TP & Data Analytics-Einheit

Ex-Deloitte-Partner gründet Verrechnungspreis-Boutique

Der ehemalige Deloitte-Verrechnungspreispartner Christian Schoppe hat zum Juli in Eschborn bei Frankfurt zusammen mit zwei Mitstreitern die Verrechnungspreis-Boutique Taxmind gegründet. Die Besonderheit: Verrechnungspreisberatung soll mit Data Analytics und Data Mining gekoppelt werden.

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Christian Schoppe

Schoppe hat sich mit dem ehemaligen Rödl-Berater Teymur Schafi-Neya (57) und dem ehemaligen Deloitte Senior Manager Neeraj Popat (38) zusammengetan. Beide wurden neben Schoppe Geschäftsführer der Ende Juni gegründeten Boutique. Der 50-Jährige selbst blickt sowohl auf Industrie- wie Beratungserfahrung zurück. In den 2000er Jahren war er fast ein Jahrzehnt in der deutschen Steuerfunktion des aus Sandoz entstandenen Schweizer Spezialchemieunternehmens Clariant tätig; zuletzt als Leiter Steuern. Danach durchlief Schoppe die Verrechnungspreispraxen der meisten Big-Four: zunächst Ernst & Young (EY), dann KPMG und zuletzt bis 2020 Deloitte – dort seit 2012 als Partner. Seit seinem Ausscheiden dort hatte Schoppe zunächst als Freelancer in der Verrechnungspreisberatung gearbeitet.

Neeraj Popat

Der zweite Geschäftsführer Neeraj Popat ist wie Schoppe Steuerberater und Verrechnungspreisspezialist. Beide kennen sich seit Langem aus ihrer gemeinsamen Arbeit bei Deloitte und zuvor bei KPMG. Popat war bereits bei KPMG am Frankfurter Standort Senior Manager in Schoppes Verrechnungspreisteam und wechselte gemeinsam mit diesem im Oktober 2017 zu Deloitte in Frankfurt, wo er ebenfalls als Senior Manager einstieg. Der 38-Jährige ist auf die Gestaltung von Verrechnungspreissystemen inklusive Konzeption, Reorganisation, Bewertung und Implementierung spezialisiert.

Teymur Schafi-Neya

Der dritte Geschäftsführer, der Diplom-Kaufmann Teymur Schafi-Neya, soll vor allem den Bereich Data Mining und Data Analytics abbilden. Der 57-Jährige war bisher selbstständiger Unternehmensberater mit Sitz in Bamberg. Schafi-Neya hat sich auf Verrechnungspreisdokumentation und Operational Transfer Pricing spezialisiert. Er soll sich auf auf Datenbankstrukturen konzentrieren und Datenextraktions- und Auswertungsmodelle entwickeln. Alle drei kennen sich aus gemeinsamen Projekten.

Durch die Datenextraktion und Datenanalyse unmittelbar aus den ERP-Daten von Unternehmen will sich Schoppes Boutique von anderen Anbietern am Markt unterscheiden, indem er technologisch direkt am Beginn des Beratungsprozesses ansetzt. Genau dieser Ansatz ist nicht ohne Risiko. Denn er setzt die Bereitschaft von Unternehmen voraus, dem eigenen Berater auch Zugang zu den primären Unternehmensdaten einzuräumen und nicht lediglich Fragebögen auszufüllen oder vorgefilterte und vorausgewählte Datenräume zur Verfügung zu stellen.

Boutiquen für steuerliche Spezialthemen erreichen derweil immer mehr Präsenz im Markt. So bietet neben anderen die Boutique iSP Global Tax mit Stefan im Schlaa in Düsseldorf eine entsprechende Verrechnungspreisberatung an. Auch Einheiten, die klassische Steuerberatung zu Spezialthemen mit technologischen Schwerpunkten kombinieren, erleben einen Zulauf, wie etwa die Bonner Tax-Tech-Boutique Greenfield.

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