Schnatenberg trat 1994 nach zehnjähriger Tätigkeit in der Rechtsabteilung der Kaufring Genossenschaft in den Dienst der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung ein. Dort leitete er zunächst verschiedene Außenprüfstellen bis er schließlich zum Chef der Steuerfahndung des Finanzamts Düsseldorf aufstieg. Die Düsseldorfer Finanzermittler galten neben Wuppertal als eine der bedeutendsten Steuerfahndungen Deutschlands und wurden unter der Ägide von Ex-NRW-Wirtschaftsminister Norbert Walter-Borjans vor allem für die Ankäufe zahlreicher Steuer-CDs bekannt. In Schnatenbergs Amtszeit in Düsseldorf fielen beispielsweise auch die Ermittlungen gegen den ehemaligen Postchef Klaus Zumwinkel, der daraufhin zu einer Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde.
Im Frühjahr 2017 schied Schnatenberg aus der Finanzverwaltung aus und machte sich als Anwalt für Steuerrecht und Steuerstrafrecht selbständig. Bei Bernsmann Rausch schließt er sich einer breit aufgestellten Strafrechts- und Wirtschaftsstrafrechtsboutique an. Bernsmann ist neben seiner anwaltlichen Arbeit auch Professor für Strafrecht an der Bochumer Ruhr-Universität. Seine Partnerin Rausch kommt aus der renommierten Kölner Strafrechtskanzlei von Prof. Norbert Gatzweiler und Gaby Münchhalffen, die sich inzwischen beide zur Ruhe gesetzt haben.
Bernsmann und Rausch haben zuletzt unter anderem den ehemaligen Kölner-Sparkassenvorstand Gustav Adolf Schröder wegen Untreue- und Bestechungsvorwürfen verteidigt.
Schnatenberg ist nicht der erste anerkannte Steuerfahnder, der sich in diesem Jahr mit einer Kanzlei zusammentut. Seit März arbeiten Sandra Höfer-Grosjean und Volker Radermacher für Deloitte Legal. Die beiden kommen aus dem Wuppertaler Finanzamt, wo sie seit Jahren zur Führungsebene der Steuerfahndung zählten. Radermacher arbeitete früher auch mit Schnatenberg in Düsseldorf zusammen, als der Fall Zumwinkel aufgedeckt wurde.