Die vor gut 30 Jahren gegründete Kanzlei Compart & Schmidt wird aktuell von den beiden Partnern Dr. Konrad Schmidt (57) und Hanja Rebell-Houben (34) geführt. Anfang 2019 war der renommierte Wirtschaftstrafrechtler Dr. Eddo Compart zunächst in den of Counsel-Status gewechselt, bevor er sich nun ganz zur Ruhe gesetzt hat. Neben Individualverteidigungen von Managern und Firmengründern unterstützt sie Unternehmen, die von wirtschafts- und steuerstrafrechtlichen Ermittlungsverfahren betroffen sind.
In den vergangenen Jahren war die Kanzlei beispielsweise an der Seite der ehemaligen Pforzheimer Kämmerin im sogenannten Zins-Swap-Verfahren zu sehen und vertrat einen der beschuldigten Thyssenkrupp-Mitarbeiter im Schienenkartell. Marktbekannt ist zudem, dass sie die Verteidigung eines Beteiligten im Goldfingerkomplex übernommen haben und den Vorstand einer Investmentgesellschaft zur Cum-Ex-Thematik beraten. Zudem sind sie bei einem mittelständischen Unternehmen mit einer Verrechnungspreisproblematik befasst. Aktuell beschäftigen sie in Mannheim noch zwei wissenschaftliche Mitarbeiter.
Melchers unterhält neben dem Heidelberger Stammsitz noch Standorte in Frankfurt und Berlin, wo sie eine breite mittelständische Mandantschaft, aber auch Städte und Kommunen berät. „Langfristig möchten wir diesen Standort weiter ausbauen und neben Strafrecht noch andere Rechtsgebiete wie z.B. das Immobilien- und Baurecht dort ansiedeln,” sagte Melchers-Partner Dr. Norbert Stegemann zum Zusammenschluss.
Stegemann ist regelmäßig mit Durchsuchungen, internen Ermittlungen und Compliance-Themen befasst. Mit Schmidt und Rebell-Houben hatte er bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Im vergangenen Jahr schloss sich zudem der ehemalige Chefjurist von Media-Saturn, Dr. Alexander Basse, der Kanzlei an, der viel Erfahrung in der präventiven Compliance-Beratung mitbrachte.
Geschäftigkeit im Autobauerland
Die Schnittstelle Compliance und Strafrecht dürfte neben dem neuen Standort in Mannheim, wo die badische Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen angesiedelt ist, der zentrale Treiber für den Zusammenschluss der Kanzleien sein.
Im Markt der Wirtschafts- und Steuerstrafrechtler ist gerade in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren einiges in Bewegung gekommen. Zahlreiche Büroeröffnungen waren zu beobachten: Unter anderem eröffneten die Strafrechtsboutique VBB Rechtsanwälte in Karlsruhe, sowie Flick Gocke Schaumburg und Tsambikakis & Partner in Stuttgart. Auch zwei Partner von BRP Renaud & Partner und Kullen Müller Zinser wagen den Schritt, die sich dort unter dem Kanzleinamen Schork Kauffmann selbständig machten. Ein weiterer ehemaliger Kullen-Müller-Jurist eröffnete für die neuformierte Steuerstrafrechtsboutique Olfen Meinecke Völger ein Büro in der Landeshauptstadt.