Gekauft und zurückgeleast

DIF Capital Partners kauft mit Reed Smith und Mazars Züge von Deutsche Bahn

DB Regio und der Fondsmanager DIF Capital Partners haben im Oktober ein Sale-and-Lease-Back vereinbart. Es geht um 29 Regionalzüge für das Kinzigtal in Hessen. Das Fremdkapital kommt von der MEAG, dem Asset Manager von Munich Re und ERGO.

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Jörn Dieckmann

Gemäß der Sale-and-Lease-Vereinbarung verkauft DB Regio 29 Regionalzüge an DIF Capital Partners (DIF). Die Züge werden im Alstom-Werk in Salzgitter gebaut. DIF least die Züge für mindestens 15 Jahre an DB Regio zurück. Das Leasing- und Asset-Management übernimmt der Hamburger Lokomotivvermieter Northrail. Die Flotte soll ab Ende 2025 im Kinzigtal zwischen Frankfurt, Hanau, Fulda und Bebra zirkulieren. Das Fremdkapital stammt ausschließlich von der MEAG. Über das Volumen der Transaktion ist nichts bekannt.

Martin Bünning

DIF ist ein weltweit tätiger Fondsmanager und vor allem im Bereich Infrastruktur tätig. Das Unternehmen verwaltet Assets im Gesamtwert von 14 Mrd. Euro für seine Investoren (Stand 2022). Das Geschäft mit Deutsche Bahn läuft über den Infrastrukturfonds DIF Infrastructure VI. Der Kapitalgeber MEAG verwaltet das Vermögen der Munich Re und der ERGO. Die MEAG mit Sitz in München verfügt über ein Anlagevermögen von 305 Mrd. Euro (Stand September 2022).   

Berater DIF Capital Partners
Herbert Smith Freehills (Frankfurt): Dr. Hannes Jacobi (Federführung), Kai Liebrich; Associate: Dr. Tim Abendschein (alle Finanzierungs- und Leasingrecht)
Mazars (Hamburg): Jörn Dieckmann (Federführung; Steuern), Bettina Grothe (Verrechnungspreise; Berlin), Dr. Joachim Dannenbaum (Finanzierung), Axel Scheller (indirekte Steuern), Sven Wobbe (Einkommensteuern)
Reed Smith (Frankfurt): Dr. Martin Bünning; Associate: Carina Park (beide Steuern)
Loyens & Loeff (Luxemburg): Peter Moons (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater MEAG
Ashurst (Frankfurt): Derk Opitz (Federführung; Finanzierung), Dr. Detmar Loff (Aufsichtsrecht), Holger Mlynek (Infrastruktur), Dr. Susanne Knoch (Steuerrecht); Associates: Alexandra Heitmann (Federführung; Finanzierung), Patrick Rauch (Finanzierung)
Inhouse Recht (München): Carsten Endres, Caroline Linse – aus dem Markt bekannt

Berater Deutsche Bahn
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Markus Berliner, Ulrike Römhild (beide Bank- und Finanzierungsrecht), Dr. Birgit Topp-Blatt (Verkehrsvertragsrecht), Dr. Raphael Beermann (Vergaberecht)
Inhouse Steuern (Berlin): Uwe Lomp (Umsatzsteuern), Marcus Schieritz (Ertragssteuern)

Hintergrund: Mazars war in der Vergangenheit bereits für DIF tätig. Der Investmentmanager mandatierte die Beratungsgesellschaft 2019 beim Kauf eines Windparks in Uruguay. Auch für Herbert Smith Freehills ist es nicht die Erstmandatierung durch DIF. Loyens & Loeff hat DIF in der Vergangenheit ebenfalls steuerlich und rechtlich beraten, etwa 2021 beim Aufsetzen eines Infrastrukturfonds.

Ashurst ist schon seit Jahren geschäftlich mit DIF und der MEAG verbunden. Die Kanzlei hat die MEAG insbesondere zu Schienenfinanzierungen beraten. So mandatierte die MEAG Ashurst, als der Vermögensverwalter 2019 in ein niederländisches Lokomotiv-Leasingunternehmen investierte. Bei dem Lokomotiv-Deal waren 2019 seitens Ashurst mehrere Personen involviert, die erneut beraten haben: Opitz, Mlynek und Heitmann. Heitmann, die Senior Associate ist, hatte seitens der Kanzlei für das Sale-and-Lease-Agreement gemeinsam mit Opitz sogar die Federführung inne.

Inhouse-Berater Endres ist ebenfalls ein alter Bekannter: 2019 noch bei Ashurst in Lohn und Brot, arbeitet er nun als Inhouse-Jurist bei der MEAG. Auch die Reed-Smith-Berater Dr. Martin Bünning und Carina Park waren zuvor bei Ashurst tätig. Der 55-jährige Bünning hat seine geschäftlichen Verbindungen zu Reed Smith mitgenommen und berät DIF weiterhin. Sein Schwerpunkt liegt auf steuerlichen Fragen rund um Fonds und Investments. In diesem Deal hat sich Reed Smith um die steuerliche Strukturierung gekümmert.

Die Bahn setzte in der jetzigen Transaktion ausschließlich auf rechtliche und steuerliche Kompetenzen ihrer beiden Inhouse-Abteilungen.

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