Nach Carve-out

Neue Steuerchefin von Ex-Leoni-Sparte BG AM kommt von Noerr

Mit Sonja Pappert hat die gerade frisch verkaufte Ex-Leoni-Sparte Business Group Automotive Cable Solutions (BG AM) die erste eigene Steuerchefin in ihrer noch jungen Firmengeschichte von der Wirtschaftskanzlei Noerr gewonnen. Die BG AM ist im vergangenen Jahr aus dem Carve-out der Kabelsparte des Nürnberger Bordnetzherstellers Leoni hervorgegangen.

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Sonja Pappert

Papperts Abteilung bei BG AM umfasst aktuell fünf Planstellen – unter anderem in den Bereichen Transfer Pricing, Umsatzsteuer sowie Exportkontrolle und Zoll. Pappert ist dabei erstmal der einzige Berufsträger. Ein weiterer Ausbau der Steuerfunktion soll folgen. Die 41-jährige Steuerberaterin war bei Noerr in München zuletzt Senior Associate. Zuvor war sie lange Jahre Senior Managerin bei KPMG. Für Pappert war der Weg zur neuen Position in gewisser Hinsicht ein Blindflug. Denn als der Anstellungsprozess begann, stand der neue Eigner Stark Corporation noch gar nicht fest.

Allerdings: „Es bestanden von Anfang an keine Unklarheiten“, berichtet Pappert über den Rekrutierungsprozess. Dass es einen Carve-out und damit einen Eigentümerwechsel geben werde, hätten die Verantwortlichen von Leoni gleich zu Beginn klargestellt. Der Kontakt selbst sei über einen Headhunter zustande gekommen. „Der Aufgabenblock ändert sich nicht automatisch bzw. vollständig mit dem Verkauf“, sagt die Steuerchefin, die Anfang Mai an Bord kam. Pappert ist spezialisiert auf Unternehmenssteuern und hat vor allem in der Beratung des Mittelstands, aber auch von Großkonzernen Erfahrung gesammelt. Wichtig war Pappert vor allem, dass der neue Job auch Gestaltungsmöglichkeiten beinhaltet. Entsprechend möchte sie den Ausbau des steuerlichen Know-hows in der Inhouse-Abteilung voranbringen.

Hans-Christoph Herold ergänzt: „Die Komplexität der Aufgaben ist durchaus mit den Herausforderungen bei Großkonzernen vergleichbar.“ Der 49-jährige Steuerberater ist der ehemalige Steuerchef von Wire & Cabel Solutions (WCS), der Kabelsparte von Leoni – und damit quasi der Vorgänger von Pappert. Der Steuerexperte ist in die Steuerabteilung von Leoni als Global Head of Indirect Tax gewechselt und begleitet von dort aus den Carve-out-Prozess.

Im Rahmen des Carve-outs wurde die WCS aus der Konzernstruktur des Nürnberger Bordnetzherstellers herausgetrennt und in mehrere verschiedene Unternehmen aufgeteilt, um den Verkauf zu erleichtern. Die Steuerabteilung des ehemaligen Konzernteils wurde bereits im Vorfeld in die Steuerabteilung von Leoni mit Zuständigkeit für den Gesamtkonzern integriert. Die BG AM ist dabei mit 1,3 Milliarden Euro Umsatz die größte Geschäftseinheit des Carve-out-Prozesses. Die BG AM sei deshalb auch die einzige Geschäftseinheit in diesem Prozess, bei der man eine eigene vollumfängliche Steuerabteilung geplant habe, so Hans-Christoph Herold.

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