Juve Plus Next-Six-Umsätze

Forvis Mazars bleibt vor Grant Thornton

Autor/en
  • Daniel Lehmann

Mit Grant Thornton und Forvis Mazars haben zwei der Next-Six-Gesellschaften ihre Umsätze für das letzte Geschäftsjahr veröffentlicht. Trotz stärkeren Wachstums in der Steuerberatung bleibt Grant Thornton hinter der Wettbewerberin zurück.

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Beide Gesellschaften konnten im vergangenen Geschäftsjahr erneut zulegen – jeweils um gut 18 Prozent. Forvis Mazars kommt hierzulande auf einen Gesamtumsatz von 334,5 Millionen Euro (Vorjahr: 282,5 Millionen Euro) und knackte damit die 300-Millionen-Euro-Marke. Grant Thornton erwirtschaftete insgesamt 249 Millionen Euro (Vorjahr: 211,8 Millionen Euro).

Grant Thornton macht Boden gut

In der Steuerberatung legte Grant Thornton stärker zu als die Wettbewerberin. Forvis Mazars erwirtschaftete ein Plus von sieben Prozent und kommt aktuell auf einen Steuerumsatz von 133,1 Millionen Euro (Vorjahr: 124,4 Millionen Euro). Grant Thornton setzte satte 20 Prozent mehr um, der Steuerumsatz liegt nun bei 116 Millionen Euro (Vorjahr: 96,7 Millionen Euro). Trotz des stärkeren Wachstums bleibt Grant Thornton damit noch ein ganzes Stück hinter Forvis Mazars zurück. Den aktuellen Zahlen zufolge liegt Grant Thornton weiterhin auf Platz 11 und Forvis Mazars auf Platz 10 der umsatzstärksten Steuereinheiten hierzulande.

Trotzdem zeigt der Fünf-Jahres-Vergleich, dass Grant Thornton mit dem starken Wachstum Boden gutmachen konnte. In den vergangenen Jahren ging die Schere zwischen den beiden Einheiten auseinander. Während der Unterschied in absoluten Zahlen im vergangenen Geschäftsjahr noch bei 28 Millionen Euro lag, ist diese Differenz zuletzt auf 17 Millionen Euro geschrumpft.

Wachstumstreiber Prüfung

Mit Blick auf die Geschäftsbereiche Prüfung sowie Consulting/Advisory hatte Forvis Mazars im vergangenen Jahr die Nase vorn – sowohl, was die relativen, als auch, was die absoluten Zahlen angeht.

In der Prüfung kommt Forvis Mazars auf einen Umsatz von 122,1 Millionen Euro (Vorjahr: 98,3 Millionen Euro), was einem Plus von 24 Prozent entspricht. „Mit Prüfungsmandaten für Goldman Sachs Bank Europe, Zurich Versicherung und Gothaer Versicherungen festigte Forvis Mazars seine Stellung in den Branchen Banking und Versicherungen“, ließ die Gesellschaft in ihrer Pressemitteilung verlauten. „Erstmals flossen die Honorare für die Prüfung des Pharma-Unternehmens Sanofi-Aventis Deutschland, des Bahntechnikanbieters Alstom Transportation Germany, des MDAX-notierten Automobilzulieferers Hella und des TecDAX-Unternehmens Eckert & Ziegler in die Zahlen ein.“ Für das laufende neue Geschäftsjahr kommen Prüfungsmandate unter anderem für das MDAX-Unternehmen Sixt und die Morgan Stanley Bank AG hinzu.

Grant Thornton konnte hier um 15 Prozent von 66,8 auf 77 Millionen Euro zulegen und betonte in ihrer Pressemitteilung vor allem „die weitere strategische Digitalisierung der Services und die Ausweitung von KI (Künstliche Intelligenz)-Technologie im Rahmen der Erbringung von Prüfungsleistungen“.

In Puncto Consulting/Advisory konnte Forvis Mazars in der Summe an Grant Thornton vorbeiziehen. Für Grant Thornton schlug hier ein Wachstum von weniger als ein Prozent zubuche. „Trotz Zuwächsen in allen Service Lines, besonders in Deal Advisory und VEDAS (kurz für: Valuation & Economic and Dispute Advisory, Anm. d. Red.)“, verzeichnete Grant Thornton „in Summe auf Gruppenebene im Bereich Advisory kein Wachstum durch gegenläufigen Effekt aus der planmäßigen Entkonsolidierung einer Joint Venture-Aktivität“, heißt es dazu in der Pressemitteilung.

Forvis Mazars wiederum trennt die Bereiche Consulting und Financial Advisory buchhalterisch. Kumuliert ergab sich ein Wachstum von gut 35 Prozent, wobei Consulting von 21,7 Millionen Euro auf 32,3 Millionen Euro wuchs (plus 49 Prozent), Financial Advisory legte von 13 Millionen Euro auf 14,7 Millionen Euro zu (plus von 13 Prozent).

Die Rechtsberatung wuchs wiederum bei beiden Einheiten kräftig – wobei sowohl Forvis Mazars, vor allem aber Grant Thornton von einem niedrigen Niveau kommen. Bei Forvis Mazars liegt der Bereich Legal nun bei 32,4 Millionen Euro (ein Plus von 27 Prozent) und bei Grant Thornton bei 15 Millionen Euro (ein Plus von 98 Prozent).

Steuern der größte Umsatzposten

Wirft man einen Blick auf die Geschäftsmodelle der beiden Gesellschaften, ergibt sich ein durchaus überraschendes Bild. Trotz des Selbstverständnisses als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist die Steuerberatung sowohl bei Forvis Mazars als auch bei Grant Thornton der nach wie vor größte Umsatzposten.

Forvis Mazars erwirtschaftete zuletzt 40 Prozent ihres Umsatzes mit der Steuerberatung, Grant Thornton mit 47 Prozent sogar knapp die Hälfte. Auch sonst sind die beiden Einheiten gut vergleichbar. Legal und Consulting sind nach wie vor die kleinsten Geschäftsbereiche, das Thema Prüfung liegt bei gut einem Drittel.

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