Anlagenbau

Polnische Erbud-Gruppe übernimmt Bilfinger-Tochter mit RSM und RWP

Der Bilfinger-Konzern hat sich von seinem Tochterunternehmen Bilfinger Rohrleitungsbau getrennt. Käuferin ist die deutsche Ländergesellschaft des polnischen Baukonzerns Erbud SA. Bezüglich des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Das Bundeskartellamt hat der Transaktion zugestimmt.

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Manfred Steinborn
Manfred Steinborn

Die polnische Erbud-Gruppe erweitert mit dem Zukauf ihr Angebot im Segment Industriedienstleistungen. Der Bilfinger-Konzern trennt sich aus strategischen Gründen von seinem Tochterunternehmen und verfolgt die Ausrichtung auf das Segment Engineering Services weiter. 

Die in Bitterfeld ansässige Bilfinger Rohrleitungsbau ist europaweit im Kraftwerksanlagenbau tätig. Dazu gehören insbesondere Konstruktion, Bau und Montage von Industrieanlagen aller Art, beispielsweise in der Chemie und Petrochemie sowie in der Energie- und Stahlwirtschaft. Das Unternehmen beschäftigt am Hauptsitz und an drei weiteren deutschen Standorten etwa 270 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt rund 39 Millionen Euro Umsatz. Im Zuge der Transaktion ändert sich der Name des Unternehmens, es heißt jetzt IKR Industrie-, Kraftwerks- und Rohrleitungsbau.

Die Erbud Holding Deutschland ist eine hundertprozentige Tochter der Erbud SA. Die an der Warschauer Börse notierte Unternehmensgruppe erwirtschaftete im Jahr 2020 Umsätze in Höhe von etwa 500 Millionen Euro und gilt als der viertgrößte Baukonzern Polens. Am deutschen Markt ist er bereits mit den Unternehmen IVT Weiner + Reimann in Oberhausen und der GWI Bauunternehmung in Düsseldorf präsent und plant derzeit weitere Zukäufe.

Benjamin Parameswaran
Benjamin Parameswaran

Berater Erbud Holding Deutschland
RSM (Krefeld): Manfred Steinborn (Tax Due Diligence/SPA Consulting), Fabian Kinalzik (Financial Due Diligence)
RWP Rechtsanwälte (Düsseldorf): Dr. Nils Wördemann (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Jörg Zerhusen (Baurecht), Michael Spönemann (Arbeitsrecht)

Berater Bilfinger SE
Inhouse Steuern (Mannheim): Norbert Sieber (Head of Tax) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Mannheim): Dr. Inken Linder (Senior Legal Counsel)
DLA Piper (Hamburg): Dr. Benjamin Parameswaran (Co-Federführung; Corporate/M&A), Dr. Christoph Dachner (München; Co-Federführung), Semin O (Kartellrecht, Frankfurt); Associate: Sophie von Mandelsloh (beide Corporate/M&A)

Nils Wördemann
Nils Wördemann

Hintergrund: Erbud mandatierte für die steuerlichen Aspekte des Ankaufs die Krefelder Kanzlei RSM. Die Leitung des M&A-Teams übernahm der als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt mehrfach qualifizierte Steinborn. Er verantwortete die Tax Due Diligence und beriet zum Kaufvertrag. RSM-Partner Kinalzik übernahm zudem die Financial Due Diligence und beriet zu den betriebswirtschaftlichen Fragestellungen. Erbud hatte bereits zuvor mit RWP zusammen gearbeitet, als sie 2018 die IVT Weiner + Reimann von den Gründungsgesellschaftern beziehungsweise deren Erben übernahm. 

Auch die rechtliche Beraterin, die Düsseldorfer Kanzlei RWP, hatte Erbud bereits beim Erwerb der IVT zur Seite gestanden. Ein Team unter Federführung des Corporate/M&A-Partners Wördemann führte die rechtliche Due Diligence durch und übernahm die Vertragsverhandlungen, die sich über mehrere Monate erstreckten. Zudem verantwortete RWP die Anmeldung zur Fusionskontrolle und begleitete das Closing.

Nach JUVE Steuermarkt-Informationen steuerten und gestalteten die Inhouse-Abteilungen des Bilfinger-Konzerns den Verkaufsprozess maßgeblich. Für den rechtlichen Teil holten sie erstmals ein DLA Piper-Team hinzu, das Managing Partner Parameswaran und Counsel Dachner gemeinsam leiteten. Das Team setzte auch die steuerlichen Vorgaben der Steuerabteilung um. Ein Steuerpartner aus den eigenen Reihen war nicht dabei.

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