Schon im Vorjahr zeichnete sich ab, was immer mehr zur Gewissheit wird: Der Markt der Strafverteidiger sortiert sich neu. Indizien dafür gibt es viele: einen raueren Ton in der sonst recht harmonischen Community, die weiterhin zahlreichen Wechsel, aber auch Verfahrenskomplexe wie Heraeus, die erstmals eine Vielzahl jüngerer Verteidiger versammeln und damit den Generationswechsel zeigen.
Angetrieben wird der Wandel aber auch davon, dass Cluster wie Cum-Ex und Diesel entweder abgeschlossen sind oder weitgehend in den Schubladen ruhen. Mit aktiven Cum-Ex-Mandaten, die tatsächlich in Hauptverhandlungen münden, sind nur wenige beschäftigt. Dazu zählen etwa
Zurück zu den Wurzeln
Gleichzeitig sind die Straf- und OWi-Verfolger so munter wie lange nicht. Tatbestände wie Schwarzarbeit haben wieder Konjunktur, das Steuerstrafrecht insgesamt boomt ohnehin – auch dank der EuStA und Selbstanzeigen. Umsatzsteuerkarusselle bleiben ein Dauerbrenner, während die Verfahren rund um Gewerbesteueroasen Fahrt aufgenommen haben.
Die Private-Equity-Szene hofft indes auf eine baldige Klärung im Musterverfahren um die Betriebsstätte. Mit dieser Thematik sind eine ganze Reihe – vor allem Münchner – Steuerstrafrechtler befasst, darunter unter anderem
Diese Umsetzung brachte das Thema Unternehmenssanktionen wieder auf den Tisch und ließ die Hoffnung keimen, dass interne Aufklärung und effiziente Compliance-Systeme Unternehmen klar entlasten. Verbunden damit, dass viele Unternehmen derartige Untersuchungen heute präziser steuern und KI-Tools große Kapazitäten entbehrlich machen, hätte dies Boutiquen gegenüber den strafrechtlich erstarkten Großkanzleien Vorteile verschafft. Es wird so wohl nicht kommen, aber auch schon vorher zeichnete sich ab, dass Boutiquen bei vielen Unternehmen punkten. Besonders stark zugelegt hat unter anderem die Hamburger Einheit
Die Spitze bleibt spitze
Wenig bewegt hat sich an der Marktspitze. Hier behaupten breiter aufgestellte Kanzleien wie