In Deutschland wurden im Jahr 2024 rund 113 Milliarden Euro an Vermögensübertragungen veranlagt. Dadurch habe der Staat über 13 Milliarden Euro an Erbschafts- und Schenkungsteuer eingenommen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das entspricht 12,3 Prozent mehr als im Vorjahr – ein neuer Rekordwert.

Zu den Großtransaktionen, die für Aufsehen sorgten, gehörten die Vermächtniserfüllung von Heinz Hermann Thiele, bei der Anteile an Knorr-Bremse und Vossloh in eine neu geschaffene Stiftung eingebracht wurden, strategische Maßnahmen der Dieter-Schwarz-Stiftung für den KI-Campus in Heilbronn sowie Umstrukturierungsvorhaben wie die neue Holdingsstruktur für den Marktführer Harry Brot.
Die meisten Erbschaften, Vermächtnisse und Schenkungen liegen – gegebenenfalls mithilfe entsprechender Strukturierungsarbeit – innerhalb der Freibeträge und werden daher erst gar nicht von der Erbschaft- und Schenkungssteuerstatistik erfasst. Das bedeutet jedoch nicht automatisch weniger Arbeit für die Beratenden.
Kanzlei des Jahres für Nachfolge-, Vermögens-, Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsberatung
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SZA Schilling Zutt & Anschütz
Das Team hat sich zu einem führenden Akteur in der Beratung vermögender Familien entwickelt. Als „stets fundiert und juristisch sehr gut“ gilt die Beratungsarbeit der Kanzlei schon lange, doch nun sind die SZA-Experten in diesem Bereich weit „stärker präsent als früher“, wie Wettbewerber konstatieren. Insbesondere die Beratung und Vertretung der Heinz Hermann Thiele-Familienstiftung – sowohl außergerichtlich als auch gerichtlich – verschaffte der Kanzlei zuletzt erhebliche Aufmerksamkeit: Das Team gestaltete die wohl größte Nachfolgetransaktion des Jahres 2024 maßgeblich mit, indem es die Mehrheitsanteile an Knorr-Bremse und Vossloh in die Thiele-Stiftung einbrachte. Ähnlich umfassend begleitet die Kanzlei auch die Helga und Edzard Reuter-Stiftung, wo sie die Verantwortung für die vorab mit den Gründern vereinbarte Durchführung der Testamentsvollstreckung trägt, und seit Langem schon die Gesellschafter von Freudenberg und Voith. Bei facettenreichen Mandaten wie diesen kann SZA aus dem Vollen schöpfen. Für seine breite Erfahrung mit Prozessen und streitigem Stiftungsrecht ist das Team ebenso bekannt wie für seine interdisziplinäre Aufstellung im Gesellschafts-, Steuer- und Kapitalmarktrecht. Inzwischen aber treten neben Prof. Dr. Stephan Scherer und Dr. Martin Feick auch jüngere Anwältinnen und Anwälte zunehmend in den Vordergrund. Diese fächern die Angebotspalette von SZA im Steuer- und Erbrecht sowie im Kunst- und Familienrecht weiter auf und positionieren sich auf diese Weise am Markt. Wettbewerber zeigen sich beeindruckt, wie sich das Team mittlerweile vergrößert und profiliert hat und loben SZA als „veritablen Player“ an der Marktspitze.
Die Einheiten in unserem Ranking für Nachfolge-, Vermögens-, Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsberatung legen aktuell viel Augenmerk auf die noch geltenden steuerlichen Vorteile zur Übertragung von Betriebsvermögen. Denn vier der fünf Wirtschaftsweisen empfahlen jüngst, diese Ausnahmen weitgehend abzuschaffen.
Zudem könnte das Bundesverfassungsgericht sich bald zur Erbschafts- und Schenkungsteuer äußern und bei der Politik eine umfangreichere Änderung einfordern.
Wenn der Beratungsbedarf in der Mandantschaft steigt, wächst in der Regel auch die Wechselbereitschaft unter den Beratern. Erste Anzeichen dafür gibt es seit achtzehn Monaten auch im sonst sehr stabilen Nachfolgemarkt: So machte sich beispielsweise Anfang 2025 ein Quartett von Rittershaus unter dem Namen Pure Tax & Legal selbstständig. Gleichzeitig gingen die ehemaligen Partnerinnen und Partner der Private-Clients-Boutique gkn getrennte Wege. Sie arbeiten nun teils unter dem Dach von Gräfe Tax & Legal, während der andere Teil sich in Pontes Tax & Law umfirmierte.
Unterschiedliche Wege – gleiches Ziel: Familienfrieden
Andere Einheiten wiederum schließen sich zusammen, um die steigende Nachfrage großer Familienunternehmen sowie Family Offices zu decken. Nachdem 2024 schon die bekannte Düsseldorfer Steuerboutique Lüdicke & Kollegen mit der Corporate-Boutique LMPS fusionierte, bündelten in diesem Herbst etwa die Hamburger Kanzleien Alpers & Wessel und Maack & Company ihre Kapazitäten, um die multidisziplinäre Nachfolgeberatung auszuweiten.
Die Rittershaus-Praxis geht inzwischen noch interdisziplinärer an viele Projekte heran: Mithilfe von Netzwerkpartnern sowie freiberuflichen Psychologen und Therapeuten bildet sie projektbezogene Beratungskonsortien, um beispielsweise festgefahrene Familienstreitigkeiten auf mehreren Ebenen anzugehen und sie anschließend in gemeinschaftlich getragene Vermögensgestaltungen zu überführen.
Solch einen ganzheitlichen Beratungsansatz wendet gelegentlich auch die Berliner Boutique dtb an, die sich auf die Stiftungs- und Kunstberatung spezialisiert hat. Diese erreichte dieses Jahr bundesweite Bekanntheit, als der über Jahrzehnte währende Streit zwischen Bund, den Ländern Berlin und Brandenburg und dem Haus Hohenzollern um bedeutsame Kunstgegenstände über eine geschickte Stiftungslösung erfolgreich beigelegt wurde.
Da Nachfolgegestaltungen und Stiftungskonzepte in der Regel rechtlichen wie steuerlichen Rat benötigen, hat JUVE in diesem Jahr erstmals mit einem gemischten Team von JUVE Rechtsmarkt und JUVE Steuermarkt recherchiert.
Hier geht es zum vollständigen Ranking Nachfolge-, Vermögens-, Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsberatung im Rechtsbereich.
Hier geht es zu den vollständigen Rankings Nachfolge- und Vermögensberatung sowie Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsberatung im Steuerbereich.
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Beitragsbild: stock.adobe.com | Wasan