Juve Plus Private Equity im Steuermarkt

Eklat bei der Bundessteuerberaterkammer – Präsidiumsmitglied legt Amt nieder

Dirk Rose hat das Amt des Vizepräsidenten der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) niedergelegt. Das verkündete die BStBK zu Wochenbeginn in einer Pressemitteilung. Der Grund: Nach JUVE-Informationen hat Rose seine Leipziger Kanzlei an die von Partners Group gestützte Afileon-Gruppe verkauft.

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MdB Fritz Güntzler und Dirk Rose (r.) beim Sommerfest der BStBK 2024 (Archivbild)

Die Kanzlei Rose Brösicke hat eine Anfrage von JUVE zum Thema bislang unbeantwortet gelassen. Afileon wollte sich zu dem Thema nicht äußern, dementiert aber auch nicht, dass die Kanzlei Rose Brösicke unter das Dach der Gruppe schlüpft.

Der Grund für die kommunikative Zurückhaltung sowohl von Rose als auch Afileon dürfte die innere Unruhe sein, die das deutsche Steuerberaterkammerwesen zurzeit prägt – und auf die vor allem die Personalie Rose ein Schlaglicht wirft.

Im Zentrum steht, dass immer mehr neue, vor allem auch mittelständische Steuerberatungskanzleien wie die von Rose Gefallen daran finden, ihre Gesellschaften an Plattformen anzudocken, hinter denen Private-Equity-Gesellschaften wie Partners Group stehen.

Nach JUVE-Informationen wächst ihr Marktanteil im Steuermarkt unaufhaltsam. In den kommenden Wochen dürften weitere Plattformgründungen bekannt werden, die ihre Transaktionen wegen der rechtspolitischen Turbulenzen zurzeit eher im Hintergrund schmieden.

Konflikte in den Kammern

Stattdessen sorgen die Kammern für Schlagzeilen. Denn mit Rose erreicht der Konflikt um Investoren im Steuermarkt nun unmittelbar das Präsidium der BStBK. Die wird von Prof. Dr. Hartmut Schwab geleitet, für den Private-Equity-Beteiligungen im Steuermarkt nicht zu akzeptieren sind.

Wie Schwab sehen es auch viele der 21 Steuerberaterkammern der Bundesländer. Wie viele genau, ist unklar. Marktbeobachter nehmen insbesondere nach der rechtspolitischen Niederlage um die Novelle des Steuerberatungsgesetzes eine wachsende Blockadehaltung bei den Kammern wahr, aber auch Richtungskämpfe.

In der BStBK scheint es für Mitglieder, die Private Equity im Steuermarkt gegenüber offen sind, keinen Platz zu geben. Das gilt zumindest für das Präsidium, dem Rose seit 2019 als Mitglied angehörte.

Seit 2023 wirkte der 45-jährige Steuerberater, Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer im Amt des Vizepräsidenten insbesondere im Referat für Verfahrens- und Steuerstrafrecht sowie zu Themen wie Umsatz-, Verkehr-, Verbrauch-, Umwelt- und Energiesteuern sowie Zöllen.

In Leipzig führt Rose mit seinem Partner Andreas Brösicke seit 2015 die Kanzlei Rose Brösicke, die sich dem Afileon-Netzwerk anschließen wird. Mit rund 56 Mitarbeitern sind sie in Sachsen für mittelständische Mandanten tätig. Zum Team gehören 9 Berufsträger, darunter neben Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern auch Rechtsanwälte.

Rose ist auch Präsident der Steuerberaterkammer in Sachsen. Auf Rückfrage von JUVE bestätigte die Kammer, dass Rose dieses Amt derzeit noch innehat. Ob das auch so bleibt, dazu machte die Kammer keine Angaben.

Anm. d. Red., 27.11.’25: Wie JUVE aus den Reihen der Steuerberaterkammer Sachsen hörte, wird Rose Präsident der Steuerberaterkammer Sachsen bleiben.

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