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26.04.2021

Visualisierungstechnik: Aesculap erwirbt Anteilsmehrheit an Schölly Fiberoptic mit Beiten Burkhardt

Das Tuttlinger Medizintechnikunternehmen Aesculap, eine Tochter des Pharmakonzerns B. Braun Melsungen, hat sich die Mehrheit am Bildgebungsspezialisten Schölly Fiberoptic gesichert. Die Familiengesellschafter bleiben weiterhin mit 30 Prozent beteiligt. Über das Transaktionsvolumen haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen.

Marion Frotscher

Marion Frotscher

Mithilfe von Aesculap und B. Braun Melsungen möchten die Familiengesellschafter von Schölly Fiberoptic das Unternehmen für die Zukunft absichern und Investitionen tätigen. Aesculap war bereits seit 1998 Minderheitsanteilseignerin der Schölly Fiberoptic und baut ihren Anteil nun signifikant aus. 

Schölly Fiberoptic entwickelt und produziert Visualisierungssysteme, die vor allem in der medizinischen Endoskopie und in der Industrie, beispielsweise im Triebwerksbau, zum Einsatz kommen. Werner Schölly, der das weltweit agierende deutsche Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Frau Regula 1973 in Denzlingen in Baden-Württemberg gründete, gilt als Pionier der Medizintechnik und entwickelte eine Vielzahl innovativer, minimalinvasiver Methoden. Das südbadische Unternehmen beschäftigt aktuell insgesamt 550 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt 166 Millionen Euro Umsatz. 

Aesculap stellt Medizinprodukte und Medizintechnik her, die unter anderem in der Neuro-, Herz- und Wirbelsäulenchirurgie Anwendung finden. Das Unternehmen bildet eine der vier Sparten der B. Braun Gruppe und erwirtschaftete 2019 mit rund 3.600 Mitarbeitern knapp zwei Milliarden Euro Umsatz des Gesamtkonzernumsatzes in Höhe von rund sieben Milliarden Euro. Aufgrund der Corona-Epidemie wurden 2020 weltweit planbare Eingriffe verschoben, infolgedessen musste Aesculap zuletzt einen Umsatzrückgang in Höhe von elf Prozent hinnehmen.

Berater Aesculap AG
Beiten Burkhardt (Hamburg): Dr. Ulrich Wolf (Corporate/M&A; Federführung), Dr. Marion Frotscher (Steuerrecht), Jan Christian Eggers (Kartellrecht), Dr. Andreas Lober (IP/IT; Frankfurt); Associate: Chiara Stubenrauch (Corporate/M&A)
Inhouse Recht (Tuttlingen): Dr. Sebastian Braun-Lüdicke (Vice President Legal Affairs), Dr. Christian Müller (Senior Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Berater Schölly Fiberoptic / Familiengesellschafter 
Bansbach (Freiburg): Hanns-Georg Schell (Transaction Financial Services), Claudio Schmitt (M&A Tax); Associate: Florian Huschka (Private Client Tax) 
Friedrich Graf von Westphalen & Partner (Freiburg): Dr. Barbara Mayer (Federführung); Associates: Dr. Jan Barth (beide Corporate/M&A), Daniel Rombach (Fusionskontrolle)

Hintergrund: Die Käuferin vertraute auf die Kompetenz ihrer Rechtsabteilung, die ein Beiten Burkhardt-Team hinzu holte. Der federführende Corporate-Partner Wolf hatte das Mandat bei seinem Wechsel von Watson Farley im Frühjahr 2020 mitgebracht. Die steuerrechtliche Beratung übernahm Transaktionssteuerspezialistin Frotscher. Sie war zum Jahreswechsel von Warth & Klein Grant Thornton gekommen, wo sie bis dahin das Tax-Team geleitet hatte. Zeitgleich war zudem Dr. Georg Tolksdorf aus der Steuerabteilung der Deutschen Bank hinzugestoßen, wodurch sich die Steuerpraxis binnen kurzer Zeit gleich zweimal namhaft verstärken konnte.   

Die Verkäuferseite vertraute bei der rechtlichen und steuerlichen Beratung zum wiederholten Male auf die Kombination von Bansbach und Friedrich Graf von Westphalen. Bansbach berät Schölly bereits seit 2006 laufend in Steuerfragen. Der auf die Beratung von Familiengesellschaften und deren Gesellschaftern spezialisierte Freiburger Partner Schell, M&A Tax-Partner Schmitt und FGvW-Partnerin Mayer arbeiteten zum ersten Mal 2019 gemeinsam für Schölly, als diese ihr Robotik-Endoskopie-Geschäft an Intuitive Surgical veräußerte. FGvW kam damals auf Empfehlung Bansbachs ins Mandat. Beim Verkauf an Aesculap beriet das Bansbach-Team nun umfassend steuerlich sowie wirtschaftlich. Das Team verantwortete die steuerliche Vertragsstrukturierung und beriet zu allen steuerlichen Aspekten des Verkaufsvertrags. 

Die Kartellanmeldung in Österreich erfolgte in Zusammenarbeit mit Schönherr Rechtsanwälte. (Verena Clemens)

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