Juve Plus Neustart

Partner von KSB Intax gründen eigene Kanzlei

Miriam Henschel (46) und Dr. Nicolas Penner (53) gehen zum Juli in Hannover mit Kopernikus Tax & Legal an den Start. Die neue Einheit fokussiert sich auf das Thema Steuergestaltung.

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Der Holzmarkt in der historischen Altstadt von Hannover.
Miriam Henschel

Inklusive der beiden Gründer wechselt ein zehnköpfiges Team aus dem Bereich Steuergestaltung von KSB Intax in die neue Einheit Kopernikus Tax & Legal. Neben steuerlichem ist auch rechtliches Know-how vertreten. Beide Gründungspartner sind Anwälte und Steuerberater, Penner auch Notar. Zudem ist ein weiterer Gesellschaftsrechtler im Team.

Das Beratungsportfolio von Kopernikus Tax & Legal schließt an die bisherigen Schwerpunkte von Henschel und Penner in der Steuergestaltung an. Es umfasst Unternehmensnachfolgen, Umstrukturierungen, Steuerstreit, Transaktionen sowie die Beratung der öffentlichen Hand. Bei Letztgenannter hat sich Henschel in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht, unter anderem in der Beratung in Sachen §2b UStG. In Sachen Umstrukturierungen war KSB Intax zuletzt auch immer wieder als Berater für Berater gefragt.

Nicolas Penner

Kopernikus Tax & Legal wird in eine Bürogemeinschaft mit einer Wirtschaftskanzlei ziehen. Mit dieser will die neue Einheit für rechtliche Fragen außerhalb des eigenen Fachbereichs, etwa Arbeitsrecht, zusammenarbeiten.

Verlust für KSB Intax

Für KSB Intax ist der Weggang ein schwerer Verlust für das Gestaltungsprofil. Die Einheit weist einen hohen Beratungsanteil im Vergleich zum Deklarations- und Compliance-Geschäft auf. Diesen Beratungsanteil haben Henschel und Penner maßgeblich geprägt und das Geschäft mit aufgebaut. Henschel war seit 2006 bei KSB Intax tätig, Penner seit 2004. Der dritte Partner aus dem Bereich Steuergestaltung, Mathias Dietrich, verbleibt bei der MDP-Gesellschaft.

Das Steuerteam (Steuergestaltung und Deklaration) zählt derzeit 18 Mitarbeitende, davon 3 Partner und 13 weitere Berufsträger. Laut KSB Intax verändert sich lediglich die Zahl der Partner durch den Weggang, der Rest bleibt konstant. Die Kanzlei erklärte zudem, dass die Partner Thomas Altendorfer, Til Ammermann und Valentin Seidenfus Kapazitäten in der Steuergestaltung übernehmen.

Zu den Gründen für das Auseinandergehen hielten sich beide Seiten bedeckt. Die beiden ausscheidenden Partner verwiesen auf „unternehmerische Differenzen“. KSB Intax wollte sich auf Anfrage von JUVE Steuermarkt nicht äußern.

Bunte Beratungslandschaft

Es bleibt abzuwarten, wie sich die neue Einheit in die Beratungslandschaft der niedersächsischen Landeshauptstadt einfügt. KSB Intax hat hier mit seinem Full-Service-Angebot für mittelständische Mandanten einen festen Platz. Weitere größere MDP-Einheiten in Hannover sowie im Umland sind Gehrke Econ und Lüders Warneboldt.

Beide haben in den vergangenen Jahren an ihren Beratungsprofilen gefeilt. So ist Gehrke Econ u.a. stark aufgestellt in der IT- und TCMS-Beratung. Lüders Warneboldt hat einen Schwerpunkt in der Beratung der Pflege- und Gesundheitsbranche aufgebaut. Neben Regionalplayern sind alle Big-Four-Gesellschaften in Hannover präsent, mehrere Next Six und seit einigen Jahren auch WTS.

Ein Standortargument für Hannover ist die Nähe zu VW in Wolfsburg. Außerdem hat der Dax-Konzern Continental seinen Hauptsitz in Hannover. Das zeigt auch die Schwierigkeiten der regionalen Industrie: Beide Unternehmen gehören zur Automobilbranche und stehen derzeit unter wirtschaftlichen Druck, ihr Geschäft zu transformieren. Während bei VW Werkschließungen vom Tisch sind, hat Continental kürzlich angekündigt, Werke in Deutschland zu schließen beziehungsweise Teile der Produktion nach Tschechien zu verlagern. 

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