Bei der Hamburger Tradtitionsreederei folgt Tschentschel auf Holger Schildt, der den Konzern zum Jahreswechsel verlassen hatte, um bei der Berliner Beratungsfirma GPC Tax einzusteigen. Schildt stand seit 2011 an der Spitze des Hapag-Lloyd-Steuerteams. In dieser Zeit durchlief das Unternehmen einen tiefgreifenden Umbruch, der sich auch auf die Steuerabteilung massiv auswirkte, die seither mit weit internationaleren Aufgabenstellungen konfrontiert ist. Denn Hapag-Lloyd übernahm 2014 zunächst den chilenischen Wettbewerber Compañía Sud Americana de Vapores, kurz CSAV, und schloss sich dann 2016 mit der United Arab Shipping Company (UASC) zusammen und stieg so zu einer der fünf größten Container-Reedereien der Welt auf.
Schildt baute das Steuerteam entsprechend national wie international aus und schuf klarere Verantwortlichkeiten. So verantworten unterhalb des Steuerchefs seither drei Experten die Felder für Indirekte Steuern, Internationale Steuern sowie Tax Compliance und aus dem Ausland berichten jeweils ein Experte aus Chile und Dubai nach Hamburg.
Auf diesen Strukturen setzt Tschentschel nun auf, der wie Schildt ebenfalls an den CFO berichtet und selbst auch aus einem Unternehmen kommt, dass auf eine bewegte jüngere Vergangenheit blickt. So leitete Tschentschel, der 2012 von Atlas Elektronik zum Germanischen Lloyd (GL) gewechselt war, dort zunächst die weltweite Steuerabteilung des traditionsreichen deutschen Schiffs-TÜVs. Dieser ging allerdings nur wenig später in einer Fusion mit dem norwegischen Konkurrenten DNV auf – seither wird der Konzern unter dem Namen DNV GL Group aus Oslo gesteuert. Daraufhin war Tschentschel innerhalb des fusionierten Konzerns zunächst weiter für die Belange des Germanischen Lloyd sowie dessen Integration zuständig und betreute die Regionen Europa sowie Indien/Bangladesch und den Mittleren Osten.
Zuletzt wurde dann Tschentschels bisheriger Posten abgeschafft bzw. in der Zentrale in Oslo nachbesetzt. Auch die bisherige, neben Tschentschel aus fünf weiteren Kollegen bestehende Steuerabteilung des Unternehmens in Hamburg, gibt es in der Form nicht mehr. Drei Personen beschäftigten sich noch mit der deutschen Steuerdeklaration, ein Experte ist zudem in der an die Osloer Zentrale angegliederten Konzernsteuerabteilung verblieben. (René Bender)