Wie haben Sie Ihren Weg in das Steuerrecht oder die Wirtschaftsprüfung gefunden?
Meinen Weg ins Steuerrecht habe ich dem Zufall zu verdanken – und das bereits zu Beginn meines Studiums. Im zweiten Semester suchte ich einen Aushilfsjob, um mein Studium zu finanzieren. So bin ich damals im Grundstudium, noch bevor ich mich überhaupt auf das Steuerrecht spezialisiert hatte, bei einer Big-Four-Gesellschaft gelandet. Mein Weg führte mich zuerst in die Bibliothek, wo ich Ergänzungslieferungen für Gesetze und Kommentare einsortiert habe. Nach einiger Zeit wechselte ich ins Abendsekretariat und übernahm dort unter anderem den Telefondienst sowie das Abtippen von Bändern.
Diese Tätigkeit war für mich richtungsweisend: Durch die Gespräche und die Nähe zu fachlichen Inhalten wurde mein Interesse an der Steuerberatung geweckt. Ich setze meinen Studienschwerpunkt entsprechend und hatte die Möglichkeit, ein Praktikum bei der Gesellschaft zu absolvieren. Dieses Praktikum bestätigte meinen Wunsch, mich auf das Steuerrecht zu konzentrieren und tiefer in die Materie einzusteigen.
Noch spannender wurde es dann, als ich kurz nach dem Praktikum als Werkstudentin in den Bereich der Umsatzsteuer wechselte. Diese Steuerart hat mich so fasziniert und begeistert, dass für mich nach dem Studium von Anfang an klar war: Die Umsatzsteuerberatung ist genau mein Thema. Der Umgang mit komplexen Fragestellungen, die Dynamik der Gesetzgebung, die Internationalität und die Vielzahl an Mandanten, die man individuell beraten kann, bereiten mir bis heute große Freude.
Rückblickend bin ich sehr dankbar, damals genau diesen Weg eingeschlagen zu haben – von der Bibliothek über das Abendsekretariat bis hin zur Umsatzsteuer hat mich diese Entwicklung nicht nur fachlich geprägt, sondern auch meinen Karriereweg klar definiert. Noch heute als Partnerin weiß ich, wie wichtig diese Erfahrungen und der Zufall damals waren, der mich in die Steuerberatung geführt hat.
Wie bleiben Sie in Ihrem Job motiviert, auch in stressigen Phasen?
Motiviert zu sein und zu bleiben, fällt mir eigentlich nie schwer, weil mein Beruf eine unglaubliche Vielfalt und Tiefe bietet, die mich immer wieder neu herausfordert und begeistert. Selbst mit meiner Spezialisierung auf die Umsatzsteuer ist kein Projekt oder Mandat wie das andere. Jeder Mandant bringt seine ganz individuellen Anforderungen, Rahmenbedingungen und Fragestellungen mit. Diese Unterschiedlichkeit sorgt dafür, dass mein Arbeitsalltag niemals eintönig wird, sondern abwechslungsreich und spannend bleibt.
Ein wesentlicher Motivationsfaktor ist für mich außerdem das Team, mit dem ich zusammenarbeite. Gerade im anspruchsvollen Steuerberatungsumfeld sind kollegialer Austausch, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Lösungsfindung unerlässlich. Das Team gibt mir Rückhalt, inspiriert mich und spornt mich an, auch in stressigen Zeiten mein Bestes zu geben. Ebenso motivieren mich unsere Mandanten: Ihr Vertrauen und ihre Wertschätzung bestätigen, dass unsere Arbeit einen echten Mehrwert schafft und nachhaltige Wirkung entfaltet.
Darüber hinaus liebe ich die intellektuelle Herausforderung, die meine Arbeit bietet. Besonders spannend finde ich das vorausschauende Denken – also sich mit Fragestellungen zu befassen, bei denen es teilweise noch keine eindeutige fachliche Antwort gibt. Diese Situationen erfordern fundiertes Fachwissen und pragmatisches Vorgehen, um praktikable Lösungen zu entwickeln. Genau diese Möglichkeit, aktiv an der Weiterentwicklung von innovativen Beratungskonzepten mitzuwirken, empfinde ich als sehr erfüllend und motivierend.
Last but not least motivieren mich die vielfältigen Entwicklungschancen in unserer Branche: Ständige Weiterbildung, der Erwerb neuer Kompetenzen und die Übernahme von Verantwortung ermöglichen es mir, mich beruflich und persönlich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Diese Perspektiven schaffen eine positive Dynamik, die mich antreibt und auch in herausfordernden Situationen mit Energie und Freude bei der Arbeit hält.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit, um Energie für den Berufsalltag zu tanken?
Um im anspruchsvollen Berufsalltag stets leistungsfähig und motiviert zu bleiben, lege ich großen Wert auf eine ausgewogene Freizeitgestaltung. Vor 33 Jahren habe ich angefangen, Basketball zu spielen – eine Sportart, die durch Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer geprägt ist sowie taktisches Denken, klare Kommunikation und ein funktionierendes Team erfordert. Auch heute bin ich wieder aktiv im Spielbetrieb und mehrfach in der Woche auf dem Court. Das Besondere am Basketball ist für mich, dass ich mich während des Trainings und der Spiele komplett auf die Spielzüge, den richtigen Pass und den freien Wurf konzentrieren muss. Diese intensive Fokussierung hilft mir ganz bewusst, den oft vielschichtigen und stressigen Arbeitsalltag hinter mir zu lassen. Sobald ich auf dem Spielfeld stehe, stehen das Team, das Zusammenspiel und die Taktik im Vordergrund – da bleibt kein Raum für berufliche Gedanken. Zudem sind es die Spielerinnen und die Coaches, die mir unglaublich viel Energie geben: Der gemeinschaftliche Geist, die gegenseitige Unterstützung und die Freude am gemeinsamen Erfolg motivieren mich immer wieder aufs Neue.
Abseits des Spielfeldes finde ich meinen Ausgleich vor allem in der Zeit mit meinem Mann. Diese gemeinsamen Momente sind für mich essenziell, um meine Energiereserven wieder aufzufüllen. Die Gespräche, das bewusste Abschalten und die Zeit für uns geben mir emotionalen Rückhalt und helfen mir, mit frischer Kraft wieder voll im Beruf durchzustarten.
Insgesamt gelingt mir so eine gute Balance zwischen körperlicher Aktivität, sozialem Miteinander im Sport und persönlicher Erholung – das ist für mich der Schlüssel, um langfristig ausgeglichen, leistungsfähig und mit Freude meine beruflichen Aufgaben zu meistern.