Abtritt vom Parkett

Warth & Klein und Hengeler helfen beim GfK-Squeeze-out

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  • JUVE

Stürmische Zeiten für das Marktforschungsunternehmen GfK: Nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR sind die Nürnberger aus dem SDax genommen worden. Ein Squeeze-Out der verbleibenden Aktionäre sowie das Delisting von der Börse sollen folgen. Gleichzeitig hat mit Peter Feld ein neuer Vorstandschef das Ruder übernommen.

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Christoph Kneip
Christoph Kneip

2016 war der Konzernumsatz um knapp 4 Prozent zurückgegangen, und unter dem Strich stand ein Verlust von 137 Millionen Euro. Das Unternehmen steckt in einer Krise. Von dem Investor KKR, der kürzlich über seine niederländische Holdinggesellschaft Acceleratio einstieg, erhoffen sich die Nürnberger Marktforscher nun neue Impulse.  

Die Aktionäre der GfK SE hatten das seit Dezember laufende Übernahmeangebot von KKR im Februar akzeptiert. Nach der Übernahme weiterer Anteile verfügt der US-Finanzinvestor über mehr als 40 Prozent an dem Unternehmen. Gemeinsam mit den 56,5 Prozent des Mehrheitsaktionärs GfK-Verein hält KKR somit rund 96 Prozent an der GfK.

Da sich damit deutlich weniger als 10 Prozent der Aktien im Streubesitz befinden, wurde GfK diese Woche aus dem Kleinwerte-Index SDax herausgenommen und durch den Finanzdienstleister MLP ersetzt. Auf der für Mai geplanten Hauptversammlung soll nun der Squeeze-out der verbleibenden Minderheitsaktionäre beschlossen werden. Im Anschluss daran erfolgt das Delisting. Dadurch kann der neue Eigentümer einerseits die Kosten für die Börsennotierung sparen und müsste künftig auch keine Hauptversammlung mehr abhalten.

Die Weichen für die Zukunft wurden bereits im Vorfeld der Übernahme gestellt. So gab die GfK Mitte März die Ernennung von Peter Feld als neuen Vorstandsvorsitzenden bekannt. Er folgt auf Matthias Hartmann, der das Unternehmen seit 2011 geführt hat und Ende 2016 zurücktrat. Bereits im September hatte Aufsichtsratsvorsitzender Arno Malert seinen Posten geräumt.

Kurz vor Jahresende hatte die GfK zudem einen Mietvertrag für einen neuen Hauptsitz unterzeichnet. In dem noch zu errichtenden Gebäude „Am Kohlenhof“ sollen die bisher über die Stadt Nürnberg verteilten Standorte in einem Bürogebäude von rund 38.000 Quadratmetern zusammengeführt werden. Der Baubeginn ist für kommendes Jahr, der Umzug dann für 2019 geplant.

Berater GfK-Verein
Warth & Klein Grant Thornton (Düsseldorf): Dr. Christoph Kneip, Paul Forst (beide Steuer, beide Federführung), Dr. Thomas Wagner, Markus Suchanek (beide Steuern)
Fieldfisher (Düsseldorf): Dr. Susanne Rückert (Federführung), Dr. Axel Hoppe, (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Sven Labudda (Gesellschaftsrecht; Hamburg)

Berater KKR/Acceleratio
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Bernd Wirbel (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Oliver Rieckers (Gesellschaftsrecht), Dr. Christian Schwandtner (Gesellschaftsrecht); Associates: Dr. Matthias Cloppenburg, Maximilian Schauf (beide Gesellschaftsrecht/M&A)
Inhouse Recht (London): Susanna Berger

Berater GfK SE
Jones Day (Düsseldorf): Ansgar Rempp (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Sandra Kamper (Finance), Karsten Müller-Eising (Kapitalmarktrecht)
Inhouse Recht (Nürnberg): Roland Fürst (Chief Legal and Compliance Officer), Markus Althoff (General Counsel EMEAA)

Berater Aufsichtsrat der GfK SE
White & Case (Frankfurt): Dr. Lutz Krämer, Dr. Benedikt Gillessen, Alexander Kiefner (alle Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Fast alle Berater waren bereits beim Übernahmeangebot für die GfK SE beteiligt. Einige Beraterteams haben für den geplanten Squeeze-out Verstärkung durch weitere Gesellschaftsrechtler bekommen. So berät neben den Hengeler-Partnern Schiessl und Wirbel auch Corporate-Partner Rieckers KKR und dessen Holdinggesellschaft Acceleratio.

Die steuerliche Beratung des Vereins übernimmt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton.

Das Fieldfisher-Team, das den Mehrheitsaktionär GfK Verein bereits bei der Gesellschaftervereinbarung mit Acceleratio beraten hatte, wird jetzt vom neuen Hamburger Partner Labudda unterstützt. Er war erst kürzlich von Luther gewechselt und deckte hier vor allem das Aktien- und Kapitalmarktrecht ab.

Jones Day berät die GfK SE regelmäßig, und Partner Rempp begleitete den Vorstand des Unternehmens mit seinem Team bereits beim Verkauf von Anteilen an den KKR-Ableger Acceleratio. Nun sind er und die Partner Kemper und Müller-Eising in die rechtliche Vorbereitung der Hauptversammlung eingebunden.

Bei der Unterzeichnung des Mietvertrags für den neuen Hauptsitz in Nürnberg wurde die GfK von Graf von Westphalen beraten. Die Federführung hatten dabei die Frankfurter Partner Thomas Schroiff und David Wende (beide Immobilien- und Baurecht), die von den Steuerrechtlern Dr. Frank Tschesche und Lars Leskovar unterstützt wurden.

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