Die Wirtschaftsstruktur im Norden, Westen und Südwesten ist weiterhin stark vom inhabergeführten Mittelstand geprägt. Zugleich sorgen strukturelle Umbrüche für eine anhaltende Auslastung in der Steuerberatung. Speziell Nachfolgeregelungen erweisen sich als zentraler Geschäftstreiber. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach internationaler Kompetenz, etwa bei den Themen Verrechnungspreisen, Umsatzsteuer oder der Umsetzung von Pillar II.
Eine wesentliche Trennlinie im Markt verläuft bei der Digitalisierung. Einheiten wie dhpg, Audalis Kohler Punge & Partner, Lüders Warneboldt, Husemann oder Falk investieren gezielt in die IT-Kompetenz und entwickeln zunehmend KI-Lösungen auch für Mandanten. Andere befinden sich hier weiterhin in der Testphase. Doch allen ist bewusst: Ohne digitale Integration ist moderne Steuerberatung nicht mehr tragfähig.
Grenzüberschreitende Mandate gewinnen in allen Regionen an Bedeutung und werden systematisch über Netzwerke oder Allianzen begleitet. Im Norden profitieren Esche Schümann Commichau und Wiese Lukas von der Nähe zu globalen Warenströmen und international agierenden Unternehmen. Im Westen nutzen ADKL Abels Decker Kuhfuß & Partner oder kbht ihre Einbindung in Allianzen wie MSI Global oder Allinial Global. Im Südwesten generieren Falk oder BW Partner über Netzwerke wie Praxity oder Moore Global verstärkt Mandate.
Unterschiedliche Strategien
Die regionale Branchenstruktur bleibt prägend für die Mandatsarbeit. Im Norden bestimmen maritime Wirtschaft, Logistik, Tourismus und Agrarwirtschaft das Geschehen. Kanzleien wie Doctores Völschau oder Möhrle Happ Luther sind hier eng mit den jeweiligen Branchenclustern verzahnt. Im Westen steht nach wie vor die Industrie im Mittelpunkt, ergänzt um ein wachsendes Segment aus Dienstleistern und Start‑ups. Im Südwesten dominieren weiterhin Automobilindustrie, Maschinenbau und Elektrotechnik, begleitet unter anderem von Bansbach, RWT oder PKF Wulf.
Die Strategien driften dabei auseinander: Einige Häuser expandieren gezielt, etwa dhpg nach Bremen und Berlin oder BSKP Richtung Mannheim. Andere fokussieren sich auf die interne Struktur: HWS bündelte Standorte, PKF Wulf setzte eine One-Firm-Strategie um.
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