Spin-off in Köln

Rödl gliedert Vermögensreporting aus

Rödl & Partner hat zum Juli einen Teil ihrer Vermögens- und Nachfolgeberatung ausgegliedert. Der Geschäftsbereich Wealth, Reporting & Controlling ist in ein formal unabhängiges, eigenständiges Unternehmen namens Reportify Analytics übergegangen. Rödl ist nicht die erste Gesellschaft, die diesen Schritt geht.

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Rödl & Partner hat zum Juli einen Teil ihrer Vermögens- und Nachfolgeberatung ausgegliedert. Der Geschäftsbereich Wealth, Reporting & Controlling ist in ein formal unabhängiges, eigenständiges Unternehmen namens Reportify Analytics übergegangen. Rödl ist nicht die erste Gesellschaft, die diesen Schritt geht.

Alexander Etterer
Alexander Etterer

Geschäftsführer der neuen Einheit wurde Alexander Etterer (46), der den abgespaltenen Geschäftsbereich bei Rödl jahrelang leitete und im Zuge des Wechsels seine Rödl-Partnerschaft aufgibt. 

Die Leistungen von Reportify Analytics umfassen unter anderem klassisches Vermögensreporting, Kapitalanlagenbuchhaltung und im Vermögenscontrolling Reportingleistungen für (Multi) Family Offices. Zu den Mandanten zählen vor allem vermögende Privatkunden, Family Offices sowie Stiftungen, Kommunen und Verbände. Getreu dem Boutique-Ansatz wird das Team sich vollumfänglich auf Reporting und Controlling fokussieren. Insbesondere die digitale Wealth-Management-Plattform QPLIX wird dabei eine tragende Rolle spielen. 

Etterer ist Betriebswirt und war 23 Jahre lang für Rödl & Partner in Köln tätig. Mit ihm wechselt sein Team, das aktuell aus 15 Köpfen besteht. Die Nähe zu der MDP-Kanzlei bleibt sowohl räumlich als auch fachlich bestehen: Reportify Analytics und Rödl sitzen in Köln im selben Gebäude, zudem agiert das neu gegründete Unternehmen als alleiniger exklusiver Vertragspartner der Kanzlei.

Reportify Analytics wird denn auch keine standesrechtlichen Leistungen anbieten, sondern vielmehr für Mandanten der steuerlichen und rechtlichen Nachfolge- und Vermögensberatung von Rödl tätig. Das im Bereich Wealth, Reporting & Controlling existierende und mit Bescheinigungen beziehungsweise Bestätigungen verbundene Geschäft übernimmt unverändert die MDP-Kanzlei. Reportify Analytics hat aufgrund seiner Unabhängigkeit jedoch grundsätzlich auch die Möglichkeit, für andere Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften im Vermögensreporting und -controlling tätig zu werden.

Trend im Private-Client-Markt?

Die Gründung von Reportify Analytics spiegelt zudem einen allmählich an Fahrt aufnehmenden Trend im Private-Client-Markt wider: Im Januar dieses Jahres hatte die Steuer- und Rechtsberatung WTS das Geschäftsfeld digitales Vermögenscontrolling abgespalten und war ein Joint Venture mit dem damals neu gegründeten Multi Family Office Finvia eingegangen. Auch Finvia WTS Vermögenscontrolling, so der Name des Joint Ventures, nutzt QPLIX. 

Finvia betreut vor allem hochvermögende, deutsche Unternehmerfamilien. Hinter dem Multi Family Office stehen ehemalige Verantwortliche von HQ Trust, dem Family Office der Industriellenfamilie Harald Quandt; zu den Gründern gehören Ex-Investmentbanker Torsten Murke sowie die früheren HQ-Trust-Geschäftsführer Reinhard Panse und Hanna Cimen.

Neben dem WTS-Team zählt das junge Unternehmen bereits weitere prominente Namen aus der Private-Client-Szene zu seinen Kooperationspartnern. Jüngstes Beispiel ist die Boutique gkn Gräfe Klümpen-Neusel, die zum Juni 2021 an den Start ging. Dahinter stehen die Rechtsanwältinnen und Steuerberaterinnen Dr. Maren Gräfe und Dr. Claudia Klümpen-Neusel, die bis zum Sommer bei BDO beziehungsweise Warth & Klein Grant Thornton aktiv waren. Auch bei gkn steht neben dem Beratungsgeschäft für vermögende Privatpersonen und Stiftungen das digitale Vermögensreporting im Mittelpunkt. (Annika Janßen)

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