Technologiegestütztes Payroll Management

Deloitte holt großes Mobility-Team von PwC

Deloitte verstärkt ihr Global Mobility-Geschäft massiv: Zum Juli wechselt ein Team von insgesamt 14 Mitarbeitenden um den Technologie-Experten Oliver Gunkel zur Big-Four-Gesellschaft. Gunkel kommt von PricewaterhouseCoopers (PwC) und steigt bei Deloitte als Partner ein. Er wäre eigentlich im Mai mit dem Global Mobility-Team von PwC zu Vialto gewechselt.

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Oliver Gunkel

Gunkel war seit 2014 bei PwC in München, davon die letzten drei Jahre als Director. Zuvor hat er rund 16 Jahre für den Daimler-Konzern in Stuttgart gearbeitet, unter anderem im Bereich Global Payroll-Management. Der studierte Wirtschaftsmathematiker ist auf International Payroll Services spezialisiert und insbesondere Experte für technologiegestützte Lösungen. Mit ihm wechselt Filipe Feijao als Director sowie fünf Mitarbeitende, die bei Deloitte als Manager bzw. Senior Manager einsteigen.

Für Deloitte sind die Zugänge einer der größten Team-Gewinne im Bereich Global Employer Services (GES) unter der Leitung des Berliner Partners Marcus Krohn. Die wachsende Bedeutung des Themas bei der hierzulande kleinsten der Big-Four-Gesellschaften wird auch dadurch unterstrichen, dass mit Susanne Turner eine Beraterin mit dem Schwerpunkt Immigration zum Juni zur Partnerin ernannt wurde. „Wir vergrößern damit das Team im Bereich Global Employer Services unter der Leitung durch nun sieben Partner massiv. Außerdem investieren wir so strategisch in stark nachgefragte Bereiche wie Einwanderungsrecht sowie technologiegestützte Leistungen in der Lohnsteuer und im Vergütungsmanagement und bauen diese weiter aus,“ so Krohn.

PwC hatte zum Mai das weltweite Global Mobility-Geschäft für über zwei Milliarden US-Dollar an den amerikanischen Private-Equity-Investor Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) verkauft. In Deutschland waren rund 350 Mitarbeitende – etwa die Hälfte des Teams, das bei PwC unter „People & Organisation“ zusammengefasst ist – betroffen, vor allem an den Standorten Hamburg, Berlin, Düsseldorf, München, Stuttgart und Frankfurt. Unter den im Mai gewechselten Beratern waren vier Partner und acht Directors. So genannte Country Lead Partnerin Germany bei der unter Vialto firmierenden Beratung ist die langjährige PwC-Partnerin Aline Kapp. Weltweit arbeiten nunmehr rund 6.000 Mitarbeitende unter dem Dach von Vialto.

Der Deal hat unter Mobility-Experten für viel Aufsehen gesorgt. Nicht nur ist es einer der größten Carve-outs bei einer Steuerberatungsgesellschaft in Deutschland; auch die weitere Entwicklung von Vialto wird im Markt mit Spannung erwartet: So bemerken Marktteilnehmer einerseits, dass durch den Verkauf wichtige Schnittstellen beispielsweise zu Arbeitsrecht und anderen Steuerdisziplinen zukünftig wegfallen. Andererseits befreit sich Vialto mit dem Schritt von Konflikten mit der Wirtschaftsprüfung, die in Deutschland nicht zuletzt durch das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) nochmals an Brisanz gewonnen haben. Zudem teilte Vialto mit, in den kommenden Jahren stark in technologische Lösungen investieren zu wollen.

Gunkel und sein Team wären eigentlich mit zu Vialto gewechselt, entschieden sich schlussendlich jedoch für einen Wechsel in eine andere Big-Four-Gesellschaft.

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