Anfang nächsten Jahres schließen sich in Düsseldorf zwei Kanzleien zusammen, die beide erst 2020 gestartet waren: Die Corporate-Boutique LMPS Rechtsanwälte, die als Spin-off erfahrener Linklaters-Associates entstanden war, fusioniert mit der auf Steuerrecht und -gestaltung fokussierten Einheit Lüdicke & Kollegen. Deren Gründungsriege kam seinerzeit von Freshfields Bruckhaus Deringer.
Bereits in der Aufbauphase hatten die beiden Kanzleien Kontakt aufgenommen, tauschten Erfahrungen aus und arbeiteten später auch in Mandaten zusammen. Nun wollen sie unter dem Namen LMPS in der Rechtsform einer Rechtsanwaltsgesellschaft Corporate- und steuerrechtliche Beratung aus einer Hand anbieten.
Bei LMPS arbeiten derzeit vier Equity-Partner und eine Salary-Partnerin sowie zwei Associates, zwei weitere sollen noch bis zum Start Anfang nächsten Jahres dazu kommen. Fachlich deckt die Kanzlei alle Facetten des Gesellschaftsrechts ab, mit einem Schwerpunkt im Aktien- und Kapitalmarktrecht. Dazu kommen M&A-Transaktionen sowie gesellschaftsrechtliche Prozesse. Seit ihrem Start 2020 hat sich die Kanzlei dabei schnell im Markt etabliert, so beriet sie beispielsweise im vergangenen Jahr die Bitburger Holding als Mitinvestorin beim Kauf des Desinfektionsherstellers Schülke & Mayr.
Auch die Kanzlei Lüdicke war 2020 entstanden, Namenspartner Prof. Dr. Jochen Lüdicke (65) hatte zuvor fast drei Jahrzehnte bei Freshfields gearbeitet und war dort einer der bekanntesten Partner für die Beratung vermögender Privatpersonen und Stiftungen. Aus seinem Team folgte dem bekannten Steuerrechtler als Gründungspartnerin Dr. Astrid Eiling in die neue Einheit. Die 37-Jährige wird künftig Equity-Partnerin bei LMPS. Jochen Lüdicke wird der Kanzlei als Senior Counsel angehören.
Er war zuletzt im Markt durch seine Tätigkeit für die Markus-Stiftung und die Lukas-Stiftung im Zusammenhang mit der Transformation von Aldi Nord im Markt visibel — rechtlich beriet hier ein Freshfields-Team um den Düsseldorfer Partner Dr. Stephan Waldhausen. Daneben gehören weitere vermögende Familien und Private Clients zu den Mandanten der Steuerboutique, die sie zu Nachfolgelösungen und im Stiftungsrecht berät. Eine zweite Säule sind daneben auch steuerrechtliche Verfahren, insbesondere mit verfassungs- und europarechtlichen Bezügen. Noch zu ihren Freshfields-Zeiten hatten Lüdicke und Eiling 2017 für ihre Mandanten E.on, RWE und EnBW die deutsche Kernbrennstoffsteuer vor dem Bundesverfassungsgericht gekippt.
Als geschäftsführender Gesellschafter gehören aktuell auch noch der Steuerberater und Rechtsanwalt Dr. Benno Fischer (56) sowie der ehemalige Freshfields-Partner Dr. Thomas Emde (73) zu Lüdicke. Beide schließen sich nicht der neuen Einheit an, arbeiten aber weiter projektbezogen in bestimmten Mandaten mit.
Nach dem Zusammenschluss werden damit bei LMPS fünf Equity-Partner, eine Salary-Partnerin, ein Senior Counsel sowie sechs Associates tätig sein.
„Neben den bisherigen Schwerpunkten der beiden Einheiten ergeben sich Synergien auch in den Bereichen Strukturierung, Umwandlungen und Transaktionssteuern. Zudem können wir aktuellen und künftigen Mitarbeitern in der neuen Struktur noch bessere Entwicklungschancen bieten und den kontinuierlichen Wissensaustausch fördern“, sagt Eiling. Hubertus Stuttmann, einer der Gründungspartner von LMPS ergänzt: „Für unsere Mandanten bringt der Zusammenschluss den Vorteil einer noch umfassenderen Beratung auf den für sie zentralen Gebieten. Dabei bleiben wir unserem Grundanspruch auch in puncto Effizienz und Serviceorientierung treu und werden weiter auf partnerzentrierte Teams setzen.“