Für den internationalen Handel sind es bewegende Zeiten. Da ist zum einen das anhaltende Hin-und-her in der US-Zollpolitik. Zwar erklärte der Oberste Gerichtshof der USA im Februar die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle gegen zahlreiche Handelspartner für unzulässig. Doch der US-Administration scheint es nicht an weiteren Zollideen zu mangeln. Zum anderen zeigt die Zahl an EU-Antidumping-Fällen, dass auch Brüssel bereit ist, Teile der Wirtschaft vor aus seiner Sicht unfairem Wettbewerb durch Einfuhren aus Drittländern zu schützen.
Zugleich eröffnen Freihandelsabkommen der EU mit Mercosur und Indien neue Chancen: Sie könnten neue Absatzmärkte erschließen, bringen aber auch veränderte Anforderungen für die Unternehmen bei Ursprungsregeln, Präferenznachweisen und zollrechtlicher Compliance mit sich. Kurz gesagt: Außenhandel wird anspruchsvoller und die Unternehmen benötigen dafür stabile Prozesse und verlässliche Daten.
Wichtige Ansatzpunkte mit Blick auf die gestiegenen Zoll- und Logistikkosten waren zuletzt vor allem eine engere Verzahnung mit den Verrechnungspreisteams und eine End-to-End-Betrachtung der globalen Liefer- und Leistungsströme. Derweil wirft die EU-Zollreform ihre Schatten voraus. Kern der Reform ist der Übergang von zeitintensiven papierbasierten Verfahren zu einem konsequent datengetriebenen Ansatz. Künftig soll der EU Customs Data Hub als Plattform dienen, über die Unternehmen ihre zollrelevanten Informationen bereitstellen. Flankiert wird die Entwicklung durch die Einrichtung einer europäischen Zollbehörde (EU Customs Authority) in Lille, die die Daten auswertet.
Für Unternehmen bedeutet die Reform eine Anpassung ihrer Prozesse, IT-Systeme und Compliance-Strukturen, eröffnet zugleich aber auch die Hoffnung auf digitale und effiziente Verfahren im internationalen Warenverkehr. Erste Anfragen auf Beratungsseite gibt es bereits, zum Beispiel zum neuen Status Trust & Check Trader. Auch die vorgezogene Abschaffung der Zollbefreiung auf Kleinsendungen bis 150 Euro, die vor allem Mandanten aus dem E-Commerce trifft, sorgte für reges Interesse.
Beim Thema Exportkontrolle und EU-Sanktionen steht weiterhin Russland im Mittelpunkt. Hier spielten zuletzt auch die Themen Drittlandsbezüge und Umgehungsgeschäfte eine Rolle. Nach dem sogenannten Snapback war auch wieder eine deutlich stärkere Beratungsnachfrage zu den Iran-Sanktionen zu verzeichnen. Auf den gestiegenen Beratungsbedarf im Verteidigungssektor reagierten einige Beratungshäuser mit der Bündelung der für Rüstungsexporte nötigen Kompetenzen. Bei diesen Themen sind weiterhin v.a. Wirtschaftskanzleien wie
In der Verbrauchsteuerberatung sorgte unter anderem das Anfang 2026 in Kraft getretene Dritte Gesetz zur Änderung des Energiesteuer‑ und des Stromsteuergesetzes für Beratungsbedarf. Ein weiterer Trend waren zunehmende Outsourcing-Aktivitäten. Immer häufiger übernehmen die Beratungsteams für Unternehmen und Versorger die Abwicklung der Prozesse für Zoll und Verbrauchsteuern. Hier haben sich Einheiten wie
Auf personeller Ebene sorgte vor allem der Wechsel des Teams der Hamburger Zollkanzlei Peterka um Gründungspartner
Generell gilt: Geopolitische Spannungen und die Neustrukturierung der Liefer- und Beschaffungswege erhöhen den Druck auf Umsatz und Marge. Zugleich beeinflussen regulatorische und technologische Entwicklungen Prozesse, Compliance und Risikomanagement. Insgesamt gewinnt das Thema Zoll und Verbrauchsteuern weiter an Relevanz und ist in vielen Unternehmen wegen der gestiegenen betriebswirtschaftlichen Bedeutung auf C-Level angekommen.