Kanzleiausbau

Bryan Cave gewinnt Steuerpartner von GSK Stockmann

Die US-amerikanische Wirtschaftskanzlei Bryan Cave Leighton Paisner hat sich zum Jahreswechsel in Frankfurt mit dem Steuerpartner Heiko Stoll verstärkt. Stoll kommt von GSK Stockmann, wohin er erst zu Beginn letzten Jahres nach 13 Jahren bei der britischen Kanzlei Simmon & Simmons gewechselt ist.

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Heiko Stoll

Obwohl Stoll vor allem als Finanz- und Fondssteuerspezialist tätig ist, soll er bei Bryan Cave die Steuerpraxis insgesamt leiten und vor allem das Geschäft auf breitere Füße stellen. Für GSK wiederum ist der Weggang ein Verlust.

Für Bryan Cave ist der rasche Gewinn Stolls durchaus ein Glücksfall. Denn die Führung der Steuerpraxis war seit September 2021 durch den Weggang des bisherigen Leiters Stephan Krampe verwaist. Die Einheit stand mit dem verbleibenden Senior Associate ohne Partner da. Auch für Stoll könnte sich der Einstieg als vorteilhaft erweisen. Bei Bryan Cave findet der Partner eine engere Vernetzung in den US- sowie in den britischen Markt vor. Dort kann er vor allem an seine früheren, sehr international geprägten Tätigkeiten und Beratungsschwerpunkte bei Simmons & Simmons anknüpfen. Stoll wechselt zusammen mit einem Associate. Damit hat die Steuerpraxis bei Bryan Cave nun drei Berufsträger.

Stoll soll in seiner neuen Wirkstätte Bryan Cave die Steuerpraxis aber auch jenseits seines ehemaligen Simmons & Simmons-Schwerpunktes in den Finanz- und Fondssteuern auf- und ausbauen. Bei Simmons & Simmons hatte Stoll als erster deutscher Steuerpartner der Kanzlei vor allem Finanzinstitute, Asset Manager und institutionelle Investoren betreut sowie zu strukturierten Finanzierungen und Finanzprodukten beraten. Er hatte von 2012 bis Mitte 2020 sogar die Bank- und Finanzrechtspraxis der Kanzlei geleitet. So war Stoll unter anderem bei dem Simmons & Simmons Dauermandanten Frist State Investments (heute First Sentier Investors), einer australischen Investmentgesellschaft, die Vermögen und Fonds im Umfang von 157 Milliarden Euro verwaltet, seit 2013 in der Strukturierung u.a. von Infrastrukturfonds engagiert. 

Wie GSK Stockmann hat auch Bryan Cave Leighton Paisner einen Schwerpunkt in der Beratung des Immobilienwirtschaftsrechts. Bryan Cave hatte im September mit dem Weggang von Stolls Vorgänger Krampe einen gehörigen Aderlass zu verkraften. So verließen noch zwei weitere Partner die Kanzlei. Die US-Kanzlei Rimôn Falkenfort hatte neben Krampe auch den Bank- und Finanzaufsichtsrechtler Dr. Bernd Geier und den Arbeitsrechtler Michael Magotsch für die Gründung eines zweiten Standorts in Deutschland neben Berlin gewinnen können. Der ehemalige Managing Partner von Bryan Cave, Roland Fabian, ist zwar selbst ebenfalls Steuerrechtler, konzentriert sich aber ganz auf das für die Kanzlei so zentrale Immobiliengeschäft.

Dämpfer für GSK

„Heiko Stoll sehen wir als die Allzweckwaffe, nach der wir sehr lange gesucht haben“, sagte Carsten Bremer, Partner in Charge und damit für die Kanzleiführung in Deutschland verantwortlich. Denn Stoll könne, so Bremer weiter, einerseits die Immobilientransaktionen der Kanzlei steuerlich flankieren, andererseits auch die gesamte Bandbreite der Fonds- und Finanzsteuern, der Fondsstrukturierung und der steuerlichen Transaktionsberatung abdecken. Bremer hoffe dadurch gerade für internationale Mandanten in Deutschland insgesamt interessanter zu werden – auch und gerade für Themen jenseits von Real Estate. Besonders im Auge habe man dabei die großen internationalen Investoren und Asset Manager, die Bryan Cave Leighton Paisner zwar schon aus anderen Büros wie London heraus betreue, bei denen man in Deutschland aber noch nicht im gewünschten Umfang zum Zuge gekommen sei. 

Stoll war insgesamt nur ein Jahr bei GSK Stockmann. Nach seinem Weggang verbleiben hierzulande zwei Steuerpartner. Dr. Petra Eckl in Frankfurt und Dr. Dirk Koch in München, die ihrerseits ebenfalls auf Finanz- sowie auf Transaktionssteuern fokussiert sind. Die Pläne zum weiteren Ausbau der Steuerpraxis bei GSK haben durch den Wechsel von Stoll daher zunächst einen Dämpfer erhalten. „Wir bedauern den Weggang von Herrn Stoll sehr“, sagte der Managing Partner von GSK Stockmann, Dr. Uwe Jäger, gegenüber JUVE Steuermarkt. „Unsererseits haben sich die Hoffnungen voll erfüllt und wir haben sehr gut zusammengearbeitet“, so Jäger. Den weiteren Ausbau der Steuerpraxis wolle man nun vor allem intern vorantreiben. So habe GSK Stockmann mit Mathilde Ostertag eine starke Partnerin im Luxemburger Büro, das mit der deutschen Steuerpraxis eng zusammenarbeite. „Und auch in Frankfurt und München haben wir steuerrechtliche Nachwuchskräfte, die wir schnell weiter entwickeln wollen.“

Teaserfoto: Fotolia_22188456

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