China-Allianz

Dornbach tritt Shine Wing-Netzwerk bei

Die mittelständische Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Dornbach ist neues Mitglied im internationalen Netzwerk Shine Wing. Das vor rund 20 Jahren in China gegründeten Beratungsunternehmen wird dort als "der vielleicht einflussreichste Prüfer des Landes" gehandelt. Von der Mitgliedschaft erhofft sich Dornbach nun einen besseren Zugang zur Beratung von chinesischen Unternehmen in Deutschland.

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Schenkel_Matthias
Schenkel_Matthias

Deutschland ist das erste Land in Europa, in dem Shine Wing eine formale Verbindung mit einem festen und breit aufgestellten Kooperationspartner eingeht. In London verfügt das Netzwerk zwar ebenfalls über ein Büro, dieses befindet sich aber noch im Aufbau und hat derzeit fast ausschließlich mit chinesischen Mandanten zu tun.

Bislang wickelte Shine Wing das Geschäft in Deutschland vor allem im Rahmen der weltweiten Praxity-Allianz ab, in der Shine Wing ebenfalls Mitglied ist. Praxity ist eines der größten globalen Netzwerke unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften mit mehr als 40.000 Fachleuten in über 100 Ländern. Zu den hiesigen Praxity-Kanzleien zählen etwa Falk & Co., Fides, HWS oder Mazars.

Dornbach soll nun als direkte Netzwerk-Kanzlei von Shine Wing den Allianz-Partnern auch im Praxity-Netzwerk vorgezogen werden, erklärte der für die internationale Aufstellung von Dornbach zuständige Partner Matthias Schenkel gegenüber JUVE Steuermarkt.

Dornbach bleibt nach dem Beitritt zu Shine Wing unabhängig und Mitglied in der internationalen GMN-Allianz, wird perspektivisch jedoch als Mitgliedsfirma von Shine Wing auftreten. Für die Koordination innerhalb des neuen Geschäftsfelds hat Dornbach kürzlich einen China Desk in Koblenz gegründet, dem neben Schenkel auch die gebürtige Chinesin Joyce Vergien angehört. Vergien sammelte nach Aussage von Schenkel in den vergangenen 20 Jahren reichlich M&A-Erfahrung, unter anderem war sie zehn Jahre bei Mars beschäftigt. Zuletzt war sie als selbstständige Beraterin in Frankfurt tätig.

Dornbach will den China Desk kurzfristig auf insgesamt rund fünf Berufsträger aufstocken. Unabhängig davon sind insgesamt von nun an 10 Partner und 13 weitere Berufsträger bzw. Professionals aus Prüfung, Steuer- und Transaktionsberatung sowie Recht im China-Geschäft aktiv. Die Gesellschaft will hier nicht nur Deklarationsgeschäft für Töchter chinesischer Unternehmen in Deutschland und Neugründungen abwickeln, sondern plant diese umfassend auch bei Prüfungen, steuerlichen Gestaltungen, M&A-Transaktionen oder Börsengängen zu beraten.

Aufsteigerin im Reich der Mitte

Shine Wing wurde um die Jahrtausendwende von dem früheren China-Chef von Coopers & Lybrand (heute PwC) in China, Zhang Ke, gegründet. Shine Wing rangiert mit einem Umsatz von 361 Millionen US-Dollar aktuell auf Platz 22 des International Accounting Bulletin der größten Wirtschaftsprüfungsnetzwerke der Welt. Angeführt wird dieses Ranking seit Jahren von den Big-Four-Gesellschaften.

Zhang Ke war bei Gründung seiner neuen Firma davon überzeugt, dass China angesichts der Größe des Marktes eine eigenständige international aufgestellte WP-Gesellschaft vertragen könne. Heute berät das Unternehmen große chinesische Konzerne wie Cofco, China Mobile, CGN oder CCTV. Zhang Ke wurde bereits 2013 von der ‚Financial Times‘ als „der vielleicht einflussreichste Prüfer des Landes“ beschrieben.

Das Netzwerk Shine Wing International bestand bislang aus zehn Mitgliedsfirmen in China, Hongkong, Singapur, Japan, Australien, Pakistan, Ägypten, Malaysia, Indonesien und Großbritannien mit 45 Büros und mehr als 7.000 Mitarbeitern. Anfang des Jahres war Indonesien hinzugekommen. Auf der weltweiten Konferenz des Netzwerks in der chinesischen Metropole Chongqing in der vergangenen Woche – auf der auch der Beitritt von Dornbach beschlossen wurde – stellte Zhang Ke die künftigen geografischen Schwerpunkte dar: „Wir wollen das Wachstumstempo in Europa, Amerika und Afrika beschleunigen, jeweils mit dem Fokus auf chinesisches Geschäft, sowohl in- als auch outbound.“ Mit Deutschland ist nun der erste Schritt getan. (Jörn Poppelbaum)

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