JUVE Inhouse Steuern

Im Krisenmodus

Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und neue Herausforderungen durch den Klimawandel. Daneben Fachkräftemangel, Digitalisierung und Regulierung – Steuerfunktionsleitende sind um ihre Jobs im Moment nicht wirklich zu beneiden. Doch die aktuelle JUVE Inhouse Steuern-Umfrage zeigt: Steuerspezifische Herausforderungen beschäftigen die Steuerchefs und -chefinnen hierzulande mehr als die globalen Krisen.

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Auf den ersten Blick ist ihre Rolle aktuell alles andere als beneidenswert. Denn die derzeitigen Herausforderungen stellen völlig neue Anforderungen an Steuerfunktionsleitende und verändern ihre Rolle im Unternehmen weiter. Sie sind Booster für einen Trend, der sich schon seit Längerem andeutete – Steuerfunktionsleitende müssen sichtbarer im Unternehmen sein, in die Strategie mit eingebunden werden und sich viel stärker als Teil der Wertschöpfung begreifen als früher. Und das ist mit Fähigkeiten verbunden, die womöglich in der Vergangenheit noch nicht so eine große Rolle gespielt haben wie heute: Kommunikation, interdisziplinäres Arbeiten, Management und Führung.

Nicht alle Herausforderungen gleich virulent
Wenn man so will, kommt den Steuerchefinnen und -chefs dabei zumindest zugute, dass in den meisten Fällen nicht alle Herausforderungen im gleichen Maße virulent sind: Ob man vom Ukraine-Krieg betroffen ist, hängt sehr stark mit der Ausrichtung des jeweiligen Unternehmens bzw. der Branche zusammen. Gleiches gilt für die Auswirkungen des Klimawandels oder der Corona-Pandemie -über die üblichen Themen wie Homeoffice hinaus.

Diese Heterogenität spiegelt sich auch in der Umfrage wider, die JUVE Steuermarkt erneut unter den Steuerexpertinnen und -experten mit Leitungsfunktion durchgeführt hat. Auffällig dabei: Mit 82 Prozent der Antworten sticht die Corona-Pandemie als globale Herausforderung noch am meisten heraus, 55 Prozent bezeichnen den Einfluss der Pandemie als groß bzw. sehr groß. Neben dem weiterhin virulenten Homeoffice mit all seinen Begleiterscheinungen berichten 42 Prozent der Teilnehmenden, dass Infektionsfälle im Team und die dazu gehörige Quarantäne ihre Arbeit beeinträchtigt. Immerhin noch 25 Prozent nehmen wahr, dass die steuerliche Aufarbeitung der Pandemie viele Ressourcen bindet.

Der Ukraine-Krieg steht mit 35 Prozent der Antworten auf Platz 2 der aktuellen globalen Herausforderungen für Steuerfunktionsleitende. Allerdings: Nur 21 Prozent sagen, dass der Krieg großen oder sehr großen Einfluss auf ihre Arbeit hat. Das größte Problem für Steuerfunktionen: Der Ukraine-Krieg hat Einfluss auf die (durch die Auswirkungen der Pandemie-Maßnahmen ohnehin schon gebeutelten) Lieferketten, wie 48 Prozent der Teilnehmenden berichten.

Die Klimakrise beeinflusst die Arbeit von Steuerfunktionsleitenden derweil deutlich weniger: Nur elf Prozent sind der Meinung, dass diese großen bis sehr großen Einfluss auf ihre tägliche Arbeit hat. Zumindest unmittelbar sind die Auswirkungen noch nicht so groß. Denn immerhin 70 Prozent der Teilnehmenden berichten, dass sie sich im Unternehmen mit ESG-Themen auseinandersetzen, was ebenfalls Auswirkungen auf die Arbeit habe, doch nur 25 Prozent beschäftigen sich derzeit mit der Umsetzung des ‚Gesetzes zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 im Steuerrecht‘, und nur 46 Prozent müssen sich aufgrund der Klimakrise mit neuartigen steuerlichen Fragen auseinandersetzen. Hier werden insbesondere Fragen zur Stromsteuer und die Plastiksteuer – in einigen Ländern bereits Realität – genannt. Aber auch Nachhaltigkeitsberichte werfen ihre ersten Schatten voraus.

Regulierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel als gemeinsame Herausforderungen
Was die Branche jedoch eint, sind die branchen- bzw. fachspezifischen Herausforderungen Regulierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel. Auch die globale Mindeststeuer wirft bei über der Hälfte der Teilnehmenden ihre Schatten voraus. Zwar halten 45  Prozent die Regulierung für die größte fachspezifische Herausforderung, Fachkräftemangel und Digitalisierung liegen mit 29 bzw. 25 Prozent der Antworten jedoch recht nah beieinander. Alle aktuellen Herausforderungen der Steuerfunktionen haben zwar unterschiedliche Schwerpunkte, sind aber doch so eng miteinander verzahnt, dass das Drehen an nur einer Stellschraube nicht alle Probleme wird lösen können.

Wie die deutschen Steuerfunktionsleitenden genau zu den Themen Regulierung, Digitalisierung und Fachkräftemangel stehen, welche Aufgaben sie sehen und welche Erfahrungen sie unter anderem mit Tax Tools gemacht haben, lesen Sie in der detaillierten Auswertung der Umfrage in der JUVE Inhouse Steuern.

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