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03.03.2020

Letzter Streich: DuMont-Gruppe verkauft mit Ebner Stolz Morgenpost an EY Law-Mandanten

Die ‚Hamburger Morgenpost‘ wechselt den Besitzer. Der in der Hansestadt lebende Digitalmanager Arist von Harpe übernimmt das Traditionsmedium von der Kölner DuMont-Mediengruppe. Damit hat sich DuMont seit vergangenem Herbst von insgesamt vier Regionalzeitungen getrennt. Im Januar ging die ‚Mitteldeutsche Zeitung‘ an den Heinrich Bauer Verlag.

Thomas Herzogenrath

Thomas Herzogenrath

Teil der Transaktion zwischen DuMont und dem Digitalmanager sind neben der ‚Hamburger Morgenpost‘ das Portal mopo.de, der Medienvermarkter Hamburg First Medien & Marketing, die Corporate Publishing-Agentur DuMont Media inklusive der Erlebniswelt Discovery Dock im Hamburger Hafen sowie die Beteiligung an Radio Hamburg. Von Harpe, der auch als Manager des Portals Xing bekannt ist, übernimmt die Mediengruppe mit seinem Investment-Vehikel Chronic Capital. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt.

Vor fast einem Jahr hatte DuMont angekündigt, das Geschäftsfeld zu überprüfen. Mit dem Verkauf des Hamburger Blattes ist die strategische Neuausrichtung und der damit einhergehende Umbau des Geschäftsfelds Regionalmedien abgeschlossen. Neben der ‚Hamburger Morgenpost‘ hat sich DuMont auch von der ‚Berliner Zeitung‘, dem ‚Berliner Kurier‘ und der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘ getrennt.

Die Berliner Blätter gingen an das Unternehmer-Ehepaar Silke und Holger Friedrich, die davor noch keine Verleger waren. Mitte Januar wurde bekannt, dass der Hamburger Heinrich Bauer Verlag die ‚Mitteldeutsche Zeitung‘ in Sachsen-Anhalt kauft. DuMont konzentriert sich zukünftig im Geschäftsfeld Regionalmedien mit den beiden Kölner Blättern ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ und ‚Express‘ auf den Kernmarkt Rheinland/Bonn. Das Medienhaus hat neben dem Standbein Regionalzeitungen zwei weitere im Fachmedienbereich.

Berater Arist von Harpe/Chronic Capital
AD Rem (Hamburg): Roland Kuhardt-Junghans (Steuerrecht)
EY Law (Hamburg): Dr. Jan Feigen (Federführung), Dr. Maximilian Menges (beide Private Equity/M&A); Dr. Torsten Göcke (Berlin), Dr. Nikolai Weber (Stuttgart; beide Restrukturierung); Associates: Dr. Daniel Mattig; Lorenz Carstensen; Katarina Sacharow, Sandra Gomez Gracia (alle Private Equity/M&A)
KNPZ (Hamburg): Kai-Uwe Plath, Matthias Struck (beide IP)

Florian-Felix Marquardt

Florian-Felix Marquardt

Berater Heinrich Bauer Verlag
Noerr (Hamburg): Dr. Volker Land, Robert Korndörfer (München; beide Federführung; beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Florian-Felix Marquardt (Steuerrecht; Berlin), Dr. Felix Muhl (Vertriebsrecht), Dr. Mansur Pour Rafsendjani (IT; München), Yvonne Dietzel (Arbeitsrecht; Dresden), Dr. Torsten Kraul, Dr. Julian von Lucius (beide Telekommunikationsrecht; beide Berlin), Michael Schuhmacher (Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Kathrin Westermann (Kartellrecht; Berlin); Associates: Vanessa Wüsthoff (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Wolfgang Wittek (Arbeitsrecht), Julia Hecht (Corporate/M&A; München), Dr. Maximilian Kummer, Diana Richter (beide Vertriebsrecht), Elena Lehrke (Telekommunikationsrecht; alle München), Klaudyna Lichnowska (Finanzrecht; Frankfurt), Manuel Lomb (Immobilienrecht), Dr. Jan Weismantel (IT; beide München), Dr. Eva Fischbach (IP)
Inhouse Recht (Hamburg): Dr. Gerald Mai (General Counsel), Daniela Wallin (Legal Counsel)

Berater DuMont
Ebner Stolz (Köln): Thomas Herzogenrath, Dr. Nils Mengen (Corporate Finance/M&A, Financial Fact Book), Gero Ohrner, Evelina Mathäus; Associate: Florian Horsch (alle Steuern)
Latham & Watkins (Düsseldorf): Dr. Martin Neuhaus (Gesellschaftsrecht/M&A; Federführung), Dr. Thomas Fox (Steuerrecht), Dr. Michael Esser (Kartellrecht), Dr. Tobias Leder (Arbeitsrecht; beide München), Ulrich Klockenbrink (Restrukturierung; Hamburg; bei Hamburger Morgenpost), Joachim Grittmann (Datenschutz; Frankfurt); Associates: Simon Pommer (Steuerrecht; Hamburg), Florian Döpking, Dr. Beate Kirchner, Dr. Julia-Bianka Schenkel, Jörg Ruff, Dr. Steffen Augschill, Patrick Rode (alle Gesellschaftsrecht/M&A), Alexander Wilhelm (Regulierung; Frankfurt), Judith Kreher (Kartellrecht), Dr. Wolf-Tassilo Böhm (Datenschutz, beide Frankfurt)
Inhouse Steuern (Köln): Stefan Jordans (Leiter Steuern)
Inhouse Recht (Köln): Christian Musiol (Leiter Recht)

Hintergrund: Einige Berater sind aus dem Markt bekannt.

Thomas Fox

Thomas Fox

DuMont vertraute beim Verkauf aller vier Regionalmedien zum wiederholten Male auf Ebner Stolz. Das eingespielte Team um Mengen und Herzogenrath beriet das Verlagshaus zuletzt beim Erwerb der bav Bremer Außenwirtschafts- und Vertriebsseminare sowie bei der Übernahme des DTAD Deutscher Auftragsdienst, einem Dienstleister für öffentliche und gewerbliche Auftragsinformationen in der DACH-Region. In allen drei Fällen zeichnete das multidisziplinäre Team für Financial und Tax Due Diligence verantwortlich.

Latham-Partner Neuhaus arbeitete ebenfalls an allen drei Abverkäufen der DuMont-Gruppe. Die US-Kanzlei berät die Eignerfamilie regelmäßig gesellschaftsrechtlich. Anders als bei den Verhandlungen zum Verkauf der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘ zog Neuhaus bei den Verhandlungen zur ‚Hamburger Morgenpost‘ den Hamburger Restrukturierungsexperten Klockenbrink hinzu.

Aufseiten von von Harpe und Chronic Capital saß Neuhaus und Klockenbrink ein früherer Latham-Associate gegenüber: EY Law-Partner Feigen war 2018 von der US-Kanzlei zu EY Law gewechselt und leitet mittlerweile den interdisziplinären Private-Equity-Hub für Nord- und Ostdeutschland der Beratungsgesellschaft. Investor von Harpe kennt Feigen persönlich. Für IP-rechtliche Themen zog sein Mandant die Hamburger Boutique KNPZ hinzu, mit der sie regelmäßig zusammenarbeiten. Nach JUVE Steuermarkt-Informationen übernahm AD Rem-Partner Kuhardt-Junghans die steuerliche Beratung des Digitalmanagers und seines Investment-Vehikels. 

Der Hamburger Heinrich Bauer Verlag mandatierte Noerr. Steuerpartner Marquardt und Corporate-Partner Land pflegen schon länger gute Kontakte zu der Mediengruppe. So berieten sie beispielsweise auch bei der Gestaltung eines Vertriebs-Joint-Ventures mit Wettbewerber Gruner + Jahr im vergangenen Jahr. Den Ankauf der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘ steuerte Land zusammen mit Noerr-Partner Korndörfer, der ebenfalls bei den Verhandlungen mit Gruner + Jahr mit am Tisch saß.   

Sowohl der Verkauf der ‚Mitteldeutschen Mediengruppe‘ als auch die Transaktion zur ‚Hamburger Morgenpost‘ wurden nach Marktinformationen beim Hamburger Notariat Bergstraße von Notar Dr. Thomas Diehn beurkundet. (Sonja Behrens, Verena Clemens; mit Material von dpa)

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