nochmals stark gewachsen, heißt es bei RSM. (Esra Laubach)

 

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