Juve Plus Juve Inhouse Steuern

Veränderung als einzige Chance

Stetig steigende Compliance-Anforderungen und langwierige Betriebsprüfungen bei beschränkten Kapazitäten oder Budgets – so stellt sich die Situation in vielen Steuerabteilungen dar. Gleichzeitig dreht sich das Rad der Digitalisierung weiter. Stärker denn je müssen die Teams veränderungsbereit sein. Das belegt die aktuelle JUVE Steuermarkt-Inhouse-Umfrage unter den Steuerverantwortlichen.

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In der aktuellen Inhouse-Umfrage hat JUVE Steuermarkt Verantwortliche in Inhouse-Abteilungen nach den zentralen Herausforderungen ihrer Arbeit im Unternehmen befragt. Erneut nahmen zahlreiche Leiterinnen und Leiter an der Umfrage teil. Eines macht die Umfrage überdeutlich: Ärgernis Nummer eins sind die steigenden steuerlichen Melde-und Berichtspflichten. Denn die Geschwindigkeit der regulatorischen Veränderungen und die Zahl der steuerrelevanten Vorschriften nehmen weiter zu – und machen ihnen das Leben schwerer.

Um die gestiegene Arbeitsbelastung mit den vorhandenen Personalkapazitäten in Einklang zu bringen, arbeiten viele Steuerverantwortliche kontinuierlich an den Strukturen ihrer Teams. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Befragten dem Thema Teamorganisation eine hohe Bedeutung beimessen. Das Ziel: Wertvolle Arbeitszeit sparen, wo immer es geht. Laut Umfrage stehen dabei die Aspekte Prozess-/Projektmanagement, IT-Ausstattung, Standardisierung/Effizienz sowie Kosten-/Leistungsanalyse im Mittelpunkt der Überlegungen.

Digitalisierung bricht sich weiter Raum

Lagen viele Steuerabteilungen bei der Digitalisierung von Prozessen in der Vergangenheit oft hinter anderen Abteilungen zurück, hat sich hier in jüngster Zeit einiges getan. Treiber für die Entwicklung sind insbesondere die wachsenden Datenmengen und höheren Ansprüche an die Datenqualität – vor allem seitens der Finanzverwaltung. Speziell im Ausland haben es die Steuerteams international aufgestellter Unternehmen immer öfter mit Finanzverwaltungen zu tun, für die der Begriff ,Real Time Reporting‘ kein Fremdwort ist.

Die stärkere Digitalisierung spiegelt sich auch in der Umfrage wider: Für mehr als 60 Prozent der Teilnehmenden ist sie ein wichtiges Thema – im Vergleich zur letzten Inhouse-Umfrage ein Anstieg von rund 10 Prozentpunkten. Das macht sich auch im ,Skill Mix‘ der Teams bemerkbar: Der Anteil der Steuerabteilungen, die Digitalexperten integriert haben, hat sich im Vergleich zur letzten Umfrage mit 35 Prozent nahezu verdoppelt. Und auch der Austausch mit der eigenen IT-Abteilung hat sich deutlich intensiviert.

Der Großteil der Steuerverantwortlichen geht davon aus, dass sich die Arbeit weiter in Richtung Prozesse, Standardisierung und Automatisierung entwickelt. Der Grund: Zahlreiche Dokumentationsvorschriften und Vorgaben, etwa aus dem „Compliance-Monster Pillar II“ (Zitat aus der Umfrage) oder dem Wachstumschancen- und Steuerfortentwicklungsgesetz halten die Steuerteams in Atem. Dazu landen unter dem Stichwort ESG (Environmental, Social, Governance) allmählich auch Nachhaltigkeitsthemen auf den Schreibtischen der Steuerteams.

Ein Thema, das viele Teams bereits deutlich länger beschäftigt, ist die Frage nach einem wirksamen Steuerkontrollsystem oder auch Tax Compliance Management System (TCMS). Mit dem sogenannten DAC-7-Umsetzungsgesetz erhielt die TCMS-Diskussion neuen Schwung. Seit 1. Januar 2023 erlaubt ein Antrag nach Art. 97 § 38 EGAO die „Erprobung alternativer Prüfungsmethoden“. Heißt: Bei Betriebsprüfungen sind Erleichterungen möglich, wenn das Unternehmen über ein wirksames TCMS verfügt. Allerdings belegt die Inhouse-Umfrage, dass viele Steuerabteilungen mit ihrem TCMS noch nicht so weit sind, um mit den Betriebsprüfern über mögliche Erleichterungen zu verhandeln.

Welche Themen die Steuerverantwortlichen sonst noch beschäftigen und was sie sich vom Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) erwarten, lesen Sie ab dem 18. September in der detaillierten Auswertung der Umfrage in der neuen Ausgabe von JUVE Inhouse Steuern.

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