Der Kontakt zwischen Rinke und ETL war über einen persönlichen Kontakt zu einer weiteren ETL-Kanzlei zustande gekommen. Der Beitritt zur ETL-Gruppe hat für Rinke strategische Bedeutung: Eingebettet in deren weit größere Strukturen erhofft sich die Kanzlei ein verstärktes Wachstum. ETL hält zwar künftig die Mehrheit an Rinke, in allen wesentlichen Fragen ist allerdings eine qualifizierte Mehrheit der Gesellschafterstimmen nötig, die deutlich über der ETL-Beteiligung liegt. „Das Konzept von ETL, sich an funktionierenden Unternehmen zu beteiligen und keine Dominanz von außen anzustreben, hat uns überzeugt“ so Andreas Niemeyer, der für Rinke gemeinsam mit Thomas Pintzke federführend die Verhandlungen führte. Für ETL saß unter anderem deren Gründer Franz-Josef Wernze mit am Tisch.
Der Umsatz von Rinke liegt in niedriger zweistelliger Millionenhöhe, Hauptmandate sind der inhabergeführte Mittelstand der Großregion bergisches Land sowie darüber hinaus. Die Kanzlei betreibt zudem eine kleine Niederlassung in der sächsischen Mittelstadt Riesa in der Nähe von Meißen. Demgegenüber ist ETL, das für „European Tax & Law“ steht, um ein Vielfaches größer. Hervorgegangen aus der von Franz-Josef Wernze in den 1970er Jahren gegründeten Steuerberatungskanzlei, zählt die seit 1995 unter ETL firmierende Gruppe heute 40 Kanzleien mit insgesamt über 7.000 Mitarbeitern, darunter mehr als 1.400 Berufsträger. In Deutschland macht die Gruppe einen Umsatz von über 790 Millionen Euro jährlich. Kanzleianschlüsse wie der von Rinke Treuhand gehören dabei zu den größeren Beitritten zur Gruppe. Darüber hinaus ist ETL Teil eines internationales Netzwerks mit Kanzleien in rund 50 Ländern. (Till Mansmann)