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15.04.2021

Finanzsteuern: PwC gewinnt Outsourcing-Partner von KPMG

Die steuerliche Beratung von Finanzinstitutionen bleibt angesichts zunehmender Auslagerungstendenzen in der Branche ein attraktives Feld – entsprechend flott dreht sich das Personalkarussell. Jetzt hat PricewaterhouseCoopers (PwC) mit Marcel Tschatsch einen der vielversprechendsten Jungpartner in diesem Segment geholt. Der 36-Jährige kommt von KPMG und fängt im Oktober bei der Big-Four-Konkurrentin an.

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Marcel Tschatsch

Der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist seit Mitte 2018 bei KPMG in München und Frankfurt tätig gewesen und galt in der Service Line Financial Services Tax als „Partner auf der Überholspur“. Seit seinem Start bei KPMG befasste sich Tschatsch vor allem mit der steuerlichen Prozess- und Organisationsberatung von Finanzinstitutionen, unter anderem dem Outsourcing von Steuerfunktionen und der Implementierung und Zertifizierung von Tax Compliance Management Systemen. Seit Mitte 2020 fungierte er zudem als FS Tax Lead Europe für Global Compliance Management Services, also als eine Art Netzwerkkoordinator ohne Personalverantwortung für die operative Weiterentwicklung des Bereichs innerhalb des internationalen KPMG-Verbunds.

Schneller Aufstieg

Seine Laufbahn begonnen hatte Tschatsch indes 2010 bei Ernst & Young (EY) , wo er ebenfalls schnell Karriere machte. So verbrachte er 2015 und 2016 zwei Jahre bei EY in London, wo er unter anderem den German Desk geleitet und als so genannter Chief of Staff im EMEIA Tax Leadership fungiert hatte, bevor als Senior Manager ins EY-Finanzsteuerteam nach München ging.

Bei PwC heuert Tschatsch innerhalb der von Markus Hammer geleiteten Financial Services Tax & Legal-Praxis im Bankensteuerteam als weiterer Partner an. Das Team war schon in den vergangenen Jahren mit bekannten sowie aufstrebenden Köpfen wie dem ehemaligen Steuerabteilungsleiter der DZ Bank, Christian Malisius, und dem früheren Hengeler Mueller-Counsel Mathias Link sukzessive gewachsen und zählt mit Tschatsch fünf Partner. Insgesamt sind in der FS-Abteilung 16 Partner und mehr als 180 Mitarbeiter tätig.

Gelingt es Tschatsch, auch unter seinem neuen Dach Outsourcing-Mandate bei Banken und anderen Finanzdienstleistern neu zu gewinnen, dürfte der Zugang ein echter Gewinn für PwC sein, die beim Thema Outsourcing im Markt noch ein Stück hinter KPMG wahrgenommen wird. KPMG stellt mit 18 Partnern und rund 240 Mitarbeitern die personell größte Spezialabteilung für Financial Services Tax.

Markt insgesamt dynamisch

Der Wechsel von Tschatsch fügt sich auch nahtlos in den größeren Rahmen des allgemeinen Marktgeschehens ein. Denn immer mehr Prüfungs- und Beratungshäuser legen im Bereich Finanzsteuern nach und haben hier vor allem den Fokus auf Outsourcing-Dienstleistungen gelegt. So rüstete WTS Anfang des Jahres mit dem Zugang des jungen, aber sehr anerkannten Directors Matthias Schmidt, der samt Team von Ernst & Young kam, in diesem Feld wieder auf, nachdem der langjährige Managing Partner Lothar Härteis die Kanzlei Anfang 2021 verlassen hatte.

Auch BDO und Ebner Stolz haben seit Anfang des vergangenen Jahres Teams für die steuerliche Beratung von Finanzhäusern mit erfahrenen Quereinsteigern aus den Big Four auf- oder ausgebaut. (Jörn Poppelbaum)

Mehr zu den Entwicklungen im Segment der finanzsteuerlichen Beratung sowie die Rankings der führenden Beratungshäuser finden Sie im gerade erschienenen JUVE Handbuch Steuern 2021.

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