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12.02.2021

Umsatz: Mazars wächst stark bei Steuern und Recht

Mazars hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2019/20 um 15,1 Prozent auf 181,8 Millionen Euro (Vorjahr: 158 Millionen Euro) gesteigert. Damit setzt sich die Next-Six-Gesellschaft noch ein Stück weiter von ihrer unmittelbaren Verfolgerin Warth & Klein Grant Thornton ab und dürfte somit die Nummer Neun unter Deutschlands größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften bleiben. Besonders starke Wachstumsraten verzeichnete Mazars in der Steuer- und der Rechtsberatung.

Christoph  Regierer

Christoph Regierer

Allein in der Steuerberatung (einschließlich Accounting und Outsourcing Services) kam Mazars im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. August 2020 endete, auf einen Umsatz von 81,8 Millionen Euro (Vorjahr: 69,4 Millionen Euro), was einem Plus von 21,7 Prozent entspricht. Noch haben nicht alle Gesellschaften und Kanzleien ihre Umsätze offen gelegt. Doch Mazars dürfte damit auf Platz zehn der größten und von JUVE Steuermarkt exklusiv publizierten Steuereinheiten hierzulande bleiben. Die Nummer neun, BDO, kam bereits im Vorjahr auf einen Umsatz von mehr als 88 Millionen Euro.

Zum Mazars-Umsatz beigetragen haben vor allem Fusionen sowie Neuzgänge. Zum Januar 2020 schloss sich die Stuttgarter WP- und Steuerberatungsgesellschaft Lohrmann Riehle Lätsch Durach & Partner mit einem rund 60-köpfigem Team dem vor Ort ansässigen Mazars-Büro an. Im April 2020 wechselten mehr als 20 steuerliche Berater von WTS zum Kölner Mazars-Standort, darunter der bisherige Standortleiter und Transaktionsspezialist Stefan Hölzemann. Zudem schlossen sich zwei weitere WTS-Partner in München dem dortigen Sitz von Mazars an.

„Die Neuzugänge haben uns natürlich einen ordentlichen Wachstumsschub gegegen“, sagte Dr. Christoph Regierer, Managing Partner von Mazars, gegenüber JUVE Steuermarkt. „Um diese bereinigt sind wir aber auch organisch gewachsen, um rund fünf bis sechs Prozent.“ Grund für das organische Wachstum seien neue Prüfungs- und Beratungsmandate gewesen.

Großer Schritt auch in der Rechtsberatung

Auch in der Rechtsberatung hat die Gesellschaft einen großen Schritt gemacht. Hier erwirtschaftete sie im abgelaufenen Geschäftsjahr 15,8 Millionen Euro (Vorjahr: 11,4 Millionen Euro), was einem Umsatz von satten 37,4 Prozent entspricht. Und auch wenn das Wachstum von einem niedrigen Niveau kommt, betonte Regierer die wachsende Bedeutung des klassischen Wirtschaftsrechts für die Gruppe. „Die Rechtsberatung hat uns vor allem in den Krisenmonaten sehr geholfen. Hier kamen viele Anfragen aus den Bereichen Finanzierung und Arbeitsrecht, die dann wiederum zum Einfallstor für die Steuerberatung und die Beratung in Financial Advisory Services (FAS) wurden“, so Regierer.

Im klassischen Consultinggeschäft (inklusive FAS) wuchs Mazars um 31 Prozent auf 18,6 Millionen Euro (Vorjahr: 14,2 Millionen Euro). In der Wirtschaftsprüfung, dem nach der Steuerberatung nach wie vor zweitgrößten Geschäftsbereich, kam die Next-Six-Gesellschaft immerhin auf ein Plus von knapp 4 Prozent und steigerte den Umsatz auf 65,7 Millionen Euro (Vorjahr: 63,1 Millionen Euro). „Das Prüfungsgeschäft ist und bleibt für uns ein wichtiges Standbein, vor allem im Hinblick auf unsere Ambitionen, den multidisziplinären Ansatz noch weiter zu schärfen“, sagte Regierer gegenüber JUVE Steuermarkt.

Stefan Hölzemann

Stefan Hölzemann

Konkret will sich Mazars vor allem in der disziplinübergreifenden und stark von der Steuer- sowie der Rechtsberatung getragenen Public-Sector-Beratung verstärken. Zuletzt hatte sich unter anderem der Steuerberater, Rechtsanwalt sowie Health-Care-Spezialist Dr. Alexander Becker von KPMG dem Berliner Büro angeschlossen. Mazars kündigte weitere Zugänge in den Bereichen Gesundheit sowie Energie an.

Die Weichen für das Wachstum soll vor allem das vierköpfige Management Board stellen, dem auch Regierer angehört. Neu ins Bord gewählt wurde Stefan Hölzemann. Erst gestern hatte die Partnerschaftsversammlung getagt und entschieden, dass sich der Ex-WTS-Berater auf Vorstandsebene um den Geschäftsbereich Steuern kümmern soll. Hölzemann folgt damit auf den Berliner Berater Dierk Lemmermann. Dem Bord gehören neben Hölzemann und Regierer noch Pierre Zapp (verantwortlich für Audit, FAS und Consulting) sowie Tatjana Ellerbrock (verantwortlich für Recht) an. (Daniel Lehmann)

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