Drei Fragen am Rande

Eine Prise Humor, Eintrachtfieber und der Weg ins Schlaraffenland

Dr. Marcel Duplois (36) ist Rechtsanwalt und Steuerberater und seit Juni 2026 Partner bei Gräfe Tax & Legal in München. Zuvor war er knapp sechs Jahre bei Poellath tätig, zuletzt als Counsel in der Private-Clients-Praxis in Frankfurt. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren Gleiss Lutz und Clifford Chance. Sein Beratungsschwerpunkt liegt an der Schnittstelle von Gesellschafts- und Steuerrecht, insbesondere bei Vermögens- und Unternehmensnachfolgen.

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Welche Eigenschaften braucht man Ihrer Meinung nach, um in Ihrem Beruf erfolgreich zu sein?
Empathie, Geduld und Humor. In der Beratung von Private Clients mag es auf den ersten Blick um Recht und Steuern gehen. Tatsächlich geht es aber um viel mehr: um Familien, um Lebenswerke und um Emotionen, die weit über das Steuerrecht hinausreichen. Entsprechend verlaufen Entscheidungsprozesse selten geradlinig.

Steuerlich mag es oft sinnvoll sein, Vermögen frühzeitig auf die nächste Generation zu übertragen. Trotzdem fühlt sich dieser Schritt für manche Mandanten noch nicht richtig an. Daran ändern auch die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten nichts, mit denen sich Einfluss und Kontrolle nach einer Übertragung absichern lassen. Hier gilt es, geduldig zu sein und den richtigen Zeitpunkt nicht zu erzwingen, sondern gemeinsam zu finden.

Nicht selten verschwindet der erste Strukturvorschlag erst einmal in der Schublade, ehe man sich nach wochenlangem Hin und Her am Ende doch beim ersten Vorschlag wiederfindet. Die Zeit ist trotzdem keine verlorene Zeit. Oft ging es gar nicht um den konkreten Vorschlag, sondern um den Weg zur Entscheidung. Diesen Weg müssen die Mandanten für sich gehen. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu begleiten – und das darf, gerade bei schwierigen und emotionalen Themen, gerne auch mit einer Prise Humor geschehen.

Gibt es ein Hobby, das Ihnen hilft, den Kopf freizubekommen?
Seit Kurzem spiele ich wieder Tischtennis in meinem Jugendverein. Im Training finde ich eine tolle Mischung aus alten Kollegen und einer ganzen Reihe sehr talentierter Nachwuchsspieler. Ihnen ab und zu noch die Grenzen aufzuzeigen und gleichzeitig ein paar Tipps mitzugeben, hat seinen Charme. Und wenn die Vorhand dann mal wieder – wie in alten Zeiten – einschlägt, ist der Abend ohnehin perfekt.

Ansonsten gehört das Wochenende vor allem der Familie. Samstags lese ich morgens bei Kaffee und warmer Milch mit meiner Tochter Geschichten, während mein Sohn und ich dem Tag entgegenfiebern, an dem wir endlich gemeinsam zur Eintracht ins Waldstadion gehen können.

Wie haben Sie Ihren Weg in das Steuerrecht gefunden?
Eher durch Zufall. Im Studium habe ich mich fast ausschließlich mit dem Gesellschaftsrecht beschäftigt. Das Steuerrecht kannte ich nur aus einer einzigen, eher kleinen Klausur. Als mir eine Karriereplattform eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Steuerrecht vorschlug, dachte ich: Nicht mein Gebiet, aber immerhin ein Fuß in der Tür. Am Ende stellte sich die Station als Glücksfall heraus. Ich hatte dort einen großartigen Mentor. Er zeigte mir, wie gestalterisch und präzise das Steuerrecht ist – und wie eng es wiederum mit dem Gesellschaftsrecht verknüpft ist. Ganz entscheiden konnte ich mich seinerzeit trotzdem nicht, weshalb ich noch eine Station im M&A/Corporate gemacht habe. Rückblickend war genau diese Unentschlossenheit richtig.

In der Beratung von Private Clients und Familienunternehmen habe ich nun mein „Schlaraffenland“ gefunden. Hier gehen Steuer- und Gesellschaftsrecht ganz selbstverständlich Hand in Hand. Das Steuerrecht überwiegt in meiner Beratungspraxis zwar deutlich und ist meist der Ausgangspunkt der Beratung. Bei Familienunternehmen führt die steuerliche Frage aber sehr schnell zu gesellschaftsrechtlichen Themen: Bei einer Nachfolge etwa müssen Beteiligungs- und Governance-Strukturen häufig neu gedacht werden. Genau diese Verbindung macht für mich den Reiz aus.

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