Dicker Fisch im Netzwerk

Französische Kanzlei Fidal dockt bei WTS Global an

Autoren
  • Annika Janßen

Fidal, die größte französische Wirtschafts- und Steuerkanzlei, ist seit Anfang des Jahres Mitglied des internationalen Steuernetzwerks WTS Global. Neben WTS Deutschland wird Fidal die größte Mitgliedskanzlei der in mehr als 100 Ländern präsenten Organisation sein. Die Pariser Kanzlei Villemot wird ihren Platz als bisheriger Frankreich-Partner des Netzwerks räumen.

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Fritz Esterer
Fritz Esterer

WTS Global gelingt damit ein wichtiger Schritt beim Ausbau ihrer Präsenz in der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft Frankreich. Dort ist die Traditionskanzlei Fidal ein echtes Schwergewicht und weit über die Landesgrenzen hinaus renommiert. „Mit der langjährigen internationalen Erfahrung, der Anzahl der Experten mit dem Schwerpunkt Steuern sowie dem umfassenden und qualitativ hochwertigen Dienstleistungsangebot sind wir sicher, dass sich unsere Mandanten in aller Welt bei unserer neuen Mitgliedskanzlei in Frankreich bestens aufgehoben fühlen werden“, sagt Fritz Esterer, Vorsitzender des Vorstands von WTS Global.

Der bisherige Frankreich-Partner von WTS Global, die Pariser Kanzlei Villemot, wird nach einem Jahr Übergangszeit aus dem internationalen Steuernetzwerk ausscheiden. Mit rund zehn Partnern verfügt die Sozietät über deutlich weniger Schlagkraft als Fidal.

Ursprünglich als Steuerkanzlei im Jahr 1922 gegründet, ist Fidal heute die größte Anwaltskanzlei Frankreichs, wobei das Steuerrecht nach wie vor zu ihrem Kerngeschäft gehört. In diesem Bereich bietet Fidal das gesamte Spektrum an Dienstleistungen in der Steuerberatung und Steuer-Compliance an. Beispiele sind internationale Unternehmensteuern, Verrechnungspreise, indirekte Steuern sowie Steuerstreitigkeiten. Insgesamt sind 1.800 Mitarbeiter an 90 Standorten für das Beratungshaus tätig, davon mehr als 1.300 Rechtsanwälte und Berater. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 320 Millionen Euro.

Damit bewegt sich Fidal in einer ähnlichen Größenordnung wie WTS Deutschland, für die etwa 1.100 Mitarbeiter tätig sind. Die Steuerberatungsgesellschaft hat im vergangenen, zum 30. Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019/20 einen Gesamtumsatz von 168,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

In der internationalen Rechtsberatung kooperierte Fidal lange mit dem internationalen KPMG-Netzwerk, zu den weltweiten Partnerkanzleien zählte die deutsche KPMG Law. Im Jahr 2019 endete die Partnerschaft, als KPMG Frankreich in der französischen Rechtsberatung KPMG Avocats aufging und im Zuge dessen 130 Anwälte von Fidal abwarb. Der Streit um diese Aktion endete beinahe vor Gericht. Im September 2020 gaben die beiden Firmen jedoch bekannt, ihre Differenzen außergerichtlich beigelegt zu haben. Weitere Details dazu sind nicht bekannt.

Seither war Fidal auf der Suche nach einem neuen internationalen Netzwerkpartner und legte größten Wert darauf, dass der neue Partner kein Prüfungsgeschäft betreibt. „Für uns war es entscheidend, dass die WTS Global und ihre Mitgliedsfirmen auf die Durchführung von Prüfungen verzichten, um jeglichen Interessenkonflikt zu vermeiden“, sagte der auf internationales Steuerrecht spezialisierte und im Markt sehr bekannte Fidal-Partner Laurent Leclercq.

WTS Global ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und über Partner-Steuerkanzleien mittlerweile in mehr als 100 Ländern weltweit präsent. 2018 etwa erweiterte das Netzwerk seine Präsenz in Nordamerika deutlich, als es dort gleich zwei Büros eröffnete: in New York und San Francisco. (Annika Janßen)

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